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So gehen Bürgermeister mit Protest vorm Rathaus um

In Leisnig durften Schuhe und Plakate bis Dienstag bleiben. Das freut die Organisatoren. Die Wählervereinigung Roßwein ist enttäuscht. Ein Missverständnis?

Eltern hatten am Leisniger Rathaus Kinderschuhe, Ranzen und Plakate niedergelegt  Die blieben bis Dienstag stehen.
Eltern hatten am Leisniger Rathaus Kinderschuhe, Ranzen und Plakate niedergelegt Die blieben bis Dienstag stehen. © Lars Halbauer

Leisnig/Roßwein. Erst im Laufe des Dienstags ist das Sammelsurium vorm Leisniger Rathaus zusammengeräumt worden. Dort hatten knapp 20 Eltern am Sonntagabend Kinderschuhe, Kerzen und Plüschtiere abgestellt und selbst gestaltete Plakate an die Holztür geklebt.

Damit zeigten sie sich mit Eltern in den Städten und Gemeinden solidarisch, wo Schule und Kitas wieder schließen mussten. Außerdem wollten sie damit zeigen, dass sie mit einigen Corona-Schutzmaßnahmen wie den Tests an Schulen nicht einverstanden sind.

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Gegen diese Art des Protests, so sagte Leisnigs Bürgermeister Tobias Goth (CDU) in einem Pressegespräch am Dienstag, habe er nichts einzuwenden. „Auch das ist Demokratie“, so Goth. Und: Diese Art, seinen Unmut zu zeigen, finde er besser, als andere Wege. „Schmierereien und Sachbeschädigungen, das ist schlimm.“

Foto und Plüschtiere verschwunden

In gewissem Sinn könne er die Reaktionen der Bürger auf verschiedene Maßnahmen, die Bund, Länder und Landkreis zum Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus angeordnet haben, nachvollziehen. „Besonders dann, wenn es augenscheinlich Ungerechtigkeiten gibt“, so Tobias Goth.

Auch in Roßwein hat es allerdings erst am Montag eine Initiative im Rahmen der sachsenweiten „Stillen Protestaktion“ vor Rathäusern gegeben. „Wir als ,Wählervereinigung Klartext – Wir für Roßwein‘ hatten einen Beitrag für die Kinder in den Kitas und Schulen geleistet“, teilte Matthias Liebscher als Vorsitzender der Wählervereinigung mit.

Er hatte einen Bericht über die Aktion in einer anderen Kommune fotografiert und den Ausdruck am Bauzaun angebracht, der neben der Rathaustür die Baustelle der Brautloch-Treppe sichert. Auch das eine oder andere Plüschtier hatte er mit in den Zaun gesetzt. Doch dies alles war relativ rasch verschwunden.

Aktion in Roßwein nicht erkannt

„Leider wurde unser Beitrag von der Stadtverwaltung vom Bauzaun entfernt“, bedauerte Liebscher am Dienstag. Er gehe davon aus, dass dies auf Veranlassung des Bürgermeisters passiert ist. „Das trifft bei uns und vielen Eltern auf Unverständnis“, sagte Liebscher.

„Ist der Stadtverwaltung die Meinung der Eltern egal?“, fragte er. „Mitnichten“, antwortete Roßweins Bürgermeister Veit Lindner (parteilos). Doch leider habe kein Mitarbeiter erkannt, worum es sich bei der Aktion handelt.

Deshalb habe der Hausmeister aufgeräumt. „Eine Info zur Aktion hätte genügt“, so Lindner. Dann wäre die Beräumung vielleicht anders verlaufen. „Doch es lag nichts vor.“

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