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Nutzer bescheinigen: "Leisniger Kegelbahn ist Schrott"

Die Planungen für das neue Sport- und Kulturzentrum am Stadtrand von Leisnig zeigen, dass der Investitionsbedarf für alle Sportanlagen der Stadt groß ist.

Rolf Noack engagiert sich seit 50 Jahren bei den Keglern des SV Leisnig 90. Er wird nicht müde, auch auf Probleme hinzuweisen. Im Moment ist es die fast 30 Jahre alte automatische Anlage. "Die ist Schrott", sagt er.
Rolf Noack engagiert sich seit 50 Jahren bei den Keglern des SV Leisnig 90. Er wird nicht müde, auch auf Probleme hinzuweisen. Im Moment ist es die fast 30 Jahre alte automatische Anlage. "Die ist Schrott", sagt er. © Archivfoto: Dietmar Thomas

Leisnig. Bei der Präsentation machten Vertreter des SV Leisnig 90 auf den maroden Zustand der Kegelanlage aufmerksam. Darauf reagiert die Kommune. Der Bürgermeister stellt überdies eine Übersicht über bisherige und geplante Investitionen in Aussicht.

Rolf Noack ist ein Leisniger Urgestein. Der Klempnermeister hat trotz Ruhestandes gut zu tun. Unter anderem engagiert er sich in der Abteilung Kegeln des SV Leisnig 90 – seit mittlerweile 50 Jahren. Obwohl er selbst nicht mehr so oft als Sportler auf alle Neune zielt, so ist er doch für die Abteilung ein unverzichtbarer Helfer – sozusagen Kopf der schnellen Einsatzgruppe.

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"Ich stehe nur da und repariere"

Denn: Der Zahn der Zeit hat an Teilen der 1962 eingeweihten Kegelanlage genagt. Die nach der Wende eingebaute automatische Aufstellanlage ist mittlerweile auch um die 30 Jahre alt. „Und ganz offen gesagt“, so Rolf Noack, „unsere Kegelanlage ist Schrott. Ich stehe nur noch da und repariere“, schilderte er während der Präsentation der Vorhaben, die bislang beim Ausbau des Leisniger Sport- und Kulturzentrums geplant sind (wir berichteten).

„Doch wer ist da, wenn ich nicht mehr da bin?“, fragte der Leisniger. Er gehe auf die 80 zu und es sei davon auszugehen, dass er nicht mehr ewig den Helfer in der Not spielen könne.

Schlechter Zustand – gute Auslastung

Wie Rolf Noack verdeutlichte, sei die Leisniger Kegelbahn trotz ihres Alters „nicht einen Tag ungenutzt“, so der Senior. Das zeige ihm, dass sie gebraucht wird. Außer den Leisniger Keglern trainierten dort ebenfalls Sportler aus Waldheim sowie Hartha-Gersdorf. Auch der Spielbetrieb, für Waldheim und Gersdorf in der Bezirksliga, gehe dort über die Bühne.

Viele bauliche Mängel in den Sportanlagen, sagte Bauamtsleiter Thomas Schröder während der Präsentation, seien der Verwaltung bekannt. Allerdings hatte die Kommune den desolaten Zustand der Kegelbahn so wohl nicht auf dem Schirm.

Wie Bürgermeister Tobias Goth (CDU) kurz darauf den Stadträten sagte, habe er sich im Nachgang noch mit weiteren Nutzern der Kegelbahn unterhalten. Sie alle hätten ihm Noacks Darstellungen von einer nicht mehr zeitgemäßen Anlage bestätigt.

Bei den bisherigen Planungen für das neue Leisniger Sport- und Kulturzentrum hat die Renovierung der Kegelbahn neben der Zimmermann-Sporthalle keine Rolle gespielt. Das könnte sich ändern.
Bei den bisherigen Planungen für das neue Leisniger Sport- und Kulturzentrum hat die Renovierung der Kegelbahn neben der Zimmermann-Sporthalle keine Rolle gespielt. Das könnte sich ändern. © SZ Grafik

„Wir werden untersuchen lassen, was neue Technik kostet und wie sie zu finanzieren ist“, stellte der Rathauschef in Aussicht. Möglicherweise könne auch dafür das Förderprogramm vom Bund genutzt werden.

Wie es aussieht, kann die Stadt Leisnig in den nächsten Jahren 2,66 Millionen Euro in die Sport- und Freizeitanlagen rund ums Freibad investieren, 90 Prozent davon kommen als Fördergeld vom Bund.

