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Döbeln

So geht Roßwein mit den Flutspenden um

Knapp 10.000 Euro sind bisher zusammengekommen. Doch das Geld soll wahrscheinlich erst im nächsten Jahr ausgezahlt werden – aus gutem Grund.

Als Soforthilfe hatten Mitglieder und Helfer des Roßweiner Sportvereins Sachspenden ins Ahrtal geschickt. Jetzt sind noch einmal knapp 10.000 Euro Geldspenden zusammengekommen.
Als Soforthilfe hatten Mitglieder und Helfer des Roßweiner Sportvereins Sachspenden ins Ahrtal geschickt. Jetzt sind noch einmal knapp 10.000 Euro Geldspenden zusammengekommen. © privat

Roßwein. Bürgermeister Veit Lindner (parteilos) hat den Stadträten zur Ratssitzung am Donnerstagabend vorgeschlagen, wie die Kommune mit Spendengeld umgehen soll. Konkret betrifft das die Sammlung für die Flutopfer, die Mitte Juli an der Ahr von einer Hochwasserkatastrophe bis dahin ungeahnten Ausmaßes heimgesucht worden sind.

Lindner zufolge sind auf dem Spendenkonto, das die Stadt Roßwein eingerichtet hat, bislang 9.600 Euro eingegangen. „Wir stellen uns vor, dass die Stadt Roßwein diese Summe auf 15.000 Euro aufrundet“, so der Rathauschef. Dagegen hatten die Stadträte nichts einzuwenden.

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An die denken, die keine Hilfe bekommen

Ebenso folgten sie Lindners Vorschlag, das Geld dann frühestens in zehn Monaten auszahlen zu wollen. Das begründete der Bürgermeister mit den Erfahrungen, die Roßwein nach der Flut 2002 und 2013 gemacht hatte. „Es wird immer Betroffene geben, die irgendwann feststellen, dass sie keine Unterstützung vom Staat oder einer Versicherung bekommen“, sagte Veit Lindner.

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Sei es, weil sie nicht in der Lage sind, die entsprechende Anträge auszufüllen oder, aus irgendwelchen Gründen keine Ansprüche angemeldet haben. „Solche Fälle hatten wir in Roßwein auch und wir waren damals froh, dass wir noch Geld auftreiben konnten, um diesen Menschen zu helfen“, sagte der Bürgermeister.

Er gehe davon aus, dass es in den jetzt vom Hochwasser betroffenen Regionen in Rheinland-Pfalz ähnliche Fälle gehen könnte. Für sie soll dann die Unterstützung aus Roßwein bestimmt sein.

Von Notfällen durch Kontakte vor Ort erfahren

Damit das Geld auch wirklich bei den Leuten ankommt, die es benötigen, kündigte Veit Lindner an, mit sozialen Organisationen vor Ort Kontakt aufnehmen zu wollen. Als Beispiel nannte er die Volkssolidarität oder das Deutsche Rote Kreuz. Von denen erhoffe sich die Kommune, entsprechende Fälle genannt zu bekommen.

„Die stellen wir im Stadtrat noch einmal vor“, so Lindner. Das Gremium habe am Ende das letzte Wort. Es soll auch darüber entscheiden, ob der Gesamtbetrag einem Betroffenen zugutekommen oder auf zwei aufgeteilt werden soll. Das hänge dann sicherlich auch von der konkreten Situation ab.

Roßweiner haben bereits Ersthilfe geleistet

Unmittelbar nach dem Hochwasser an der Ahr haben einige Roßweiner schon Sachspenden beziehungsweise Geld dafür zur Verfügung gestellt. Benötigt wurden unter anderem Waschmaschinen. Die sollten in einem Fitnessstudio in Ahrweiler aufgestellt werden, damit Flutopfer und -helfer ihre Kleidung waschen können.

Die Initiative dafür ging von einer Handballerin des Roßweiner SV aus, die aus dem Rheinland stammt, dort noch Familie und Freunde hat (wir berichteten). Mehrere Lastwagen mit Hilfsgütern konnten von Roßwein aus an die Ahr geschickt werden.

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