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Roßwein und Hartha haben kein Personal übrig

Die mittelsächsische FDP glaubt, dass Kommunen durch Corona Kapazität haben. Ein Irrtum?

Im Roßweiner Rathaus gibt es coronabedingt nicht weniger zu tun. Bürgermeister Veit Lindner (parteilos) wird also keinen seiner Mitarbeiter ins Landratsamt schicken, wie es sich die mittelsächsische FDP vorstellt.
Im Roßweiner Rathaus gibt es coronabedingt nicht weniger zu tun. Bürgermeister Veit Lindner (parteilos) wird also keinen seiner Mitarbeiter ins Landratsamt schicken, wie es sich die mittelsächsische FDP vorstellt. © André Braun

Von Dagmar Doms-Berger

Region Döbeln. Aktuell unterbeschäftigtes öffentliches Personal soll das Gesundheitsamt des Landkreises unterstützen. Dies fordert die FDP Mittelsachsen von den Städten und Gemeinden.

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Qualität und Ehrlichkeit zahlen sich aus
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In der Pressemitteilung heißt es: „Die Gesundheitsämter sind vielerorts mit ihrer Arbeit längst an der Kapazitätsgrenze angekommen. Kein Wunder, denn für die intensive Kontaktverfolgung wie bei dieser Pandemie sind sie personell nicht ausreichend aufgestellt. Auf der anderen Seite kann ein Teil der Mitarbeiter von geschlossenen kommunalen Kultur- und Freizeiteinrichtungen mindestens bis Ende November keiner Beschäftigung mehr am bisherigen Arbeitsort nachgehen.

“Die FDP schlägt daher vor, dass diese Mitarbeiter das Team im Gesundheitsamt etwa bei der Kontaktverfolgung sowie anderen Tätigkeiten unterstützen könnten, um die Fachexperten zu entlasten. 

Wer Kapazität hat, erledigt Liegengebliebenes

Die Meinungen aus den Städten zu dieser Forderung sind unterschiedlich. Während Döbeln den Vorschlag überlegenswert findet, sehen sich Kommunen wie Hartha und Roßwein nicht in der Lage, Personal abzustellen.

 Wenn durch Corona einige Arbeitsabläufe wegfielen, bedeutete das nicht automatisch einen „Überhang“, sagt der Roßweiner Bürgermeister Veit Lindner (parteilos). Der betreffende Personenkreis übernehme dann Tätigkeiten von langzeiterkrankten Mitarbeitern. 

Lindner stellt klar: Tatsache sei vielmehr, dass die Kommunen kaum noch auskämen mit dem Personal, weil zu viele Aufgaben auf die Kommunen abgewälzt worden seien. Es bestehe daher überhaupt keine Möglichkeit für freie Spitzen.

Noch keine "weiße Fahne" überm Landratsamt

Ähnlich sieht dies auch das Harthaer Stadtoberhaupt. Eine kommunale Verwaltung in der Größe wie sie Hartha hat, habe gar keine Möglichkeiten, Mitarbeiter abzustellen. „Das ist nicht machbar für uns“, sagt Ronald Kunze (parteilos). Roßweins Bürgermeister ergänzt: „Zudem springen wir nicht, wenn es gerade mal einer Partei einfällt. Solch eine Anforderung obliegt immer noch dem Landkreis und da ist bisher keine ‚weiße Fahne‘ gehisst worden.“

Aus der Sicht der Stadt Döbeln handelt das Landratsamt Mittelsachsen richtig, indem es zuerst intern schaut, wie das Gesundheitsamt unterstützt werden kann. Danach werden nachgeordnete Einrichtungen und Unternehmen des Landkreises betrachtet, und es wird die Unterstützung des Freistaates und des Bundes genutzt. „Sollten all diese Möglichkeiten ausgeschöpft sein, so sieht sich die Stadt Döbeln bereit, ihren Beitrag zu leisten“, teilt Pressesprecher Thomas Mettcher mit. 

Die Städte Leisnig und Waldheim haben sich auf Anfrage von Sächsische.de nicht zu dieser Forderung geäußert. 

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