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Döbeln: So geht's am neuen Rechnungshof voran

Die Arbeiten an dem ehemaligen Kasernengebäude im Döbelner Zentrum liegen bisher im Zeitplan. Das erfordert organisatorisches Geschick.

Ramona Winter, Projektverantwortliche vom Staatsbetrieb Immobilien und Baumanagement (SIB) und Kerstin Hegewald, Sachgebietsleiterin beim SIB vor dem ehemaligen Kasernengebäude.
Ramona Winter, Projektverantwortliche vom Staatsbetrieb Immobilien und Baumanagement (SIB) und Kerstin Hegewald, Sachgebietsleiterin beim SIB vor dem ehemaligen Kasernengebäude. © Dietmar Thomas

Döbeln. Der 200 Quadratmeter große Glasanbau, der später einmal als Versammlungsraum von den Mitarbeitern des Landesrechnungshofes genutzt werden soll, steht. Er wird künftig bei Bedarf in drei Räume unterteilt werden können. Der Glasanbau ist das moderne Pendant zum Altbau.

Der Eingangsbereich, der einem Stahlgerüst gleicht und sich dem Glasanbau anschließt, ist offen gestaltet, nur ein Teil überdacht. „Uns ging es darum, den Übergang vom Neubau zum Altbau optisch harmonisch zu gestalten“, sagte Kerstin Hegewald, Sachgebietsleiterin beim Staatsbetrieb Immobilien und Baumanagment (SIB).

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150 Büros für neuen Landesrechnungshof in Döbeln

In den vergangenen Monaten hat sich schon viel auf der Baustelle an der Bahnhofstraße getan. Beeindruckend ist das Gerüst, das das 120 Meter lange, 17 Meter breite und 20 Meter hohe ehemalige Kasernengebäude einhüllt.

Notwendig ist das für die Arbeiten an der Fassade. Die bekommt zurzeit eine Wärmedämmung. Die Fenster sind bereits neu. Sie erhalten noch eine goldbronzene Einfassung, in der auch der Sonnenschutz untergebracht ist.

„Das Gebäude wird energetisch saniert. Es bekommt eine thermische Hülle. Die Kellerdecke und die Decke zum Dach werden ebenfalls gedämmt“, sagte Kerstin Hegewald. Hinzu komme moderne Regeltechnik und der Einsatz von Erdwärme in Kombination mit Gas für die Heizung des Objektes.

So sieht der Glasanbau des Landesrechnungshofes von innen aus. Er wird als Versammlungsraum genutzt und kann unterteilt werden.
So sieht der Glasanbau des Landesrechnungshofes von innen aus. Er wird als Versammlungsraum genutzt und kann unterteilt werden. © Dietmar Thomas
Die Animation des Landesrechnungshofes stellte das Architekturbüro Eßmann/Gärtner/Nieper Architekten GbR Leipzig zur Verfügung.
Die Animation des Landesrechnungshofes stellte das Architekturbüro Eßmann/Gärtner/Nieper Architekten GbR Leipzig zur Verfügung. © Architekten GbR Leipzig

In diesem entstehen zurzeit 150 Büros für die Mitarbeiter des Landesrechnungshofes. Diese arbeiten zurzeit am Hauptsitz in Leipzig und in den Außenstellen in Dresden und in Chemnitz. Geplant ist, dass der Landesrechnungshof Ende nächsten Jahres einzieht.

Bis dahin gibt es noch viel zu tun. Viele Wände wurden bereits herausgerissen und neue eingezogen, Deckenbalken erneuert und Schächte eingebaut. „Alles erfolgt in einer engen Abstimmung mit dem Statiker und dem Architekten, da wir hier in ein Gebäude eingreifen“, so Ramona Winter, Projektleiterin vom SIB.

