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Reinsdorf auf dem Weg zum Dorf der Zukunft

Der Waldheimer Ortsteil gehört zu den sechs Gemeinden Mittelsachsens, die sich einem Wettbewerb stellen. Der geht bald in die nächste Runde.

Von Elke Braun & Cathrin Reichelt
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Reinsdorf beteiligt sich am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“. Die Einwohner hoffen, dass der Ort einen der vorderen Plätze ergattern kann und dass bis zu einem eventuellen Rundgang der Jury der Umbau des Feuerwehrgerätehauses abgeschlossen ist.
Reinsdorf beteiligt sich am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“. Die Einwohner hoffen, dass der Ort einen der vorderen Plätze ergattern kann und dass bis zu einem eventuellen Rundgang der Jury der Umbau des Feuerwehrgerätehauses abgeschlossen ist. © Dietmar Thomas

Reinsdorf. Eigentlich war Waldheims Bauhof-Chef, Feuerwehrmann und Reinsdorfer Einwohner Dennis Zimmermann auf der Suche nach Fördermitteln für eine Fertigteilgarage, als ihm die Ausschreibung des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie für den Titel „Unser Dorf hat Zukunft“ auffiel. Das ist nun mittlerweile schon über ein Jahr her.

Gemeinsam mit Ortsvorsteher Michael Aniol bereitete er die Bewerbung des Waldheimer Ortsteils vor. Insgesamt beteiligen sich 63 Gemeinden an dem sachsenweiten Wettbewerb. In Mittelsachsen sind neben Reinsdorf auch Marbach, Niedersteinbach und Chursdorf dabei.

„Die Bewerbung ist bereits im vergangenen Frühjahr rausgegangen“, so Michael Aniol. Darin wurde das bisher Erreichte dargestellt, aber auch das, was in Zukunft noch angepackt werden müsste.

Reinsdorf ist ein Waldhufendorf

Und welche Vorzüge hat Reinsdorf? „Es hat ein gut erhaltenes Dorfbild in traditioneller Struktur. Es ist ein sogenanntes Waldhufendorf“, sagt Michael Aniol. Das heißt, die Bebauung des Dorfes befindet sich weitestgehend rechts und links entlang einer Straße. Jeder, der schon einmal durch den Ort gefahren ist, kann das bestätigen.

In Reinsdorf sind viele Vierseithöfe erhalten. Neue Eigenheime wurden nicht neben die ursprünglichen Wohnhäuser gesetzt. „Dafür werden meist Scheunen weggerissen, die nicht mehr genutzt werden“, so Aniol. Zudem arbeiten in den früheren Bauerngütern nach wie vor Handwerker verschiedener Branchen.

Park wurde neu gestaltet

Positiv sieht der Ortsvorsteher auch die Neugestaltung des Parks. Der war verwildert und wurde von den Mitarbeitern des Bauhofes freigeschnitten, teilweise neu begrünt, der Weg gepflastert und Bänke aufgestellt. Die aktive Grünpflege und -gestaltung ist ein wichtiger Punkt im Wettbewerb.

Erreicht Reinsdorf die Endrunde im Kreiswettbewerb, wird sich eine Jury während einer Begehung selbst ein Bild vom Ort machen. Die Kommission soll im Frühjahr dieses Jahres vom Landratsamt benannt werden. „Wir sind sehr gespannt, ob wir die Endrunde schaffen und hoffen, dass bis dahin das Dorfgemeinschaftshaus und vielleicht auch schon ein Teil der Außenanlagen fertig ist“, meint Michael Aniol.

Umbau dauert schon mehrere Jahre

Das Feuerwehrgerätehaus wird seit mehr als zwei Jahren so umgebaut und saniert, dass es auch von der Dorfgemeinschaft genutzt werden kann. Im Außenbereich soll ein Spielplatz entstehen. Einen solchen hatten sich die Anwohner schon seit Jahren gewünscht.

Eine Sitzugruppe wurde in der Nähe des Dorfgemeinschaftshauses aufgestellt. Im Umfeld soll noch ein Spielplatz errichtet werden. Das wünschen sich die Reinsdorfer schon sehr lange.
Eine Sitzugruppe wurde in der Nähe des Dorfgemeinschaftshauses aufgestellt. Im Umfeld soll noch ein Spielplatz errichtet werden. Das wünschen sich die Reinsdorfer schon sehr lange. © Lars Halbauer

Inzwischen ist dies auch dringend notwendig. Viele junge Leute, die in Reinsdorf aufgewachsen sind, sind im Ort geblieben und haben eine Familie gegründet. Manch eine junge Familie ist auch in den Ort gezogen. Deshalb gehören zu den mehr als 400 Einwohnern viele Kinder.

Immer wieder Bauprobleme

Wie Dirk Erler, Fachbereichsleiter Ordnung und Bauverwaltung informierte, sei der Umbau des Gebäudes „auf der Zielgeraden.“ Zahlreiche Probleme waren während der Arbeiten zum Vorschein gekommen – unter anderem mit der Statik. Zuletzt machte Corona einen Strich durch die Rechnung. „Man kann nicht alles auf die Pandemie schieben, aber neben Ausfällen bei den Beschäftigten der Baufirmen wegen Erkrankungen hat es auch viele Lieferschwierigkeiten gegeben“, erklärt Erler.

Im Innenbereich seien die Arbeiten nun aber so gut wie abgeschlossen. „Rundherum gibt es aber noch viel zu tun. Da liegt es nun wieder am Wetter, dass derzeit nicht wirklich etwas vorwärtsgeht.“

Der ehemalige Konsum steht immer wieder in der Kritik der Anwohner. Er verfällt immer mehr. Die Reinsdorfer wünschen sich, dass der Schandfleck beseitigt wird.
Der ehemalige Konsum steht immer wieder in der Kritik der Anwohner. Er verfällt immer mehr. Die Reinsdorfer wünschen sich, dass der Schandfleck beseitigt wird. © Lars Halbauer

Ein Problem, das die Reinsdorfer immer wieder ansprechen, ist das marode Gebäude des ehemaligen Konsums. Dieser ist zu einem gefährlichen Abenteuer-Spielplatz geworden. „Eine Lösung dafür, die eigentlich nur der Abriss sein kann, ist aber derzeit nicht in Sicht“, so Michael Aniol.

Chance auf Preisgeld

Die beiden Erstplatzierten im Kreiswettbewerb können am Landesausscheid Sachsen teilnehmen. Als Prämien für die drei Sieger des Landeswettbewerbes stehen Preisgelder in Höhe von 10.000, 7.000 und 5.000 Euro zur Verfügung. Außerdem hat das Staatsministerium für Regionalentwicklung für pandemiebedingte Folgen für das dörfliche Gemeinschaftsleben drei zusätzliche Sonderpreise in Höhe von je 1.000 Euro ausgelobt.

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Überdies haben die ganz oben platzierten Gemeinden des Landeswettbewerbes die Chance, am Bundeswettbewerb teilzunehmen. Dieser startet dann aber erst im kommenden Jahr.