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Oldtimer auf Fluss-Tour

Bei der 15. Rallye des Lions Clubs fehlen die Motorräder. Dafür ist bei den Fans der alten Autos schon ein ganz junger dabei.

Der 311er Wartburg, Baujahr 1953, geht bei der Oldtimer-Rallye des Fördervereins des Lions Clubs Leisnig als erster auf die 93 Kilometer lange Strecke.
Der 311er Wartburg, Baujahr 1953, geht bei der Oldtimer-Rallye des Fördervereins des Lions Clubs Leisnig als erster auf die 93 Kilometer lange Strecke. © Lars Halbauer

Leisnig. Rund 93 Kilometer absolvieren 17 Oldtimer aus Sachsen und Umgebung bei der 15. Oldtimer-Rallye vom Förderverein des Lions Clubs Leisnig bei zwar frischen Temperaturen aber dafür trockenen Straßen.

Die Rallye stand in diesem Jahr unter dem Motto „Entlang den Flüssen Mittelsachsens“ und führte über Klosterbuch, Technitz, Döbeln Hainichen, Ebersbach Mittweida, Colditz und dann wieder nach Leisnig auf den Marktplatz.

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Dort starteten Peter Freund und Ronald Thieme gemeinsam mit dem Förderverein des Lionsclubs Leisnig schon in aller Frühe die Vorbereitungen zur diesjährigen Rallye: „Seit Jahresanfang bereiten wir alle Punkte und das Bordbuch vor und legen eine Strecke fest“ so Thieme.

Vier Prüfungen auf der Strecke

„Wir hoffen, dass zu den elf Anmeldungen noch einige weitere Teilnehmer hinzukommen“, so Thieme am frühen Sonntagmorgen. Und dann war auch schon das erste Knattern der historischen Fahrzeuge zu hören. Alle, die etwa 30 Jahre und älter sind, dürfen an der Rallye teilnehmen. Während sich in den vergangenen Jahren Autos und Motorräder die Waage hielten, hatte sich bei den herbstlichen Temperaturen diesmal kein Motorradfahrer angemeldet.

Alleine Autofahren und die herbstliche Landschaft bestaunen, das ist für die Rallye allerdings nicht ausreichend. Das Bordbuch sah insgesamt vier Prüfungen vor, die von den Fahrern und Beifahrern absolviert werden mussten.

Der jüngste Teilnehmer der Rallye ist Pit Gulmann, der zwar nicht selbst fährt, aber die Teamkollegen Jan Pönitz und Matthias Sieber-Leuzeit (rechts im Bild) . Pit soll die Streckenaufgaben lösen.
Der jüngste Teilnehmer der Rallye ist Pit Gulmann, der zwar nicht selbst fährt, aber die Teamkollegen Jan Pönitz und Matthias Sieber-Leuzeit (rechts im Bild) . Pit soll die Streckenaufgaben lösen. © Lars Halbauer

Geschick und Wissen gefragt

Dazu hatte sich das Wartburg Team um Matthias Sieber-Leuzeit aus Waldheim den jüngsten Tourteilnehmer mit auf die Rückbank geholt. Der elfjährige Pit ging mit auf die Reise in einem Wartburg Baujahr 86, um an den Stationen mit Wissen und Geschick einige der Aufgaben zu lösen. Dazu zählten neben fahrerischem Geschick auch Schätzfragen: Wie viele Cent-Stücken passen in den Glasstiefel?

Das Motorenknattern auf dem Marktplatz brachte auch einige Besucher ins Schwärmen, es gab viel zu sehen: einen Wanderer der schon fast 100 Jahre alt ist, ein englisches Coupé der Marke Morgan, der stolze 3,5 Liter Hubraum aufweisen kann und trotz seinen Alters von 40 Jahren immer noch mächtig Kraft hat.

Aber auch ein früher sehr beliebter Framo konnte bewundert werden. Peter und Moritz haben den Barkas-Vorgänger aus dem Jahre 1956 mit viel Liebe originalgetreu wieder hergerichtet. Doch leider blieb er ebenso mit einem Motorschaden auf der Strecke liegen, wie ein Trabant.

Trotzdem schien eins alle Teilnehmer zu verbinden: die Liebe zum Detail, das Pflegen von alten Fahrzeugen, mit dem auch Geschichte erhalten wird.

Der Framo war früher ein begehrtes Handwerker-Auto und gilt als der Vorgänger des Barkas. Dieses Modell ist Baujahr 1956, wurde von Peter (links) und Moritz gefahren und hatte unterwegs einen Motorschaden.
Der Framo war früher ein begehrtes Handwerker-Auto und gilt als der Vorgänger des Barkas. Dieses Modell ist Baujahr 1956, wurde von Peter (links) und Moritz gefahren und hatte unterwegs einen Motorschaden. © Lars Halbauer

Erster Platz für einen Wanderer

Während die Fahrer nach und nach ihre Startpositionen einnahmen, wurde untereinander viel gefachsimpelt, gestaunt und Informationen ausgetauscht. Da fand sich im Kofferraum schonmal eine Gemisch-Tabelle, für die richtige Sprit-Füllung, da die damals oft verbauten Zwei-Takt-Motoren eine Mischung aus Benzin und Öl benötigen, die es heute an der Zapfsäule meistens nicht mehr im Original gibt.

Fast pünktlich zehn Minuten nach 10 Uhr durfte dann das erste Fahrzeug ein Wartburg aus dem Jahr 1953 auf die Strecke. Olaf Roßberg ging mit seiner Crew, bestehend aus Silke Roßberg und Jens Zeisig, als erstes Team auf die Strecke. Mit lautem Knattern startete der 311er in Richtung Klosterbuch. Am Ende wurden alle Punkte und Zeiten zusammengefasst und die drei Pokalsieger ermittelt: Gerold Richter mit einem „Wanderer“, Baujahr 1920 als ältestes Auto im Feld, Helfried Merkel mit einem Wartburg 312 und Jens Rödel mit einem BMW 340, Baujahr 1949. (laha)

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