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Wer muss wann wo Schnee schippen?

Erstmals seit Jahren gibt es in der Region Döbeln wieder massenweise Schnee. Doch bis wann muss der Fußweg geräumt sein? Und wer ist zuständig?

Schneemassen türmen sich auf den Gehwegen. Wer muss sie beräumen und wann?
Schneemassen türmen sich auf den Gehwegen. Wer muss sie beräumen und wann? © Dietma Thomas

Region Döbeln. Schnee ohne Ende: Auf der Wiese, der Straße und auch auf dem Fußweg liegt die weiße Decke. Doch die Massen verpflichten auch Privatleute zum Räumen und Streuen. Sächsische.de hat die wichtigsten Punkte zusammengefasst:

Wer ist wo verpflichtet, Schnee zu räumen?

Die Verkehrssicherungspflicht liegt erst einmal beim Eigentümer des Hauses. Wo überall gestreut oder geräumt werden muss, hängt von der Satzung der jeweiligen Kommune ab. „Grundsätzlich kann man aber sagen: Alle Wege, die auch von Dritten genutzt werden, müssen geräumt werden“, so Gerold Happ vom Eigentümerverband Haus und Grund Deutschland. Eigentümer können ihre Räumpflicht auch an Dritte wie einen Räumdienst oder dem Mieter übertragen.

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Döbeln fordert die Eigentümer auf, Gehwege vor ihren Grundstücken „in einer solchen Breite von Schnee zu räumen, dass die Sicherheit des Verkehrs gewährleistet“ ist. Soweit in Fußgängerzonen und verkehrsberuhigten Bereichen Gehwege nicht vorhanden sind, gilt als Gehweg ein Streifen von anderthalb Metern Breite entlang der Grundstücksgrenze.

Ähnlich sieht das die Satzung für Leisniger, Roßweiner und Waldheimer vor. Hartha beschränkt sich auf einen Bereich von einem Meter. Verstößt der Eigentümer dagegen, kann es ein Bußgeld bis zu 500 Euro geben.

Wie oft muss Schnee geräumt werden?

Grundsätzlich muss geräumt werden, wenn es schneit oder gestreut werden, wenn es glatt ist. „Allerdings gibt es gewisse Grenzen“, sagt Happ. „So muss niemand mitten in der Nacht aufstehen, wenn es plötzlich anfängt zu schneien.“ In Leisnig, Döbeln und Roßwein gilt die Räum- und Streupflicht von Montag bis Sonntag von 7 bis 20 Uhr. Waldheim verlangt dies nur Montag bis Samstag von 7 bis 19 Uhr sowie Sonn- und Feiertags von 9 bis 19 Uhr.

Hartha verlängert den Zeitraum etwas und will geräumte Wege werktags von 7 bis 21 Uhr sowie Sonn- und Feiertags ab 9 Uhr. „Bei dauerhaftem Schneefall muss nicht zwingend alle zehn Minuten neu geschippt werden. Aber wenn der Schneefall aufhört oder weniger wird, muss der Schnee beseitigt werden“, so Gerold Happ.

Wohin darf der Schnee geräumt werden?

Grundsätzlich gilt: Der Schnee vom Gehweg muss auf das eigene Grundstück. Doch den meisten Satzungen zufolge, können die Massen, wenn die Ablagerung des Schnees und der Eisstücke außerhalb des Verkehrsraums „nicht zugemutet werden kann“, auch auf dem Gehweg oder der Fahrbahn verbleiben.

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Doch der Verkehr darf davon nicht beeinträchtigt werden. Im Extremfall könne der Bauhof den Schnee auch mit einem Lkw aus der Stadt bringen, so Harthas Bürgermeister Ronald Kunze. „Auch das gab es schon einmal.“ (mit dpa)

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