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Rückblick: Eine Brandstiftung mit Folgen

Eine Feuer im Keller eines Senioren-Wohnhauses in Döbeln führte zu einer großen Rettungsaktion. Den Täter hat die Polizei bis heute nicht.

Mit Fluchthauben vor dem Rauch geschützt, wurden die Senioren von der Feuerwehr in Sicherheit gebracht.
Mit Fluchthauben vor dem Rauch geschützt, wurden die Senioren von der Feuerwehr in Sicherheit gebracht. © Dietmar Thomas

Döbeln. Es war wohl die größte Rettungsaktion der Döbelner Feuerwehr überhaupt. Am 10. September vergangenen Jahres brannte es im Keller des Hauses Doblinaweg 4. Die Bewohner, fast alles ältere Leute, waren in ihren Wohnungen gefangen. Noch bevor sie sich überhaupt mit den Löscharbeiten befasste, holte die Feuerwehr die Bewohner aus ihren Wohnungen.

Sie wurden mit Fluchthauben durch das verqualmte Treppenhaus nach draußen geführt und mit der Drehleiter von den Balkonen in Sicherheit gebracht. Die Feuerwehr Roßwein unterstützte mit ihrer Drehleiter die Evakuierung.

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Bewohner mit gesundheitlichen Problemen

Die gestaltete sich schwierig. Manche der Bewohner hatten ernsthafte gesundheitliche Probleme. Ein beinamputierter Mann saß im Rollstuhl. Die älteste Bewohnerin war 96 Jahre alt. Laut Polizei holte die Feuerwehr 23 Personen aus dem Haus. Drei wurden mit dem Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht, eine Person wurde ambulant behandelt.

Im Keller des Wohnhauses hatte das Feuer gewütet und die Infrastruktur zerstört. Es war an zwei Stellen gelegt worden.
Im Keller des Wohnhauses hatte das Feuer gewütet und die Infrastruktur zerstört. Es war an zwei Stellen gelegt worden. © Dietmar Thomas

Neben den Feuerwehren Döbeln, Roßwein, Ebersbach, Lüttewitz, Beicha, Ostrau und Gleisberg kamen auch Kräfte von Rotem Kreuz und Johannitern zum Einsatz. Ein Organisatorischer Leiter des DRK koordinierte die Betreuung der Bewohner. Das Rote Kreuz war mit dem regulären Rettungsdienst und den Schnelleinsatzgruppen Döbeln und Hainichen im Einsatz. Die Johanniter Leisnig mit dem Betreuungszug. Dieser richtete einen Sportraum in der nahen neuen Sporthalle Döbeln Nord mit Liegen her.

Feuer an zwei Stellen im Keller gelegt

Schnell war klar: Das Feuer musste gelegt worden sein. Auf beiden Seiten des Kellers hatte es zur gleichen Zeit gebrannt. Die Polizei startete einen Zeugenaufruf, um Hinweise zum Täter zu bekommen. Bisher ergebnislos. Es gibt aktuell keinen Tatverdächtigen. Die Polizei ermittelt.

Am härtesten traf es die Bewohner der etwa 40 Wohnungen. Diese konnten nicht zurück. Das Feuer hatte im Keller die Infrastruktur zerstört. Wasser- und Abwasserleitungen, Stromkabel. Auch die Steuerung des Aufzugs war in Mitleidenschaft gezogen. Die Bewohner kamen bei Verwandten unter, andere wurden in Gästewohnungen und Hotels untergebracht.

Sanierung begann einen Tag später

Schon einen Tag nach dem Feuer begann eine Spezialfirma, die Keller auszuräumen. Die verkohlten und verrußten Kellerboxen und auch die meisten Habseligkeiten der Bewohner landeten auf dem Müll. Zeitnah begannen auch die Sanierungsarbeiten. Wasser und Abwasserleitungen waren am schnellsten wieder hergestellt. Die Elektrik dauerte länger. Etwa drei Wochen nach dem Brand konnten die ersten Bewohner wieder in ihren Wohnungen zurück. Da funktionierte allerdings der Aufzug noch nicht.

Die TAG Wohnen als Eigentümer des Hauses hatte nicht lange vor dem Feuer erst die Sanierung des gesamten Hauses abgeschlossen. Durch die rauchdichten Türen an den Fluren konnten die Schäden auf den Keller und das Treppenhaus begrenzt werden. Trotzdem summieren sie sich auf rund 350.000 Euro, wie Dirk Förster-Wehle, Leiter Immobilienmanagement der TAG Wohnen, sagte.

Ganz abgeschlossen ist die Sanierung aufgrund der begrenzten Handwerkerkapazitäten immer noch nicht. Voraussichtlich im Januar wird die TAG mit ihrer eigenen Handwerkerfirma mit der Erneuerung der Wärmeisolierung der Kellerdecke und dem Einbau neue Kellerboxen beginnen.

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