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Reinsdorf will Sachsens schönstes Dorf werden

Der Ort beteiligt sich am Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“. Die Idee hatte ein Feuerwehrmann.

Der Feuerwehrverein hat neben dem Feuerwehr- und Dorfgemeinschaftshaus einen Rastplatz geschaffen.
Der Feuerwehrverein hat neben dem Feuerwehr- und Dorfgemeinschaftshaus einen Rastplatz geschaffen. © Lars Halbauer

Waldheim. Eigentlich war Dennis Zimmermann auf der Suche nach einem Fördertopf für eine Fertigteilgarage für die Feuerwehr. Dabei stieß der Feuerwehrmann auf den Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ und war sofort begeistert: Das ist etwas für Reinsdorf.

Den Ortschaftsrat hatte er schnell überzeugt. Und Ortsvorsteher Michael Aniol überraschte die Stadträte während der jüngsten Sitzung mit der Nachricht, dass Reinsdorf bereits die erste Hürde des 11. Landeswettbewerbs genommen hat. Seit März wird der Ort von einer Oschatzer Marketingfirma begleitet, deren Finanzierung der Freistaat Sachsen übernimmt.

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Gemeinsam mit der Firma und den vier Reinsdorfer Vereinen gab es in zwei Dorf-Werkstätten die ersten Absprachen für die Bewerbung, die der Waldheimer Ortsteil bis spätestens zum 30. April 2021 einreichen muss. Der Wettbewerb wird vom Sächsischen Staatsministerium für Regionalentwicklung ausgelobt und vom Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie begleitet.

Dorfbild in traditioneller Struktur

In der Bewerbung soll das bisher Erreichte dargestellt werden, aber auch, was in Zukunft noch angepackt werden müsste. Und welche Vorzüge hat Reinsdorf? „Es hat ein gut erhaltenes Dorfbild in traditioneller Struktur. Es ist ein Waldhufendorf“, sagt Michael Aniol. Das heißt, die Bebauung des Dorfes befindet sich weitestgehend rechts und links entlang einer Straße.

In Reinsdorf sind viele Vierseitenhöfe erhalten und neue Eigenheime wurden nicht neben die ursprünglichen Wohnhäuser gesetzt. „Dafür werden meist Scheunen weggerissen, die nicht mehr genutzt werden“, so Aniol. Zudem arbeiten in den früheren Bauerngütern nach wie vor Handwerker verschiedener Branchen.

Positiv sieht der Ortsvorsteher auch die Neugestaltung des Parks. Der war verwildert und wurde von den Mitarbeitern des Bauhofes freigeschnitten, teilweise neu begrünt, der Weg gepflastert und Bänke aufgestellt. Die aktive Grünpflege und -gestaltung ist ein wichtiger Punkt im Wettbewerb.

Die Feuerwache wird zum Feuerwehr- und Dorfgemeinschaftshaus umgebaut.
Die Feuerwache wird zum Feuerwehr- und Dorfgemeinschaftshaus umgebaut. © Lars Halbauer

Wieder viele Kinder im Ort

Erreicht Reinsdorf die Endrunde, wird sich eine Kommission während einer Begehung selbst ein Bild vom Ort machen. „Wir hoffen, dass bis dahin auch das Dorfgemeinschaftshaus fertig ist“, meint Michael Aniol.

Das Feuerwehrgerätehaus wird seit zwei Jahren so umgebaut und saniert, dass es auch von der Dorfgemeinschaft genutzt werden kann. Im Außenbereich soll dabei ein Spielplatz entstehen, um den der Ort schon länger kämpft.

Inzwischen ist er nötiger denn je. Viele junge Leute, die in Reinsdorf aufgewachsen sind, sind geblieben und haben eine Familie gegründet. Manch eine junge Familie ist auch in den Ort gezogen. Deshalb gehören zu den 440 Einwohnern wieder viele Kinder.

Alter Konsum wird zur Gefahr

In dem Waldheimer Ortsteil gibt es aber auch zwei „Baustellen“, bei denen sich der Ort Unterstützung der Stadt erhofft. Zum einen ist das der ehemalige Konsum. An dem maroden Haus stehen Fenster und Türen offen.

Der frühere Konsum ist marode und müsste abgesperrt werden.
Der frühere Konsum ist marode und müsste abgesperrt werden. © Lars Halbauer

„Kinder können dort leicht hineingelangen. Das ist gefährlich. Das Gebäude müsste gesichert werden“, sagt Aniol. Zum anderen wünschen sich die Reinsdorfer nach wie vor die Sanierung des Weges nach Schweikershain. Der Feldweg könnte zu einem Rad- und Wanderweg ausgebaut werden.

Nach Zschaitz und Gersdorf bei Hartha ist Reinsdorf der dritte Ort im Altkreis Döbeln, der sich am Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ beteiligt. Die ersten beiden waren nicht unter den Siegern. Auch Michael Aniol meint: „Es wäre schon schön, unter die ersten sechs zu kommen.“

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