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Roßwein ehrt die Lebenswert-Macher

Die Stadt Roßwein hat jetzt weitere 14 Männer und Frauen ausgezeichnet. Sie engagieren sich über die Maßen in Vereinen oder retten Leben.

Mehr als ein Dutzend Frauen und Männer sind mit dem Ehrenamtspreis der Stadt Roßwein geehrt worden.
Mehr als ein Dutzend Frauen und Männer sind mit dem Ehrenamtspreis der Stadt Roßwein geehrt worden. © Dietmar Thomas

Roßwein. Vielerorts ist es selbstverständlich: das Ehrenamt. In Roßwein ist es das seit vielen Jahren nicht. Um diejenigen zu würdigen, die sich für ihre Nachbarn, die Jugendarbeit im Sportverein oder in einer Hilfsorganisation einsetzen, gibt es einen Ehrenamtstag. Dazu hatte Bürgermeister Veit Lindner (parteilos) für Freitag Vertreter aus nahezu allen Bereichen, in denen Ehrenamt unverzichtbar ist, ins Rathaus eingeladen.

Für sie gab es als Dankeschön diesmal nicht nur Musikstücke, sondern auch ein mehr als halbstündiges Kabarettprogramm. Das gestalteten Peter Treuner, Ralf Bärwolff und Christoph Schenker, die als Academixer sonst in Leipzig auf der Bühne stehen.

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Bürger schlagen Preisträger vor

Dass Lachen tatsächlich ein Gesundbrunnen ist, wie der Volksmund behauptet, darauf bauen der Rathauschef und viele der Roßweiner Stadträte. Denn sie wissen, dass es ohne Ehrenamtliche nicht geht, ohne deren Einsatz ein Stück Lebensqualität in der Stadt und in den Ortsteilen verloren ginge.

Und weil sich dort noch relativ viele Roßweiner einbringen, gibt es auch jedes Jahr Vorschläge für den Ehrenamtspreis. Diese kommen aus der Einwohnerschaft. Verbunden ist der Preis mit einer Art persönlicher Medaille sowie einem Eintrag in die Chronik der Stadt Roßwein.

Kategorie Ehrenamt

n der Kategorie „Ehrenamt“ ist Cindy Girbig geehrt worden. Die Roßweinerin engagiert sich seit mehr als zehn Jahren im Vorstand des Roßweiner SV, seit drei Jahren übt sie das Amt der Vizepräsidentin aus. Mitglied im Roßweiner SV ist sie aber schon seit 2004.

Ihre besondere Leidenschaft gehört dem Volleyball, weiß SV-Präsident Jürgen Krondorf. In dieser Abteilung kümmert sie sich mit ihren Mitstreitern zum Beispiel um die Pflege und den Erhalt des Beach-Volleyballplatzes im Roßweiner Freibad „Wolfstal“. Den Platz haben die Sportler erst im Frühjahr mit rund 40 Tonnen neuem Sand aufgefüllt, so Krondorf.

Viele Stunden ihrer Freizeit steckt Cindy Girbig ebenso in die Arbeit im Roßweiner Schützenverein. Dort agiert sie als Kassenprüferin ebenfalls im Vorstand.

Kategorie Leben im Dorf

Mit dem Ehrenamtspreis in der Kategorie „Leben im Dorf“ ist Edeltraud Hannß ausgezeichnet worden. Während einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme (ABM) wurde Edeltraud Hannß in der damaligen Gemeindeverwaltung Niederstriegis eingesetzt, um die Formalitäten rund um die Hochwasserschäden 2002 zu bearbeiten. Seitdem ist sie aus dem Gemeindeleben nicht mehr wegzudenken.

Einer, der das genau weiß, ist Heinz Martin, der zu dieser Zeit Bürgermeister der Gemeinde Niederstriegis war. „Auf die Traudel war und ist immer Verlass, sowohl im Beruf als auch im Ehrenamt“, sagt er. Ohne viel zu fragen und ohne lange zu überlegen, bringe sie sich immer und überall ein, wo ihre Hilfe gebraucht wird. „Ich freue mich sehr, dass sie den Ehrenamtspreis bekommen hat“, so Heinz Martin.

