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Ostrau: Funkturm für Schrebitz abgelehnt

Nachdem der Ortschaftsrat Schrebitz das Vorhaben der Telekom abwies, zog der Gemeinderat Ostrau jetzt nach. Doch was heißt das jetzt?

Ein Funkturm der Telefonica-Gruppe steht bereits in Schrebitz auf dem alten Sportplatz. Nun soll ein Betonmast der Telekom im Ostrauer Ortsteil folgen.
Ein Funkturm der Telefonica-Gruppe steht bereits in Schrebitz auf dem alten Sportplatz. Nun soll ein Betonmast der Telekom im Ostrauer Ortsteil folgen. © Lars Halbauer

Ostrau. Es ist der nächste Funkturm-Plan der Telekom im Altkreis Döbeln, der für Ärger sorgt. Erst wollte die Tochtergesellschaft, die Deutsche Funkturm GmbH, in Lüttewitz bei Zschaitz bauen, was für Unverständnis sorgte. Jetzt geht eine ähnliche Debatte im Ostrauer Ortsteil Schrebitz los.

Bereits im Dezember stellte die Firma einen Bauantrag beim Landkreis für einen Schleuder-Betonmast, der zukünftig das Telekom-Netz rund um Schrebitz und Kiebitz verbessern soll. Zunächst war angedacht, dass dieser zwischen den beiden Ortsteilen entstehen soll. Mit genügend Abstand zur Wohnbebauung.

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Ostrau schlägt Funkturm GmbH Alternativ-Standort vor

„Anders als zuerst gedacht, soll der Funkturm nun jedoch knapp 50 Meter von der ersten Bebauung auf einem ehemaligen Gelände der Agrar AG entstehen“, erklärt Bürgermeister Dirk Schilling (CDU). Zum völligen Unverständnis der Anwohner und des Gemeindeoberhauptes.

„Ich kann nicht fassen, wie sich die Firma mit uns einigen kann und dann hintenrum sich doch wieder auf einen ganz anderen Standort einigt. Sie täuscht uns was vor und das kommt auch bei den Einwohnern nicht gut an.“

Zwar könne er verstehen, dass sich der Standort in der Landschaft auf einer Wiese oder einem Feld nicht eigne, da es keine Zuwegung gibt und weiteres Gebiet versiegelt werden müsste, aber „es gibt einige Alternativen, an denen ein Weg existiert, die Entfernung zur Wohnbebauung aber etwas größer ist“.

Beispielsweise gibt es dem Bürgermeister zufolge an dem geplanten Standort weiter hinten einen landwirtschaftlichen Weg, der genutzt werden könnte, um den Funturm weiter außerhalb zu installieren. „Dieser ist dann auch gut umweltverträglich“, sagt er.

Funkturm ist ein "privilegiertes Bauvorhaben"

Genau diesen Vorschlag formulierten die Gemeinderäte in der vergangenen Sitzung ebenfalls in den endgültigen Beschluss. Gegenüber dem Landratsamt gibt die Gemeinde nun eine ablehnende Stellungnahme zu dem aktuell geplanten Standort ab, mit dem Verweis auf eine Zustimmung, sollte sich die Funkturm GmbH auf einen anderen Standort weiter außerhalb der Ortschaft einigen.

Hoffnung hat Dirk Schilling zumindest ein wenig, dass noch einmal über die Planungen der Telekom gesprochen werde. Letztendlich entscheidet jedoch das Landratsamt als Genehmigungsbehörde über den Bau. Fakt sei jedoch eines, so der Bürgermeister, Mobilfunkanlagen sind ein „privilegiertes Bauvorhaben“.

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Das heißt, dass sie auch ohne Bebauungsplan gebaut werden können und Genehmigungsbehörden an die „Standortprivilegierung“ gebunden sind. Die Aussichten auf eine Ablehnung sind laut Kreisverwaltung meist eher schlecht, auch wenn die Gemeinde dagegen ist.

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