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Roßweins Kamelie wartet auf Besucher

Das Gewächshaus bleibt zum geplanten Saisonstart geschlossen – coronabedingt. Aber auch die Natur spielt nicht richtig mit.

Als Repräsentantin der Stadt hat Schulfestkönigin Saskia Grolp auch die Kamelien im Wolfstal schon besucht.
Als Repräsentantin der Stadt hat Schulfestkönigin Saskia Grolp auch die Kamelien im Wolfstal schon besucht. © Archiv: Dietmar Thomas

Roßwein. Wer die Roßweiner Heimatfreunde kennt, kann sich schlecht vorstellen, dass sie einmal die Hände in den Schoß legen. Doch durch Corona sind sie überwiegend zum Nichtstun verdammt.

Normal würden sie Ende Januar zu Hochform auflaufen und das Kamelienhaus im Wolfstal auf die neue Saison vorbereiten. Doch wann die starten kann, ist ungewiss.„Sobald wir loslegen dürfen, tun wir das“, verspricht Martina Thiele, die Vorsitzende des Roßweiner Heimatvereins.

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Sie hatte voller Vorfreude Jahreskalender im Scheckkartenformat drucken lassen und darauf die Kameliensaison 2021 vom 23. Januar bis Ende März vermerken lassen. Nun stehen dem Start die Einschränkungen durch die Pandemie entgegen.

War es im Roßweiner Kamelienhaus zu dunkel?

Schon die Saison 2020 hatte durch das Virus abrupt enden müssen. „Vier Wochen früher“, sagt Martina Thiele. Dadurch hatten nur etwas mehr als 2.000 Gäste Gelegenheit, die Roßweiner Pflanzenraritäten zu bestaunen.

So ganz geben die Heimatfreunde die Hoffnung auf Kamelienschautage auch im Winter 2021 aber nicht auf. Vereinsmitglied Ingolf Kirschstein war zuletzt im Gewächshaus. „Er hat erzählt, dass noch gar nicht viele Blüten zu sehen sind. Möglicherweise stehen die Pflanzen zeitlich gesehen ja etwas später in der Blüte.

Dadurch könnte sich die Besuchersaison etwas verlängern“, spekuliert Martina Thiele darauf, das Gewächshaus im Verlauf des Winters oder zeitigen Frühlings doch noch öffnen zu können.

Eventuell gibt es einen Fernsehdreh im Wolfstal, sodass sich zumindest einige Fans die spätere Blütenpracht einmal vom heimischen Fernsehsessel aus anschauen könnten. Dass sich die Kamelien in diesem Jahr bislang wenig blühfreudig zeigen, das könnte mit dem Schnee zusammenhängen, der in den vergangenen Tagen auf dem Gewächshausdach lag. „Dadurch war es wahrscheinlich zu dunkel“, vermuten die Heimatfreunde

Nach dem Fest ist vor dem Fest

.Für sie beginnt das neue Vereinsjahr, wie das alte aufgehört hat: mit Einschränkungen. „Wir können so gut wie nichts tun“, so die Vorsitzende. Der Kontakt der Mitglieder ist auf Anrufe und Ähnliches beschränkt, Treffen darf es genauso wenig geben wie die Einladung zu Stadtführungen oder einem Museumsbesuch.

Im Heimatmuseum am Markt ist derzeit noch alles auf Weihnachten ausgerichtet. Denn für den Weihnachtsmarkt war auch eine Ausstellung rund um Weihnachtstraditionen vorbereitet. „Die lassen wir erst einmal aufgebaut“, sagt Martina Thiele.

Immerhin sei nach dem Fest wieder vor dem Fest, und anderswo in Deutschland werde Weihnachten auch das gesamte Jahr über zelebriert. „Wir machen das Beste aus der Situation, und zwar mit Humor“, so die Chefin des Heimatvereins.

Wie einige andere Roßweiner fiebert sie der Chronik entgegen, an der Vereinsmitglied Matthias Wolf arbeitet. Der Blick zurück sollte eigentlich 2020 anlässlich der Ersterwähnung Roßweins vor 800 Jahren vorliegen. Doch der Pandemie wegen ist diese Rechnung nicht aufgegangen. Denn selbst für Recherchezwecke durfte Wolf im Frühjahr nicht in Archive. So hat sich die Fertigstellung verzögert.

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