Derzeit ist Edeltraud Hannß ehrenamtlich als stellvertretende Ortsvorsteherin von Niederstriegis tätig. Ortsvorsteher Frank Trommer (Wählergemeinschaft Niederstriegis) hielt beim Ehrenamtsempfang die Laudatio auf die Littdorferin und fand lobende Worte für deren Engagement.

Kategorie Gute Seele

Der Preis in dieser Kategorie ging an Mandy Benedix aus Seifersdorf. Sie hat zum Beispiel die Heimatfreunde beim Fortschreiben der Chronik unterstützt.

Kategorie Meine Stadt

Die Auszeichnung in dieser Kategorie hat eine mehr als verdient: Gertraude Block. Die 91-Jährige ist für viele Roßweiner ein Unikum, eine Botschafterin der Stadt schlechthin. Sie ist in Heimatgeschichte bewandert und hilft jedem gern, Wissenlücken über die Stadt zu füllen.

Sie war und ist an allem, was in Roßwein passiert, interessiert, egal ob Kultur, Sport oder Kommunalpolitik. Auch die moderne Technik zu nutzen, bereitet ihr Freude. Mit ihrem Elan ist sie manchem jüngeren Vorbild.

Kategorie Meine Stadt

Roßwein liegt auch Enrico Korth am Herzen. Er hat mit Unterstützern dafür gesorgt, dass es an der Mulde einen jederzeit zugänglichen Punkt mit Informationsmaterial über Roßwein, die Vereine hier und die Stadt gibt. Dafür wurde eine Telefonzelle umgerüstet.

Seit längerem ist Korth bei den Dampfmaschinenfreunden aktiv. Im in diesem Jahr gegründeten Dampfmaschinenverein hat er den Vorsitz übernommen. Und auch als es darum ging, einen Ansprechpartner für die Arbeitsgruppe der „Stadtverschönerer“ zu haben, konnte Korth nicht nein sagen. Seitdem gibt es unter seiner Regie mindestens ein Mal im Monat Arbeitseinsätze für ein schöneres Roßwein.

Kategorie Starke Helfer

Ein solcher Helfer ist Hermann Richter zweifellos, und zwar für die Feuerwehrleute aus Haßlau und die Einwohner dieses Ortsteiles. Der 68-Jährige gehört seit knapp fünf Jahrzehnten der Freiwilligen Feuerwehr an, hat gemeinsam mit Siegfried Müller die Ortswehr Haßlau mit aufgebaut. 20 Jahre lang war er als Wehrleiter tätig, bis heute trägt er als Stellvertreter Verantwortung.

Die hat er auch für die Dorfgemeinschaft gezeigt, indem er unterstützte, dass für die Einwohner und die Feuerwehrleute ein gemeinsames Domizil auf- und ausgebaut wird. In dessen Umfeld ist Richter häufig mit dem Rasenmäher anzutreffen oder erledigt dort mit dem Feuerwehrmann Uwe Humitzsch zusammen Kleinreparaturen oder wartet die Fahrzeuge.

„Er macht es aus Überzeugung, damit es bei der Feuerwehr weitergeht und es ringsum ordentlich aussieht“, weiß seine Frau Elisabeth. Bei ihr bedankte sich der Bürgermeister stellvertretend für alle Partner von Ehrenamtlichen. Denn ohne deren Unterstützung und Verständnis liefe mancher Einsatz weniger gut oder gar nicht.

Kategorie Soziales Engagement

Hier hat die Kommune nicht erst einmal Blutspender geehrt, und zwar solche, die nicht über ein oder zwei Jahre hinweg regelmäßig zum Aderlass gehen. Auch diesmal waren unter den Ausgezeichneten Männer und Frauen, die sich schon seit 25 und mehr Jahren anzapfen lassen, damit Schwerkranken und Unfallopfern geholfen werden kann.

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Diesmal waren die Preisträger in dieser Kategorie: Ute Nebel, Eva-Maria Kretschmer, Kerstin Rüdiger, Gerd Baumert, Joachim Preuß, Udo Gräfe, Ronald Hacker sowie Jens Pigorsch, der seit vergangenem Sommer auch als Wanderwegewart in Roßwein tätig ist – ehrenamtlich, versteht sich.

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