SZ + Döbeln
Merken

So läuft die Digitalisierung der Döbelner Schulen

Bis 2024 werden die Schulen technisch aufgerüstet. Für eine wichtige Neuanschaffung gibt es schon vorher Geld.

Von Jens Hoyer
 4 Min.
Teilen
Folgen
Die Grundschule in Großbachlitz wird als erste mit Geld aus dem Digitalpakt aufgerüstet.
Die Grundschule in Großbachlitz wird als erste mit Geld aus dem Digitalpakt aufgerüstet. © Dietmar Thomas

Döbeln. Die Digitalisierung der Schulen und des Unterrichts ist seit Jahren ein großes Thema. Bisher sind viele Schulen noch nicht adäquat ausgestattet, um dem großen Anspruch gerecht zu werden.

Das treibt auch den Elternrat der Oberschule Am Holländer um. Eine Mutter war in der Sitzung des Döbelner Stadtrates, um nachzubohren. An der Schule schwächelt der Server, der für das Datennetz zuständig ist. „Es ist sehr anstrengend und dauert lange, bis sich die Schüler anmelden können“, erzählte sie.

Die Stadt ist gerade dabei, rund 1,2 Millionen Euro aus dem sogenannten Digitalpakt für die technische Aufrüstung der Schulen zu verplanen und auszugeben. Dafür hat die Stadt bis Ende 2024 Zeit. Die Oberschule am Holländer ist eigentlich erst 2023 dran.

Neuer Server im kommenden Jahr

Trotzdem soll sie nicht so lange auf einen neuen Server warten müssen. „Der Server ist ziemlich alt. Das Hochfahren der Rechner im Unterricht dauert zu lange“, sagte Döbelns Hauptamtsleiterin Natalie Möckel.

Das Geld für eine Neuanschaffung sei eingeplant. Im ersten Quartal kommenden Jahres soll ein neuer Server für Grund- und Mittelschule aufgestellt werden, so die Hauptamtsleiterin.

  • Sie haben Hinweise, Kritik oder Lob? Dann schreiben Sie uns per E-Mail an [email protected]

In den nächsten Jahren wird die Stadt sämtliche Schulen in ihrer Trägerschaft technisch aufrüsten. Begonnen wird damit in der Grundschule Großbauchlitz. Die Ausschreibung für sogenannte interaktive Tafeln und Laptops ist erfolgt. Für insgesamt 58.000 Euro werden auch Datenverbindungen per Kabel und W-LAN installiert.Im ersten Quartal kommenden Jahres soll alles umgesetzt werden. „Wir müssen sehen, wie die Lieferzeiten sind“, sagte Möckel.

Längere Lieferzeiten für manche Geräte

Das Beschaffen der interaktiven Tafeln könnte sich etwas länger hinziehen. „Wir wollen in allen Schulen die gleiche Technik verbauen, damit sich die Lehrer überall zurechtfinden“, sagte sie. Nicht alle Klassenräume in den Schulen werden mit den interaktiven Tafeln ausgestattet. In einigen wird die traditionelle Tafel weiter benutzt.

Für kommendes Jahr ist auch die technische Aufrüstung der Lernförderschule auf dem Schloßberg und des Lessing-Gymnasiums vorgesehen. 2023 stehen Grund- und Oberschule Am Holländer auf dem Plan. Für diese müssen vor allem neue Hardware beschafft werden, sagte Oberbürgermeister Sven Liebhauser (CDU). Die übrige technische Ausstattung sei besser als in anderen Schulen. „Das sind neuere Gebäude“.

Die letzten Schulen, die 2024 aufgerüstet werden, sind die Grundschule in Mochau, die Kunzemannschule und die Grundschule Döbeln Ost. Letztere soll eigentlich durch einen Neubau ersetzt werden. Die Stadt hat aber noch keine Fördermittel in Aussicht, sodass dahinter noch ein Fragezeichen steht. „Wir werden im alten Gebäude die Infrastruktur schaffen, damit die Technik genutzt werden kann. Der Aufwand ist überschaubar. Die Technik kann dann im neuen Gebäude weiterverwendet werden“, sagte Liebhauser.

Preise für Technik steigen moderat

Die steigenden Preise machen sich bei der Umsetzung der Digitalisierung der Schulen nicht so stark bemerkbar, wie das befürchtet wurde. „Wir haben mit mehr gerechnet“, sagte Möckel. Die Preissteigerungen für Endgeräte seien nicht so heftig wie die bei den Baupreisen. Und die Schaffung der Infrastruktur, sprich Lan- und W-LAN-Netze, mache nur einen kleinen Teil der Gesamtinvestitionen aus, sagte Liebhauser. „Wir werden unser Bestes geben, damit wir mit dem Budget hinkommen.“

Auch die Lehrer will die Stadt mit neuen „Endgeräten“ ausstatten. Dazu gibt es ein extra Förderprogramm des Freistaates Sachsen, weil diese Geräte für Lehrer im Digitalpakt nicht vorgesehen sind, erklärte Liebhauser. Der Hauptausschuss hatte im November einen Auftrag zur Beschaffung von 130 Laptops und 55 Tablets an die Firma K & W Informatik Döbeln zugestimmt.

Die Stadt bezahlt dafür rund 106.000 Euro. Das ist weniger, als geplant war. Insgesamt stehen rund 119.000 Euro der Stadt zur Verfügung. Für die Restsumme von rund 13.000 Euro können weitere 22 Laptops gekauft werden, so Hauptsamtsleiterin Möckel. Die Stadt wird diese Geräte an die Lehrer verleihen.