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„Schließung der Kinderklinik ist Nackenschlag für die Döbelner“

Die Menschen aus der Region sind über die Entscheidung entsetzt. Eine Linken-Politikerin fordert das Sozialministerium zum Handeln auf.

Von Cathrin Reichelt
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Die Menschen in der Region Döbeln sind über die Schließung der Kinderklinik der Helios Klinik entsetzt.
Die Menschen in der Region Döbeln sind über die Schließung der Kinderklinik der Helios Klinik entsetzt. © Lars Halbauer

Leisnig/Döbeln. Unfassbar, furchtbar, traurig, schlimm – das sind noch milde Reaktionen auf die Ankündigung, dass die Kinderklinik der Helios Klinik Leisnig geschlossen werden soll.

Andere Nutzer des sozialen Netzwerks Facebook sagen es drastischer. „Es ist skandalös für Kinder, Eltern, das Personal und alle Praxispartner, die über die Jahre mit der Kinderstation zusammengearbeitet haben. Die Regionalpolitik gibt sich machtlos und versteckt sich hinter der Klinikgröße Helios“, schreibt eine Nutzerin.

Andere bemängeln, dass privatisierte Kliniken nur noch profitorientiert seien und der Mensch nicht mehr zähle. Die Entscheidung sei ein Armutszeugnis für die Politik. Mit solchen Maßnahmen würden junge Menschen aus der Region vertrieben.

Auch Marika Tändler-Walenta, Mitglied des Sächischen Landtages und Kreisvorsitzende der Linken Mittelsachsen, ist entsetzt darüber, dass Helios nach der Geburtshilfe und der Gynäkologie nun die Kinderheilklinik schließt.

„Die Schließung Ende des Jahres ist ein weiterer Nackenschlag für die Menschen in der Region Döbeln“, sagt Marika Tändler-Walenta. Die nicht vorhandene Versorgung in puncto Kinder- und Frauenheilkunde sowie die herausfordernden Umstände für eine Geburt im Krankenhaus für die Menschen aus der Region, zeigten das jahrzehntelange Versagen des Sozialministeriums.

Fehler müssen korrigiert werden

„Schon im März habe ich gemeinsam mit der Leisniger Stadtratsfraktion meiner Partei vor dem Helios Klinikum gegen den Personalmangel in Krankenhäusern demonstriert und eine Umkehr in der Gesundheitspolitik gefordert“, so Marika Tändler-Walenta.

Aber, solange Profite über der Gesundheit der Patienten steht, könnten Stationsschließungen in ländlichen Räumen nicht verhindert werden. Das Ministerium müsse handeln. Eine entsprechende Anfrage von Sächsische.de vom Dienstagabend an das Sozialministerium blieb bis zum Redaktionsschluss am Donnerstag unbeantwortet.

Den Altkreis Döbeln bewohnen mehr als 62.000 Menschen. „Diese dürfen von der medizinischen Versorgung nicht abgeschnitten werden“, fordert die Linken-Politikerin. Nur wenn der medizinische Sektor wieder von öffentlicher Hand, also den Bürgern bestimmt wird, könne den prekären Arbeitsbedingungen und den daraus resultierenden Schließungen ein Ende gesetzt werden.

Ob und wie sich die Sozialministerin zu der Schließungswelle in Leisnig positioniert, bleibe abzuwarten. „Dass die regierenden Parteien ihre Fehler der Vergangenheit korrigieren müssen, sollten jedoch auch im Sozialministerium klar sein“, sagt Marika Tändler-Walenta.