merken
PLUS Döbeln

Roßwein sucht Bauträger

Wer in der Stadt nach Bauflächen sucht, kann keine große Auswahl erwarten. Im Moment sind Eigenheimstandorte Mangelware. Wie lange noch?

Das größte Entwicklungspotenzial in Sachen Eigenheime hat die Stadt Roßwein im Moment an der Freiberg am Neckar Straße. Dort gibt es Bauplätze auf kommunalem, aber auch auf privatem Land.
Das größte Entwicklungspotenzial in Sachen Eigenheime hat die Stadt Roßwein im Moment an der Freiberg am Neckar Straße. Dort gibt es Bauplätze auf kommunalem, aber auch auf privatem Land. © Dietmar Thomas

Roßwein. Dass sich Zuzügler nicht für Roßwein interessieren, dass kann Bürgermeister Veit Lindner (parteilos) wahrlich nicht behaupten. In den zurückliegenden Jahren sind einige Familien aus umliegenden Großstädten aufs Land gezogen – nach Roßwein. In einigen der Ortsteile sind neue Häuser entstanden, einige auch in Roßwein selbst. Doch die Flächen in der Stadt sind begrenzt, zumindest diejenigen, über die die Kommune verfügen kann.

sz-Reisen
Mit SZ-Reisen die Welt entdecken
Mit SZ-Reisen die Welt entdecken

Bei SZ-Reisen findet jeder seine Traumreise. Egal ob Kreuzfahrt, Busreise, Flugreise oder Aktivurlaub - hier bekommen Sie für jedes Reiseangebot kompetente Beratung, besten Service und können direkt buchen.

Einen Eigenheimstandort hatte die Stadt Roßwein in eigener Regie entwickelt: Am Steinhübel. Dort ist mittlerweile auch das letzte Grundstück verkauft. Wegen der Randlage war schon einmal überlegt worden, die Fläche als Parkplatz anzulegen, weil es auch in den Grundstücken mit Parkplätzen knapp wird. Doch auch für die Lage am Rande der Siedlung hat sich ein Interessent gefunden, sodass Bauwilligen dort nichts mehr angeboten werden kann.

Doch was sagt der Rathauschef, wenn ihn junge Roßweiner Familien oder potenzielle Zuzügler nach Standorten für ein Eigenheim fragen? „Zwei Grundstücke – insgesamt 1.200 Quadratmeter – gibt es noch am Hohen Rain“, so Lindner. Ihm sei sehr wohl bewusst, dass das für eine künftige Entwicklung nicht genügt.

Viel Platz für weitere Eigenheime in Roßwein

Daher will die Kommune sich nach den Worten des Bürgermeisters bemühen, einen Bauträger für die noch kommunalen Flächen an der Freiberg am Neckar Straße zu finden.

Der Vorteil einer Übernahme durch einen Bauträger ist, dass die Stadt für die Erschließung nicht in Vorkasse gehen muss und die Aufwendungen dafür erst über die Folgejahre zurückbekommt, wenn ein Grundstück verkauft wird. Überdies kümmert sich dann auch der Bauträger um Formalitäten wie Gespräche mit den Bauwilligen und anderes mehr.

„Wir werden potenzielle Bauträger anschreiben und mit ihren sprechen“, kündigt Lindner an. Er hofft, dass es im Laufe dieses Jahres einen Wechsel und damit einen Schub an dieser Stelle geben kann. Das zu bebauende Land befindet sich unweit der Straße in Richtung Etzdorf. Dort verfügt die Kommune über ein 18.000 Quadratmeter großes Areal, worauf Platz für 30 bis 40 Eigenheime ist, je nach Bedarf der einzelnen Interessenten.

Auswahl an Bauplätzen wäre schön

Weitaus mehr Eigenheime könnten auf derzeit privaten Flächen entstehen. Über rund 75.000 Quadratmeter kann ein privater Eigentümer in diesem Bereich verfügen. Für die Gesamtfläche gibt es einen Bebauungsplan. Der stammt aus dem Jahr 1995. Sollte der Schritt für Schritt realisiert werden, dann geht der Bürgermeister davon aus, dass noch weitere Straßen nötig sind und entstehen müssen.

Wenn die Kommune „diese Baustelle“ abgeschlossen, also einen Bauträger gefunden hat, könnte durchaus über weitere Flächen für eine Ausweisung als Eigenheimstandort nachgedacht und mit Grundstücksbesitzern verhandelt werden, stellt Veit Lindner in Aussicht. Dadurch könnten Häuslebauer wählen. Dafür mangele es im Moment sowohl an geeigneten Flächen, auf die ein Zugriff möglich ist, als auch am Interesse von Bauträgern.

Der Birkenhof in Haßlau ist bereits weggerissen worden. Der neue Eigentümer des Grundstückes hat vor, dort vier Eigenheime errichten zu lassen. Erste Formalitäten dafür sind bereits erledigt.
Der Birkenhof in Haßlau ist bereits weggerissen worden. Der neue Eigentümer des Grundstückes hat vor, dort vier Eigenheime errichten zu lassen. Erste Formalitäten dafür sind bereits erledigt. © Dietmar Thomas

Wer sich vorstellen könnte, sein Eigenheim auch in einem der Ortsteile von Roßwein zu errichten, der kann Lindner zufolge durchaus fündig werden. So gibt es zum Beispiel in Gleisberg im Moment noch ein Einzelgrundstück unterhalb des Kindergartens.

Weitere könnten sich perspektivisch anschließen, wenn der marode Gasthof einmal beräumt ist. Das kann in ein oder zwei Jahren, aber auch erst in zehn Jahren der Fall sein. Die Einheimischen warten schon lange darauf, dass an dieser Stelle im Zentrum etwas passiert, der Schandfleck verschwindet.

Diese erste Hürde ist im Ortsteil Haßlau auf dem Grundstück Birkenhof schon genommen. Der baufällige Vierseithof ist, nachdem sich ein neuer Besitzer für das Grundstück gefunden hatte, abgerissen worden. Inzwischen hat der Eigentümer seine Vorstellung für eine Neugestaltung bei der Baubehörde eingereicht.

Diese Pläne haben auch den Roßweiner Stadträten vorgelegen. Demnach könnten anstelle des Birkenhofes vier Eigenheime entstehen. Die Gebäude sollen so angeordnet, dass ein Hofeindruck entsteht. Die Stadträte können damit gut leben.

Mehr lokale Nachrichten aus Döbeln und Mittelsachsen lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Döbeln