Gebäude hat 100 Jahre alte Geschichte

Bisher wurde ein neuer Treppenaufgang als zweiter Fluchtweg eingebaut und die Voraussetzungen für den Aufzug geschaffen. Dieser ist von außen erreichbar. Alles wird künftig barrierefrei sein.

Einen Altbau neu zu gestalten und dabei die erforderlichen Brandschutzvorschriften und Sicherheitsanforderungen einzuhalten, sei eine echte Herausforderung. Jede Etage sei anders, so Projektleiterin. Sie ist sehr daran interessiert, dass alles auf dem neusten Stand ist, aber Erhaltenswertes bestehen bleibt.

Immerhin hat das Gebäude eine über 100 Jahre alte Geschichte, die auch an der einen oder anderen Stelle zu sehen sein darf. So stützen gusseiserne Säulen, die sich fast in jeder Etage befinden, weiterhin die Decken und bieten gleichzeitig ein nostalgisches Ambiente.

Auch der Sockel des Hauses aus Porphyr wird weiterhin zu sehen sein. Die Struktur und Farbe wird sich in den Mauern des Eingangsbereiches und des Glasanbaus wiederfinden, die mit Klinkern versehen werden. Auch der historische Zaun, der entlang der Bahnhofstraße steht, soll saniert werden. Doch das ist noch Zukunftsmusik. Zunächst gilt es, die Bauarbeiten im Außen- und Innenbereich weiter voranzubringen.

Neben den Büros entstehen Räume für die Technik und in den beiden Kopfbauten sogenannte Kombizonen auf jeder Etage. „Dabei handelt es sich um offene Kommunikationsbereiche mit Teeküche und Sitzmöglichkeiten. Hier können die Mitarbeiter ungezwungen ins Gespräch kommen“, sagte Ramona Winter.

Baustoffe teuer geworden, Gesamtpreis gleich

Zurzeit liegen die Arbeiten im Zeitplan. Doch ob das so bleibt, wird sich noch herausstellen. „Uns ist es bisher gelungen, durch Absprachen mit den einzelnen Firmen, den Bauablauf so umzustrukturieren, dass es auf der Baustelle weitergeht. Es gibt ein gutes Miteinander. Sowohl mit den Firmen, als auch mit der Bauüberwachung durch das Architekturbüro“, sagte Kerstin Hegewald.

Außerdem werde bei fehlendem Material nach Ersatzbaustoffen gesucht. „Bisher haben wir noch keine Baubehinderungsanzeige von einer Firma bekommen.“ Sie rechnet damit, dass einige Gewerke teurer werden – die Gesamtkosten von rund 20 Millionen aber eingehalten werden. Die Preise für Baustoffe seien gestiegen.

Außerdem gebe es Lieferschwierigkeiten, so Hegewald. Bisher gut gelaufen sei die Zusammenarbeit mit der Ostrauer Baufirma O.H.T., die den Rohbau übernahm. „Die Zusammenarbeit war sehr gut. Ich bin sehr zufrieden“, sagte die Sachgebietsleiterin. Auch die Döbelner Firma Weimert Bedachung ist am Objekt im Einsatz.

Wettbewerb für "Kunst am Bau"

Das Gebäude des Landesrechnungshofes wird von außen gestaltet. Bereits jetzt zu sehen sind im Eingangsbereich die sogenannten Schwerter. Diese werden noch mit goldbronzefarbenen Lamellen verkleidet. Auch die Wand, die den Glasbau abschließt, soll gestaltet werden.

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Möglich ist auch ein Kunstwerk auf der Grünfläche davor. „Da lassen wir den Künstlern freie Hand“, sagte Kerstin Hegewald. Denn auch für dieses Bauwerk wurde unter dem Motto „Kunst am Bau“ ein Wettbewerb ausgeschrieben.

Daran beteiligten sich 24 Künstler. Eine Jury hat acht davon ausgewählt. Diese dürfen nun einen Entwurf erarbeiten. Welcher umgesetzt wird, entscheiden wiederum die Mitglieder der Jury.

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