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Sachsens Polizei schießt bald in Ossig

Im Sonnenhof ist Deutschlands modernste Schießanlage entstanden. Die können nicht nur die Beamten nutzen.

Im Schießleiterbüro demonstriert Markus Weinert, Chef des Sonnenhofes Ossig, die technischen Möglichkeiten des neuen Schießkinos.
Im Schießleiterbüro demonstriert Markus Weinert, Chef des Sonnenhofes Ossig, die technischen Möglichkeiten des neuen Schießkinos. © Christian Essler

Roßwein. Rund 18 Jahre war die Schießanlage im Sonnenhof Ossig ungenutzt. In den vergangenen sechs Monaten wurde sie umfassend saniert. Am 2. November wird sie als Schießkino wiedereröffnet.

Das Wort „Kino“ beschreibt eine der gravierendsten Veränderungen in der Anlage. Wie früher können die Schützen dort auf Scheiben schießen, aber zum Beispiel auch auf „lebende“ Tiere. Durch ein paar Klicks auf dem Computer verschwinden die Scheiben und an ihrer Stelle erscheinen Rehe oder Wildschweine, die durch den Wald laufen.

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Schießen für Behörden und Jedermann

Ganz unterschiedliche Szenarien sind möglich. Auch solche mit denen Polizisten auf eine imaginäre Verbrecherjagd gehen. „Ab kommender Woche wird die Landespolizei täglich etwa sieben Stunden lang auf der Anlage üben“, erklärt Sonnenhof-Chef Markus Weinert. Mit der Landespolizei habe der Sonnenhof einen Vier-Jahres-Vertrag abgeschlossen, davon zwei Jahre optional. 

Auch Mitarbeiter von Sicherheitsfirmen, Jäger und Sportschützen können im Schießkino trainieren. Außerdem ist ein sogenanntes Funschießen für Jedermann möglich, für das kein Waffenschein nötig ist. Für die Standaufsicht habe Weinert vier Schießleiter eingestellt, die eine entsprechende Ausbildung haben.

In den Umbau der Schießanlage hat Weinert einen sechsstelligen Betrag investiert. Die Räume seien komplett entkernt worden und nur noch die Stahlbetonwände stehen geblieben. Entstanden ist eine 50-Meter-Anlage mit 7.000 Joule Geschossenergie und vier Schützenpositionen.

Unter dem Landhotel ist eine hochmoderne, 50 Meter lange Schießanlage entstanden. Im Vordergrund die Hülsen, die von einem Probeschießen mit einem Sturmgewehr übrig geblieben sind.
Unter dem Landhotel ist eine hochmoderne, 50 Meter lange Schießanlage entstanden. Im Vordergrund die Hülsen, die von einem Probeschießen mit einem Sturmgewehr übrig geblieben sind. © Christian Essler

Auch Waffen- und Munitionshandel

„Es war ein langer Weg“, meint Weinert. Den Aufbau der Anlage habe jede Woche ein Sachverständiger begleitet. Inzwischen seien alle Brandschutz- und Sicherheitsauflagen erfüllt und die Genehmigung der Waffenbehörde des Landkreises Mittelsachsen vorhanden. Somit könne die modernste Schießanlage Deutschlands in Betrieb gehen.

Ein paar Einschusslöcher vom Probeschießen der Polizei sind bereits zu sehen. Sie lassen sich aber schnell wieder entfernen. Denn die Szenarien, auf die die Schützen zielen, werden auf eine breite Papierbahn projiziert, die sich auf einer großen Rolle befindet.

Neben der Anlage betreibt Markus Weinert im Sonnenhof jetzt auch offiziell einen Waffenhandel. Noch sind die Regale im Wertschutzraum des Waffenshops leer. Künftig sollen dort aber Waffen aller Art, von der Armbrust über die Pistole bis zur Langwaffe samt Munition angeboten werden.

Tag der offenen Tür

Interessierte, die sich selbst ein Bild von der neu entstandenen Anlage, deren Möglichkeiten, der Technik, die sich dahinter verbirgt und den dazugehörigen Räumlichkeiten machen möchten, haben dazu am Wochenende beim Tag der offenen Tür die Gelegenheit.

Geplant sind Führungen in kleinen Gruppen unter Beachtung der dann gültigen Hygienevorschriften. Eine Anmeldung ist nicht nötig. Da es zu Wartezeiten kommen könnte, werde im Außenbereich ein größeres Sicherheitsareal geschaffen, auf dem die Abstände eingehalten werden können. Auch die Daten der Besucher werden erfasst.

Tag der offenen Tür im Schießkino des Sonnenhofes Ossig: 31. Oktober und 1. November jeweils 10 bis 18 Uhr

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