merken
PLUS Döbeln

Regionale Vielfalt bei Döbelner Ausbildungsmesse im WelWel

Am Sonnabend konnten sich Schüler auf der "Schule macht Betrieb"-Messe über Ausbildungsmöglichkeiten informieren.

Bianca Bierig vom Dental-Studio Hartha erklärt Michèle und Nicole Haaser ihren Beruf als Zahntechnikerin anhand eines Modells.
Bianca Bierig vom Dental-Studio Hartha erklärt Michèle und Nicole Haaser ihren Beruf als Zahntechnikerin anhand eines Modells. © Thomas Kube

Döbeln. Eine Ausbildung absolvieren oder doch lieber studieren? Diese Frage stellen sich viele junge Menschen, die kurz davor sind, die Schule abzuschließen. Um eine zukunftsorientierte Antwort zu geben, stellten sich vergangenen Sonnabend einige regionale Unternehmen auf der Ausbildungsmesse "Schule macht Betrieb" im Döbelner WelWel vor. Ziel war es, junge Menschen über Ausbildungs- oder auch Studienmöglichkeiten zu informieren und sie vielleicht sogar für den eigenen Betrieb anzuwerben.

Neben vielen regionalen Unternehmen, waren auch einige überregionale Institutionen wie die Bundeswehr oder die Polizei vertreten. Ebenso auch die Sparkasse, allerdings mit Regionalbezug als Sparkasse Döbeln. "Wir erhoffen uns auf der Messe Kontakt zu Schülern herzustellen, ihnen Praktika bei uns anzubieten, sodass sich daraus vielleicht später Bewerbungen auf einen unserer Ausbildungsplätze ergeben", erzählt Ariane Naumann, Personalentwicklerin bei der Sparkasse Döbeln.

Berufsakademie Bautzen
Mit hoher Erfolgsquote studieren
Mit hoher Erfolgsquote studieren

Dual. Selbstbestimmt. Chancengerecht. Nachhaltig. Zukunftssicher. Die BA Bautzen bietet optimale Studienbedingungen mit starker Praxisorientierung. Informieren Sie sich hier über das vielfältige Studienangebot.

Amelie Leuschel ist eine von diesen potentiellen Auszubildenden. Die 15-jährige sieht die Messe aber erstmal primär als Informationsmöglichkeit und noch nicht, um schon einen festen Ausbildungsvertrag zu unterschreiben. "Wir möchten da auch noch gar keinen Druck aufbauen", so Ariane Naumann, "Ich möchte den jungen Menschen hauptsächlich erklären, welche Möglichkeiten sie bei uns haben und wenn sie Interesse zeigen, dann können sie Schritt für Schritt bei uns anfangen".

  • Nachrichten aus der Region Döbeln von Sächsische.de gibt es auch bei Facebook und Instagram

Bei der Sparkasse Döbeln, können junge Menschen nicht nur eine Ausbildung zum Bankkaufmann oder zur Bankkauffrau absolvieren, sondern es bietet sich ihnen auch die Möglichkeit eines Studiums. "Ich selbst habe den Bachelor of Arts im Bereich Bank studiert", erklärt Ariane Naumann. Außerdem steht noch der Studiengang Wirtschaftsinformatik mit dem Abschluss Bachelor of Science zu Verfügung. Die Personalentwicklerin erklärt, dass ein Studium die zusätzliche Möglichkeit bietet, später eine Führungsposition bei der Sparkasse zu übernehmen.

Ariane Naumann von der Kreissparkasse Döbeln schildert Amelie Leuschel aus Burgstädt, wie vielfältig die Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten bei dem Kreditinstitut sind.
Ariane Naumann von der Kreissparkasse Döbeln schildert Amelie Leuschel aus Burgstädt, wie vielfältig die Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten bei dem Kreditinstitut sind. © Thomas Kube

Viele handwerkliche Berufe

Neben Vertretern aus der Dienstleistungsbranche, informierten auch einige handwerkliche Unternehmen über ihren Beruf auf der Ausbildungsmesse. Alex Schulze erklärt, dass dies aber besonders bei den Mädchen eher ein Kritikpunkt sei. Der 22-Jährige ist selbst Azubi bei Pietsch Haustechnik in Ostrau und auf der Messe als einer der Organisatoren tätig. Bei einer Befragung am Ausgang konnten die Leute bei ihm Feedback zur Messe geben. "Allgemein haben sich viele über die große Vielfalt an vertretenen Unternehmen gefreut, aber besonders die Mädchen fanden, dass der Fokus zu sehr auf der Handwerkerbranche lag", sagte Alex Schulze.

So sieht das Michèle Haaser allerdings gar nicht. Die Zehntklässlerin aus Ebersbach bei Döbeln interessiert sich sehr für handwerkliche Berufe, ganz entgegen dem typischen Genderklischee. Besonders angetan hat es ihr dabei der Stand von Bianca Bierig vom Dental-Studio Hartha. Bei dem Zahntechnikunternehmen kann eine dreieinhalbjährige Ausbildung absolviert werden. "Dieser Beruf gehört zu den Feinhandwerkberufen", so Bierig, "dass heißt man muss viel mit Händen arbeiten, auch an kleinen Sachen".

Personalmangel in vielen Branchen

In der Regel nimmt das Dental-Studio Hartha zwei bis drei Lehrlinge im Jahr auf und bildet sie zum Zahntechniker oder zur Zahntechnikerin aus. "Aufgrund von starken Personalmangel, bilden wir aus, um unsere Azubis später auch zu übernehmen", erklärt Bianca Bierig.

Mit einem Mangel an Mitarbeitern hat auch der Dachdeckerbetrieb Kunze aus Zschaitz-Ottewig zu kämpfen. "Wir können teilweise keine Aufträge mehr annehmen, da uns die Leute fehlen", erklärt Stephan Kunze. Auch er erhoffte sich auf der Ausbildungsmesse junge Menschen für seinen Beruf faszinieren zu können. "Dachdecker ist ein sehr vielfältiger Beruf. Am besten macht man erstmal ein Praktikum, so können die Schüler sehen, ob der Beruf was für sie ist oder nicht", empfiehlt Kunze.

Trotz fehlender Auszubildender in vielen regionalen Unternehmen, war die Ausbildungsmesse am Sonnabend gut besucht. "Es mangelt nicht an jungen Menschen, die ins Berufsleben starten wollen", so Bianca Bierig vom Dental-Studio Hartha, "man muss sie nur für seinen Beruf begeistern können".

Maximilian Stockmann aus Mittweida lässt sich von Dachdeckermeister Stephan Kunze erklären, worauf es in dem Handwerk ankommt.
Maximilian Stockmann aus Mittweida lässt sich von Dachdeckermeister Stephan Kunze erklären, worauf es in dem Handwerk ankommt. © Thomas Kube

Mehr zum Thema Döbeln