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Obstbauern fahren gute Birnen-Ernte ein

Für die Bauern geht ein Jahr zu Ende, das endlich nicht so trocken war wie die vorherigen. Für die Qualität von Steinobst jedoch war der Regen nachteilig.

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Baumschnitt und die Verjüngung von Anlagen steht jetzt in der Wintersaison auf dem Arbeitsplan der Obstgärtner. Die Ernte im zu Ende gehenden Jahr ist durchschnittlich gewesen.
Baumschnitt und die Verjüngung von Anlagen steht jetzt in der Wintersaison auf dem Arbeitsplan der Obstgärtner. Die Ernte im zu Ende gehenden Jahr ist durchschnittlich gewesen. © Dietmar Thomas

Dürrweitzschen. Die letzten Handgriffe in den Obstplantagen für dieses Jahr sind erledigt. Damit die Bäume 2022 wieder ordentlich tragen, müssen sie gepflegt werden. Und das passiert gerade jetzt im Winter, wie Erik Buitenhuis sagt. Der Niederländer führt die vier Erzeugerbetriebe der Obstland Dürrweitzschen AG in Ablaß, Leisnig, Sornzig und Baderitz.

Wie er berichtet, haben die Mitarbeiter Anfang des Monats mit dem sogenannten Winterschnitt begonnen. Ein Teil der Birnenplantagen sei mittlerweile schon geschafft. „Ab Januar geht es dann mit den Apfelbäumen weiter“, so Buitenhuis. Die Schnittkampagne laufe für gewöhnlich bis Anfang April.

Erdbeeren: Später Start, aber gute Preise

Dann dürften schon die Erdbeeren blühen. Deren Ernte hat in diesem Jahr etwa zwei Wochen später begonnen. Der Geschäftsführer begründet dies mit dem recht kühlen Frühjahr. „Mit einer Erntemenge von rund 320 Tonnen und sehr guten Marktpreisen konnten wir unser geplantes Ziel dennoch erreichen“, fasst Erik Buitenhuis zusammen.

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Fürs Steinobst kann er das so nicht sagen. Da sei die feuchte Witterung über den Sommer ein Problem gewesen. Der Regen hat Süß- und Sauerkirschen, aber genauso Pflaumen aufplatzen lassen. Die matschigen Früchte konnten zwar noch zum Mosten verwendet werden, aber keineswegs als Tafelobst.

Als erfolgreich bezeichnet Buitenhuis dagegen die Kernobsternte, „ganz besonders die Birnen“, so der Geschäftsführer. Bei Birnen gilt die Obstland Dürrweitzschen AG als der größte Produzent im gesamten Freistaat. Überhaupt wachsen insgesamt rund ein Drittel des in Sachsen geernteten Obstes in Plantage zwischen Ablass, Leisnig und Baderitz.

Verjüngung der Plantagen läuft

Damit das so bleibt, müssen die Bäume nicht nur gepflegt, sondern Plantagen auch regelmäßig verjüngt werden. Das ist genauso eine Herbst-/Winterarbeit wie der Baumschnitt. „Wir haben in den vergangenen Wochen bereits auf einer Fläche von neun Hektar neue Apfelbäume gepflanzt“, so Erik Buitenhuis. Das betreffe die Bio-Sorten Rote Topaz und Natyra.

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Topaz ist eine Kreuzung aus Rubin und Vanda. Er gilt als eine Sorte des schorfresistenten Sortiments. Es handelt sich um einen sehr saftigen Apfel mit angenehmer Säure, der als Tafelapfel beliebt ist und obendrein sehr gute Backeigenschaften besitzt. Natyra ist eine Kreuzung aus Elise und einer schorfresistenten Selektionssorte. Gezüchtet wurde sie im niederländischen Wageningen. Der kleine bis mittelgroße Apfel fällt durch seine leuchtend rote Deckfarbe auf. Das Fruchtfleisch hat eine schöne Struktur und ist gelblich weiß.

Manche Äpfel sind viel zu groß geraten

Auf die Größe legen die Obstbauern in Zukunft möglicherweise ein noch größeres Augenmerk. Immerhin sind in diesem Jahr Äpfel in einigen Jonagold-Plantagen so groß geraten, dass sie im Handel kaum noch Abnehmer gefunden haben.

In den eigenen Hofläden dagegen sei dem Geschäftsführer zufolge versucht worden, die Kunden von makellosen Früchten, die zu klein oder groß geraten sind, zu überzeugen. Schließlich sollte der Geschmack zählen, nicht die Größe.

Auch den Anbau der neuen Sorte Fräulein nehmen die Obstbauern nun wie angekündigt in Angriff. „Die Vorbereitungen für die neuen Anlagen mit Fräulein laufen bereits. Ein Teil des Gerüsts mit Hagelschutzsystem wurde schon im Boden verankert“, so Erik Buitenhuis.