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Roßweiner Grundschule noch zwei Jahre eine Baustelle

Bis zum Sommer 2022 dreht sich in dem Gebäude am Weinberg erstmal kein Rad. Manche Eltern sind jetzt schon ungeduldig.

Schulhausmeister Steffen Schwitzky freut sich, dass die neue Heizung bereits in der Grundschule in Roßwein installiert ist, neue Heizkörper auch im Treppenhaus angebracht sind. Doch jetzt geht es zunächst einmal nicht weiter.
Schulhausmeister Steffen Schwitzky freut sich, dass die neue Heizung bereits in der Grundschule in Roßwein installiert ist, neue Heizkörper auch im Treppenhaus angebracht sind. Doch jetzt geht es zunächst einmal nicht weiter. © Dietmar Thomas

Roßwein. Die Sanierung der Grundschule „Am Weinberg“ mit dem neuen Berliner Flughafen zu vergleichen – was die Bauzeit betrifft –, ist schon ein wenig übertrieben. Doch Stadtrat Thomas Winter (SPD) holte trotzdem dazu aus.

Winter ist Leiter der Roßweiner Oberschule und bekomme von Eltern inzwischen immer häufiger die Frage gestellt, wann der Umbau der Grundschule endlich abgeschlossen ist.

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„Als Stadtrat möchte ich darauf eine fundierte Antwort geben können“, begründete er seine Anfrage in der zurückliegenden Ratssitzung: „Oder läuft es dort etwa auf flughafenähnliche Verhältnisse hinaus?“

EU-weite Ausschreibung ist schwer zu bewerkstelligen

Davon geht Bauamtsleiter Dirk Mehler im Moment nicht aus. Trotzdem gab er zu, dass es Probleme gegeben hat, die zu zeitlichen Verzögerungen geführt haben. Weitergehen könnte es jetzt mit dem dritten Bauabschnitt. Weil die Planungsleistungen dafür aber die festgesetzte Obergrenze von 214.000 Euro überschreiten, ist die Planung europaweit auszuschreiben.

Der Knackpunkt: „Es gibt kaum jemanden auf dem Markt, der Unterlagen wie Leistungsverzeichnisse und anderes mehr für derartige Planungsausschreibungen erstellt.“ Daher habe die Kommune eine Zeit lang vergebens gesucht und sich dann entschlossen, diese Aufgabe selbst zu erledigen.

„Auch, um nicht noch mehr Zeit zu verlieren“, erklärte Mehler. Aber selbst das sei schwierig gewesen: „Wir haben niemanden im Bauamt, den wir dafür abstellen und der an dieser Sache dranbleiben konnte“, erklärte der Amtsleiter.

Nach seinen Worten ist die Vorbereitung der EU-weiten Ausschreibung aber inzwischen abgeschlossen. Mehler geht davon aus, dass die Räte den Auftrag in der November-Sitzung vergeben können und die Planungen selbst dann relativ rasch vorliegen können. Damit das klappt, hofft die Bauverwaltung auf die Beteiligung von Planungsbüros, die schon am Schulsanierungsprojekt mitgearbeitet haben.

In den nächsten Wochen und Monaten müssen die Bauarbeiten in der Grundschule in Roßwein ruhen. Die europaweite Ausschreibung der Planung des letzten Bauabschnittes hat sich verzögert. Die Bauarbeiten selbst müssen nicht in der gesamten EU ausgeschrieben w
In den nächsten Wochen und Monaten müssen die Bauarbeiten in der Grundschule in Roßwein ruhen. Die europaweite Ausschreibung der Planung des letzten Bauabschnittes hat sich verzögert. Die Bauarbeiten selbst müssen nicht in der gesamten EU ausgeschrieben w © André Braun

Vergeben haben die Stadträte jetzt schon einen Auftrag, und zwar für die fachliche Betreuung des EU-Ausschreibungsprozederes. Das wiederum will die Kommune den Fachleuten der Kommunalentwicklung Mitteldeutschland (KEM) GmbH überlassen, damit dabei keine Formfehler passieren.

Die könnten schlimmstenfalls die Aufhebung des Verfahrens und eine neue Ausschreibung nach sich ziehen. Und das würde wieder einen Verzug über Monate bedeuten. Schon jetzt hänge die Sanierung ungefähr drei Monate hinter dem Zeitplan hinterher. Diese Dienstleistung der KEM kostet die Kommune rund 19.000 Euro, wobei die Kosten förderfähig sind, so Dirk Mehler.

Doch was bedeutet das alles für den Schulbetrieb, hakte Thomas Winter noch einmal nach? Dass die Grundschule auf jeden Fall noch dieses und auch nächstes Schuljahr in den Übergangsräumen im Mitteldeutschen Fachzentrum Metall (MFM) sowie den benachbarten Räumen der Kommune an der Döbelner Straße unterrichtet werden.

Dorthin sind sie in den Februar-Ferien 2020 zum zweiten Mal und für den zweiten Bauabschnitt umgezogen. Das erste Mal waren sie „ausgelagert“, als im Schulhaus die gesamte Elektrik erneuert worden ist. Im Februar vergangenen Jahres hat dann die Erneuerung von Heizungsanlage, Heizsträngen und -körper begonnen. Die Dachentwässerung wurde – unter dem Gebäude entlang – ausgetauscht und auch die Abwasserleitung erneuert.

Zweiter Bauabschnitt seit März fertig

Seit März ist dies alles abgeschlossen – und die Bauarbeiten in der Schule ruhen. Wahrscheinlich bis nächsten Sommer, schätzt Amtsleiter Dirk Mehler. Er rechnet damit, dass der dritte Bauabschnitt frühestens Mitte 2022 begonnen werden kann. „Bauzeit wird zwischen zwölf und 13 Monaten sein“, so Mehler.

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Nachdem er in diesem Sommer optimistisch gewesen ist, dass die Schüler zum Jahreswechsel 2022/23 zurückziehen können, wird damit wahrscheinlich nichts vor Herbst 2023. „Die vielen Ausschreibungsformalitäten haben wir uns als Verwaltung nicht ausgedacht“, sagte der Amtsleiter.

Nochmal drei Millionen zum Abschluss - vorläufig

Der Abschluss der Sanierung von Grundschule und Hort wird noch einmal reichlich drei Millionen Euro kosten, wofür die Stadt Roßwein einen Kredit aufnehmen muss. Im letzten Bauabschnitt geht es um die Neuverlegung von Böden, den Einbau von Türen und Garderoben sowie das Umsetzen des Schallschutzkonzeptes. Zimmer und Flure müssen gemalert werden. Und über einen noch zu installierenden Aufzug sollen alle Etagen künftig barrierefrei zu erreichen sein.

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Die Neugestaltung des Schulhofes komplettiert schließlich das Gesamtpaket. Unter anderem wird es danach eine Hol- und Bringezone für Eltern-Taxis geben.

Folgen muss irgendwann noch der Bau einer neuen Schulturnhalle. Die alte ist mittlerweile auch schon fast 50 Jahre und entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen. Entstehen wird die Halle wahrscheinlich auf dem Schulgelände rechts, dort, wo jetzt noch der alte Speiseraum steht, der lange auch für Veranstaltungen genutzt worden ist.

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