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Mehr Vermittlungen im Ostrauer Tierheim

Die Tierschützer ziehen trotz der Corona-Pandemie ein positives Fazit für das Jahr 2020. Bei den Vermittlungen waren vor allem Katzen gefragt.

Marlies Przybilla (links) leitet seit Jahresbeginn das Tierheim wieder kommissarisch. Auf das Jahr 2020 blickt sie gern zurück.
Marlies Przybilla (links) leitet seit Jahresbeginn das Tierheim wieder kommissarisch. Auf das Jahr 2020 blickt sie gern zurück. © Dietmar Thomas

Ostrau. Es ist ein Jahr wie kein anderes. 2020 war auch für das Tierheim in Ostrau kein leichtes. Besucher durften nicht rein, Freiwillige konnten nicht mit den Hunden spazieren gehen und personell war das Team zum Ende des Jahres auch nicht gut aufgestellt. Und dennoch: Die Vermittlungen liefen – vor allem bei Katzen.

Marlies Przybilla, die frühere und jetzt kommissarische Leiterin des Tierheims, ist soweit zufrieden mit dem vergangenen Jahr. „Toi toi toi, es hat sich bisher auch noch niemand mit Corona angesteckt“, sagt sie. „Das wäre dramatisch.“ Denn dann könnten die Tiere nur noch schwer versorgt werden.

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Für den Infektionsschutz haben die Mitarbeiter des Tierheims aber auch viel getan. Schutzausrüstung wurde getragen, der Besucherverkehr nur noch mit Terminen gestattet und jegliche Festlichkeiten ausfallen lassen.

Trotz Corona hohes Spendenaufkommen in Ostrau

„Aber das hat uns bei den Vermittlungen nicht viel eingeschränkt“, so Przybilla. 328 Katzen, 212 Hunde und 43 Kleintiere, wie Hamster oder Vögel, konnten vermittelt werden – und eine Schlange. Die wurde Ende Juni von Schülern beim Sport im Harthaer Stadtwäldchen gefunden und anschließend ins Tierheim gebracht.

Dort haben die Tierschützer nach einem neuen Besitzer gesucht. Mit einer zertifizierten Schlangenbesitzerin sind sie letztendlich fündig geworden. „Solche Tiere können wir nur eine sehr begrenzte Zeit bei uns beherbergen“, erklärt Marlies Przybilla.

Trotz Corona ist aber eines nicht eingebrochen: das Spendenaufkommen. Viele Dauerspender haben auch 2020 dem Tierheim Gelder zukommen lassen. Auch neue Unterstützer mit Sach- und Geldspenden konnten der kommissarischen Tierheimleiterin zufolge begrüßt werden.

„Darunter war auch ein älteres Ehepaar aus Döbeln, das zu Weihnachten vor der Tür standen und wirklich sehr viel gespendet haben. Das war ein sehr emotionaler Moment.“

Einige Projekte für 2021 im Tierheim in Planung

Mit den zahlreichen Spenden konnten die Tierschützer unter anderem einen Container für den Pausenaufenthalt gestalten und zwei Außenzwinger mit höheren Zäunen sicherer machen. Auf die Zuwendungen ist das Tierheim Jahr für Jahr angewiesen, denn ohne könnte der Verein den Betrieb nicht am Laufen halten. „Wir sind wirklich sehr dankbar für jeden Euro“, so Marlies Przybilla.

Auch für dieses Jahr hat sich das Team in Ostrau viel vorgenommen. So soll beispielsweise die Heizungsanlage im gesamten Gebäude erneuert und einige Außenanlage inklusive Dächern von Hundehäusern instandgesetzt werden. Dafür habe das Tierheim einiges angespart.

Und auch die Tiere brauchen in diesem Jahr gleich viel Aufmerksamkeit, Pflege und Nahrung wie in den letzten Monaten. Dafür setzt das Team weiterhin auf Früh- und Spätschichten sowie Dienste an Wochenende und Feiertagen. Zwei neue Mitarbeiter sind Ende des vergangenen Jahres noch hinzugekommen. Bis diese aber vollständig eingegliedert sind, dauere es noch eine Weile, meint die Tierheim-Leiterin.

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