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SPD-Chef bietet Hilfe im Kampf um Geburtsklinik an

Henning Homann will Leisnigs CDU-Bürgermeister unterstützen. Er findet, dass eine wohnortnahe Entbindung für den gesamten Landkreis wichtig ist.

In die Kreißsäle in Leisnig sind in den vergangenen Jahren einige Investitionen geflossen. Jetzt sollen sie geschlossen bleiben. Der Widerstand dagegen wächst.
In die Kreißsäle in Leisnig sind in den vergangenen Jahren einige Investitionen geflossen. Jetzt sollen sie geschlossen bleiben. Der Widerstand dagegen wächst. © Archiv/André Braun

Mittelsachsen/Leisnig. Die überraschende Schließung der Geburtsklinik am Leisniger Helios-Krankenhaus hat ein Loch in die „Landkarte“ mit Endbindungsmöglichkeiten rund um Döbeln gerissen.

Die Lokalpolitiker der Leisniger CDU haben deshalb mobil gemacht, um Gespräche mit der Klinikleitung und um Unterstützung bei Politikern ihrer Partei von Kreis- bis EU-Ebene gebeten. In dieses Ringen um den Fortbestand einer Geburtsstation in Leisnig mischt sich jetzt auch Henning Homann ein.

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Der Döbelner sitzt für die SPD im Landtag und ist Chef der mittelsächsischen SPD. Er findet: „Die Geburtsstation in Leisnig muss bleiben“. Lange Wege sind inakzeptabel„Mit der Schließung der Geburtenstation der Leisniger Helios-Klinik wird die medizinische Versorgung im ländlichen Raum weiter ausgedünnt. Das ist nicht im Interesse der Region Döbeln und auch nicht im Interesse von Familien“, sagt Henning Homann.

Schließung der Helios Geburtsklinik ist das falsche Signal

„Die Wege bis zur nächsten Geburtenstation sind inakzeptabel lang. Ein angekündigtes ‚Storchentaxi nach Schkeuditz‘ klingt zwar süß, eine Fahrt von über 70 Kilometern halte ich aber nicht für akzeptabel“, so der Landespolitiker. „Leisnigs Bürgermeister Tobias Goth hat bei seinen Bestrebungen zur Weiterführung der Station deshalb meine volle Unterstützung.“

Homann wolle sich des Themas annehmen, kündigt er an. Mit einem Schreiben wendet sich der Abgeordnete an die Geschäftsführerin der Helios-Klinik. Seine dringende Bitte lautet, die Entscheidung nochmals zu prüfen. „Eine wohnortnahe Entbindung muss gewährleistet werden. Wir wollen Mittelsachsen kinder- und familienfreundlich gestalten und zukunftssicher machen, da ist die Abschaffung des stationären geburtshilflichen Angebots genau das falsche Signal“, argumentiert Homann.

Seit dem 19. Dezember 2020 hat die Geburtsklinik der Leisniger Helios-Klinik geschlossen. Zunächst hieß es, dass dies vorübergehend nötig ist und der Betrieb am 4. Januar wieder aufgenommen wird. Kurz vorm Jahreswechsel allerdings teilte Helios mit, dass die Geburtenstation gar nicht wieder öffnen wird. Auch für die dauerhafte Schließung soll der Mangel an Fachärzten der Hauptgrund sein, teilte die Klinikleitung mit.

Netzwerk Geburtshilfe gestartet

Die Leisniger und die Helios-Klinik in Schkeuditz bieten seit diesem Montag ein sogenanntes „Netzwerk Geburtshilfe“ an. Gebärende sollen in Kürze Storchentaxis nutzen können, die sie von Zuhause in die Klinik nach Schkeuditz und später dann nach Hause zurückbringen.

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