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Döbeln

Stadtinfo auf einem Quadratmeter

Vor Ort informieren, statt nach Hause telefonieren. Das ist jetzt das Motto am Mulderadweg. Dafür steht seit Freitag eine umgebaute Telefonzelle dort.

Am Mulderadweg in Roßwein können sich Radfahrer und Wanderer in Zukunft über die Stadt informierten. Für diesen Zweck wurde eine Telefonzelle umgebaut, die Enrico Korth, André Burghardt und Hermann Richter (von links) am Freitag aufgebaut haben.
Am Mulderadweg in Roßwein können sich Radfahrer und Wanderer in Zukunft über die Stadt informierten. Für diesen Zweck wurde eine Telefonzelle umgebaut, die Enrico Korth, André Burghardt und Hermann Richter (von links) am Freitag aufgebaut haben. © Dietmar Thomas

Roßwein. Scheiben putzen und Prospekte sowie Werbeflyer einsortieren – das ist es, was Enrico Korth jetzt noch bewältigen muss. Dann hat der Roßweiner ein Projekt abgehakt, das er vor weit mehr als einem Jahr in Angriff genommen hatte.

„Was wird das hier“, fragt eine Rentnerin, die am Freitagnachmittag auf dem Fuß- und Radweg an der Mulde unterwegs ist. Auf dem Firmenparkplatz der Elektro Roßwein GmbH hat eines der Fahrzeuge des Handwerksbetriebes eine Telefonzelle am Haken des Anbaukranes. Als diese von der Ladefläche auf den Radweg schwebt, bleiben mehrere Passanten neugierig stehen und erkundigen sich.

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Nur fehlen nur noch die Prospekte

Währenddessen hebt Enrico Korth das ehemalige Telefonhäuschen an seinen künftigen Standort kurz vorm Buchenhecken-Labyrinth unmittelbar am Radweg an der Gerbergasse. Die Handwerker André Burghardt von der Bauschlosserei gegenüber sowie Tischler Hermann Richter sorgen dafür, dass die Zelle – mittlerweile in den Stadtfarben rot-weiß gestaltet – sicher auf dem vom Bauhofteam errichteten Fundament ankommt.

Nach der „Landung“ stellt Korth wieder Bauzäune um die Zelle. Er will sie nun, da sie endlich an Ort und Stelle ist, schnellstmöglich fertigstellen. Auch dafür hat er wie schon für den Transport von Michendorf bei Potsdam, dem Lagerplatz ausrangierter Telefonzellen, Unterstützer gefunden.

„Die Schilderfirma Kleine wird jetzt noch die Beschriftung vornehmen. So soll auf den ersten Blick zu sehen sein, was es in der Zelle gibt: Informationen über Roßwein und die Region“, sagt Korth.

Touristen sollen erfahren, was Roßwein zu bieten hat

Davon sollen alljene profitieren, die zu Fuß oder mit dem Rad auf dem Weg entlang der Mulde unterwegs sind. Dafür müssen sie den Weg nicht einmal verlassen und zum Beispiel nach einer jeden Tag geöffneten Stadtinformation Ausschau halten, die es in Roßwein ohnehin nicht gibt. Bisher war eine kleine Auswahl von Informationen zur Stadt in der Bäckerei Möbius erhältlich. Zugänglich war das Material allerdings nur zu deren Öffnungszeiten.

Dass Besucher der Stadt erfahren, was es hier zu sehen gibt, ist Enrico Korth aus mehreren Gründen wichtig. Einer ist: Er gehört er zu den Dampfmaschinen-Enthusiasten, die gern zeigen, welches technische Kleinod sie wieder in Schwung gebracht haben. Dafür muss das Museum aber auch zu finden sein. „Schön wäre es, wenn wir direkt auf der Telefonzelle noch einen Hinweis unterbringen könnten, dass es auf diesem Weg geradeaus zur Dampfmaschine geht“, überlegt er.

Für das Projekt „Stadtinfo in der Zelle“ erhielt Enrico Korth 500 Euro aus dem Ehrenamtsfonds des Landkreises Mittelsachsen. So viel hat allein schon die Zelle gekostet. „Ohne die Unterstützung der einheimischen Betriebe hätte ich die Idee nicht umsetzen können“, gibt der Roßweiner zu und dankt allen, die sich in irgendeiner Weise eingebracht haben.

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