Nicht eingeschlossen sind nach den Worten von Goth nach aktuellen Planungen Investitionen in das Kegelbahngebäude. Da musste in den vergangenen Jahren schon das eine oder andere passieren.

Zuletzt ist das Dach in Ordnung gebracht worden – allerdings auch erst, nachdem Rolf Noack über einen längeren Zeitraum wegen des kaputten Daches und der Folgeschäden Alarm geschlagen hatte.

Kommune will Zustand der Sportanlagen analysieren

Insgesamt, so versprach Goth, werde die Kommune eine Auflistung erarbeiten. Vorlegen wolle die Verwaltung, wofür konkret in den zurückliegenden Jahren Geld in welche Sporteinrichtung von Leisnig geflossen ist und wie die Planungen für die nahe Zukunft aussehen. Wann diese Liste vorgestellt wird, dazu äußerte sich der Bürgermeister aber im Detail nicht.

Außer den Sportanlagen im Stadtgebiet gibt es auch einige in den Ortsteilen, in Clennen etwa eine Turnhalle, die auch die Grundschüler aus Sitten nutzen.

Veraltete Anlage in der Saxiona-Halle

Während die Zimmermann- und die Sporthalle neben der Oberschule in großem Umfang für den Schulsport genutzt wird, sind die Vereinssportler die Hauptnutzer der Saxonia-Turnhalle an der Chemnitzer Straße. Der Nachholebedarf ist dort am größten.

In der Saxonia-Turnhalle an der Chemnitzer Straße finden die Nutzer noch den Sanitärcharme von vor etwa einem halben Jahrhundert vor. Duschen, Waschbecken und Toiletten sind genauso veraltet wie Heizungs- und Elektroanlagen.
In der Saxonia-Turnhalle an der Chemnitzer Straße finden die Nutzer noch den Sanitärcharme von vor etwa einem halben Jahrhundert vor. Duschen, Waschbecken und Toiletten sind genauso veraltet wie Heizungs- und Elektroanlagen. © Lars Halbauer

Er betrifft das Hallen- beziehungsweise Spielfeld genauso wie das Umfeld. Die Toiletten, Waschbecken und Duschen sind alt, die Installationen ebenfalls, entsprechen daher nicht mehr heutigen Standards.

Die Nutzer sind mit den Zuständen unzufrieden. Auch deshalb plant die Kommune schon lange Sanierungen, wollte dafür Geld aus dem Förderprogramm Brücken in die Zukunft einsetzen. Doch das wurde immer anderswo benötigt, um Finanzlöcher zu stopfen.

Karl-Zimmermann- und Peter-Apian-Sporthalle

In der Karl-Zimmermann-Turnhalle, die jetzt am Rande und in Zukunft inmitten des Sport- und Freizeitzentrums liegt, ist im vergangenen Jahr eine moderne Heizungs- und Lüftungsanlage installiert worden.

In der Sporthalle neben der Peter-Apian-Oberschule sind im vergangenen Jahr Räume um- und ausgebaut worden, um Umkleide- und Sanitärräume mit heutigem Standard zu schaffen. In der Halle selbst muss es nun weitergehen. Dafür fehlt Leisnig im Moment das Gel
In der Sporthalle neben der Peter-Apian-Oberschule sind im vergangenen Jahr Räume um- und ausgebaut worden, um Umkleide- und Sanitärräume mit heutigem Standard zu schaffen. In der Halle selbst muss es nun weitergehen. Dafür fehlt Leisnig im Moment das Gel © Dietmar Thomas

Trotzdem gibt es dort noch Investitionsrückstau, und zwar im Bereich der Wärmedämmung beziehungsweise Fassadengestaltung. Dafür sind Kosten von rund 180.000 Euro veranschlagt und auch im mittlerweile von den Stadträten verabschiedeten Haushaltsplan vorgesehen. Nochmals 100.000 Euro sollen 2022 ausgegeben werden, um die Sanitäranlagen dort in Ordnung zu bringen.

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Letzteres ist in der Turnhalle an der Karl-Wagler-Straße schon 2020 passiert. Dort muss es im Bereich der eigentlichen Halle weitergehen, unter anderem mit Prallschutz und einer Erneuerung der Beleuchtung. Dafür ist die Kommune auf Fördergeld angewiesen.

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