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Roßwein: Destille wird von oben abgetragen

Jetzt wird‘s ernst an der Querstraße. Ein Schandfleck verschwindet – und mit ihm auch ein Denkmal. Das war schon zur Gefahr geworden.

Jetzt sind Löcher im Dach der Destille in Roßwein gewollt. Der Abriss hat begonnen – zunächst wird der Dachstuhl freigelegt. Intakte Biberschwanzziegel werden weiter ver- wendet.
Jetzt sind Löcher im Dach der Destille in Roßwein gewollt. Der Abriss hat begonnen – zunächst wird der Dachstuhl freigelegt. Intakte Biberschwanzziegel werden weiter ver- wendet. © Dietmar Thomas

Roßwein. Von der ehemaligen Destille wird jetzt jeden Tag ein Stück weniger zu sehen sein. Die Mitarbeiter der vom Stadtrat beauftragten Rochlitzer Firma Umtech haben – wie angekündigt – am Montag mit den Abbrucharbeiten begonnen. Wer schon auf den großen Rums gewartet hat, der muss sich noch gedulden.

Zu sehen gibt es trotzdem schon etwas. Die Bauleute stehen auf einer Hebebühne und nehmen Dachziegel um Dachziegel ab. „Weil das Gebäude nicht betreten werden darf, geht es mit dem Rückbau von oben los“, begründet Matthias Lange, der stellvertretende Bauamtsleiter Roßweins.

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Er weiß so genau, wie es im Inneren aussieht, weil die Kommune vor einiger Zeit ein Gutachten in Auftrag gegeben hatte. Dafür begaben sich die Fachleute noch einmal in das Eckgebäude – und fotografierten dort heruntergebrochene Treppen sowie fehlende Fassadenstücke. Weil die Abbruchstellen schon wieder begrünt waren, sah es fast schon ein wenig romantisch aus. Nüchtern betrachtet, kann davon jedoch keine Rede sein.

Ein Teil des Hauses soll erhalten bleiben

Das damalige Gutachten hat bestätigt, dass die Gebäudesubstanz schon so weit beschädigt ist, dass ein Erhalt für die Kommune nicht wirtschaftlich ist. Erst als diese Aussage vorlag, konnte die Kommune mit dem Einverständnis des Denkmalschutzamtes rechnen. Von der Denkmalliste wird die ehemalige Destille am Rande der Roßweiner Altstadt nun ebenso verschwinden wie aus dem Stadtbild insgesamt – zumindest zum großen Teil.

Wenn möglich, sollen ein Teil der Außenmauer und das ehemalige Eingangsportal erhalten bleiben. Auch von den alten Biberschwanzdachziegeln werden nur die kaputten entsorgt. „Einige intakte lagern wir auf dem Bauhof zwischen. Die wollen wir dann zur Abdeckung der Mauerkronen für die Außenwände wiederverwenden“, kündigt Matthias Lange an.

Weiter erklärt er: „Die Außenwände der Destille sollen gemäß Auflage der Denkmalbehörde bis auf Erdgeschosshöhe erhalten oder je nach Zustand wieder hergestellt werden, um die Geschlossenheit des Quartiers optisch zu wahren.“

Für die Abrissarbeiten sind die Mittel- und die Querstraße in Roßwein gesperrt.
Für die Abrissarbeiten sind die Mittel- und die Querstraße in Roßwein gesperrt. © Dietmar Thomas
Das Innere zu betreten, war teilweise nur unter Lebensgefahr möglich.
Das Innere zu betreten, war teilweise nur unter Lebensgefahr möglich. © Stadtverwaltung Roßwein
Decken und Treppen sind schon eingestürzt.
Decken und Treppen sind schon eingestürzt. © Stadtverwaltung Roßwein

Voraussichtlich ab nächster Woche kommt er dann aber doch zum Einsatz: der Abrissbagger. „Auch mit dieser Technik wird das Gebäude Stück für Stück von oben nach unten zurückgebaut“, so der stellvertretende Bauamtsleiter.

Das Abbruchmaterial werde selbstverständlich nach Materialien getrennt und fachgerecht entsorgt. „Entkernt werden musste – abgesehen von zwei alten Öfen und einem Küchenherd im Gebäudeinneren – nichts mehr“, sagt Matthias Lange.

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