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So soll das Schulzentrum Döbeln Ost aussehen

Der Stadtrat hat den Siegerentwurf bestätigt. Ein Büro aus Dresden hatte die besten Ideen. Aber wie geht es weiter?

So stellen sich die Dresdner Planer das künftige Schulzentrum Döbeln Ost vor: zwei sehr ähnliche Schulgebäude für Grund- und Lernförderschule. Dazwischen ein Campus mit der vorhandenen Sporthalle und der Mensa. Eine Fläche des Oberfriedhofs wird in
So stellen sich die Dresdner Planer das künftige Schulzentrum Döbeln Ost vor: zwei sehr ähnliche Schulgebäude für Grund- und Lernförderschule. Dazwischen ein Campus mit der vorhandenen Sporthalle und der Mensa. Eine Fläche des Oberfriedhofs wird in © Lars Halbauer

Döbeln. Bis zu Schluss ist es geheim geblieben, wer die beste Idee für das künftige Schulzentrum in Döbeln Ost abgeliefert hat. Mit dem Architekturbüro Zache und dem Bauplanungsbüro Schroeder hatte die Stadt auch zwei einheimische Architekten mit Entwürfen beauftragt. Aus Sicht der Jury hat aber die Planung des Dresdner Büros O+M Architekten die „komplexeste Antwort“ auf die Aufgabenstellung geliefert, sagte Professor Matthias Grunwald, der den Gutachterausschuss leitete.

Der Entwurf stellt die künftige Grundschule Ost auf den heutigen Sportplatz. Die Lernförderschule wird an Stelle der alten Grundschule gebaut. Alle Planungsbüros hatten sich für einen Neubau statt den Umbau der alten Schule ausgesprochen. Für Grunwald ist das nachvollziehbar. „Die Anforderungen an einen Schulbau sind anders als in den 1960er Jahren. Heute haben die Unterrichtsräume eine Größe von 70 statt 50 Quadratmetern. Auch die Grundstrukturen sind andere. Die heutigen Anforderungen kann man in einem alten Schulhaus nicht intelligent umsetzen.“

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Großer Innenhof

Die beiden Schulhäuser für Grund- und Lernförderschule – das hat der Jury gefallen – sind gleichwertig. Sie umschließen je einen kleinen Pausenhof, der sich wiederum zu einem großzügigen Innenhof hin öffnet, der sich zwischen den Gebäuden erstreckt. Dass es an beiden Schulgebäuden überdachte Außenbereiche gibt, kam bei der Jury auch gut an. Die Pausenfreiflächen sind von den Schulen getrennt nutzbar.

 Die beiden Teile sind durch einen Geländesprung auch räumlich voneinander getrennt. Die Horte der Schulen haben auch getrennte Spielzonen. Die vorhandene Sporthalle der Grundschule wird bei diesem Entwurf weiter genutzt. Die Lernförderschule soll eine eigene Sporthalle bekommen, die in den Neubau einbezogen ist. Auch die Außenanlagen fand die Jury gelungen. Es gebe eine Verbindung zur Erschließungsstraße, an der sich auch die Stellplätze befinden, so Grundwald. Noch einen Aspekt für die Entscheidung machte er deutlich. „Der Siegerentwurf ist mit Sicherheit eine der wirtschaftlichsten Lösungen.“

Kosten im Blick

Die Stadt muss in den kommenden Jahren die Quadratur des Kreises hinbekommen. Sie muss die Schulen neu bauen und das in einem überschaubaren Zeitraum, darf aber auch die Kosten nicht aus den Augen verlieren. Diese lassen sich anhand der ersten Entwürfe noch nicht berechnen. Die Stadtverwaltung schätzt sie aber auf bis zu 20 Millionen Euro.

Die Kosten hatte die Jury von Anfang im Blick. Einer der anderen Entwürfe war auch deswegen durchgefallen, weil er größere und damit teure Erdbewegungen auf dem Gelände vorsah. Ein weiterer Entwurf war ein recht futuristisch wirkender Komplex, der von einer Mitte sternförmig ausstrahlte, bei dem aber die Gleichwertigkeit der Schulräume nicht gegeben war. Noch ein Entwurf hatte einen zu kleinen Pausenhof für die beiden Schulen und wirkte in seiner Gestaltung auf die Jury zu unlogisch und experimentell.

Wichtiger Meilenstein

Auch am Siegerentwurf ist noch die eine oder andere Änderung notwendig. Erst einmal wird durch ihn geklärt, wie die Gebäude angeordnet werden sollen, sagte Oberbürgermeister Sven Liebhauser (CDU). Er wurde vom Stadtrat angenommen. Für den Neubau der Schulen sei das ein wichtiger Meilenstein, sagte Liebhauser. 

Das findet auch Andrea Katzer, Leiterin der Grundschule in Döbeln Ost. „Wir freuen uns, dass jetzt Fortschritte gemacht werden. Das beflügelt die Motivation der Lehrer und Erzieher“, sagte sie. „Wir hoffen, dass wir in die nächsten Planungsschritte mit einbezogen werden.“ Sie finde die Idee in einem der Entwürfe von einem Bereich im Außengelände in Form eines Amphitheaters gut. „Wir haben keine Aula und keinen Platz, wo wir die Kinder mal zusammennehmen können. Es wäre schön, wenn wir für den Schuleingang nicht immer die Sporthalle nutzen müssten.“

Eine Million Euro für Planung

Im nächsten Schritt will die Stadtverwaltung die weitergehenden Planungen ausschreiben. Für nächstes und übernächstes Jahr sind dafür fast eine Million Euro vorgesehen.

Der Siegerentwurf macht ziemlich konkrete Angaben, wie der Bau der Gebäude ablaufen könnte. Für den Bau der Grundschule und deren Außenanlagen rechnen die Planer reichlich zwei Jahre. Für das Abreißen der alten Schule etwa vier Monate. Für den Neubau der Lernförderschule und die Fertigstellung der Außenanlage werden zweieinhalb Jahre veranschlagt. Macht unterm Strich fünf Jahre Bauzeit. Wenn im Jahr 2023 losgebaut werden kann und es keine Unterbrechungen gibt, wäre das Schulzentrum rein rechnerisch 2028 fertig.

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