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Waldheimer Pyramide hat jetzt Paten

Steffen Groschopp hat die Figuren aufgearbeitet. Es ist nicht die erste Restaurierung von Schneewittchen und Co.

Steffen Groschopp (vorn links) hat die Figuren der Waldheimer Pyramide aufgearbeitet und wurde dabei von seiner Frau Gisela unterstützt. Über das Engagement freuen sich Bauamtsleiter Michael Wittig (2. von links), Bauhofleiter Dennis Zimmermann (2. von
Steffen Groschopp (vorn links) hat die Figuren der Waldheimer Pyramide aufgearbeitet und wurde dabei von seiner Frau Gisela unterstützt. Über das Engagement freuen sich Bauamtsleiter Michael Wittig (2. von links), Bauhofleiter Dennis Zimmermann (2. von © Dietmar Thomas

Waldheim. Purzelbaum, Naseweis und Rumpelbold strahlen, als wären sie neu. „Sie sind etwas bunter geworden“, sagt Gisela Groschopp. Die drei Zwerge gehören zu insgesamt 19 Figuren der Waldheimer Pyramide, die ihr Mann Steffen in den vergangenen Monaten aufgearbeitet hat.

Vor drei Jahren war den Waldheimern aufgefallen, dass die Farbe von den Figuren absplittert. „Danach haben wir dem Bauhof angeboten, uns um die Figuren zu kümmern“, erzählen beide. In diesem Frühjahr habe dann Bauhofleiter Dennis Zimmermann nachgefragt, ob dieses Angebot noch steht.

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„Danach habe ich meinen Mann manchmal tagelang nicht gesehen“, sagt Gisela Groschopp schmunzelnd. Er hat die Figuren nicht nur neu bemalt, sondern auch defekte Teile ausgewechselt. „Für die Herstellung habe ich die Drechselbank des Bauhofes genutzt“, so Steffen Groschopp.

Figuren haben nun Namen

Das Aufwendigste sei das Entfernen der alten Farbe gewesen, mit einer Heißluftpistole und dem Abschleifen per Hand. Das Drechseln hat er schon als Kind in einer Schul-AG gelernt. Der 66-Jährige stammt aus Königswalde im Erzgebirge. Die Liebe hat ihn einst nach Waldheim verschlagen.

Knapp 140 Stunden hat er gebraucht, um die Figuren wieder in einen ordentlichen Zustand zu versetzen. Die wetterfeste Farbe hat die Firma Bemmann spendiert und die Noppenfolie für den Transport und die spätere Lagerung der Figuren die Firma Schramm Verpackung.

Am 27. November wird die Pyramide auf dem Markt aufgestellt. Dann drehen sich bis kurz vor Silvester in der unteren Etage eine Lok mit dem Kennzeichen W 2020 mit Tender, Personen-, Holz- und Containerwagen, darüber Schneewittchen mit den sieben Zwergen sowie ganz oben Weihnachtsmann, Nussknacker und Räuchermann. Allen hat Gisela Groschopp Namen gegeben.

Unbezahlbares Engagement

Bürgermeister Steffen Ernst (FDP) bedankt sich mit einem kleinen Präsent und den Worten: „Diese Arbeit ist nicht zu bezahlen.“ Wenn sich jemand so einsetzt und mitgestaltet, sei das einfach klasse, fügt Michael Wittig, Leiter des Fachbereichs Ordnung und Bauverwaltung, hinzu.

Und Familie Groschopp setzt noch eins drauf. Sie übernimmt eine Art Patenschaft über die Pyramide und will sich immer sofort nach der Weihnachtszeit um beschädigte Figuren kümmern, bevor diese das restliche Jahr eingelagert werden.

Steffen Groschopp packt auch gleich noch drei Zwerge ins Auto, die als Reserve im Bauhof gelagert waren. Diese will er in den Wintermonaten aufarbeiten. Ansonsten engagiert sich das Paar im Waldheimer Verschönerungsverein. Auch dort nehmen sie den Pinsel zur Hand, zum Beispiel, um Bänke zu streichen.

Vor 14 Jahren generalüberholt

Zum letzten Mal wurde die Pyramide im Jahr 2006 generalüberholt. Damals war sie schon 25 Jahre alt und hatte so einige Macken. Lange hätte sie nicht mehr gehalten. Damals nahm sich ihr der Waldheimer Josef Marczi an.

Er hat die alte Pyramide komplett auseinandergebaut, von den Einzelteilen Muster abgenommen, diese auf Schablonen übertragen und aus großen Holzbalken neue Streben hergestellt. Die alten Träger waren weggefault.

Marczi drechselte überdimensionale Kerzenhalter, in denen seither rote Kerzen mit gelben Spitzen stecken, die von innen beleuchtet werden. Zuvor waren dort nur blanke Glühbirnen angebracht.

Außerdem hat der Handwerker die gesamten elektrischen Leitungen in den Streben der Pyramide verschwinden lassen. Auch die großen Teller, auf denen sich die Figuren drehen, hat Josef Marczi neu hergestellt.

Die Figuren waren zwar noch die alten, aber er hat sie allesamt repariert und neu gestrichen. Außerdem hat der Waldheimer damals die Wagen des Zuges auf der unteren Ebene beladen.

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