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Coronakrise: Offener Brief an Döbelner Oberbürgermeister

Wie kommt die Stadt aus dem Stillstand heraus? Der Stadtwerbering will mit vielen Akteuren diskutieren, was man tun kann.

Von Jens Hoyer
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So voll wie auf diesem Archivbild ist es in der Döbelner Bäckerstraße selten, seit im Handel und Dienstleistungen die 2G-Regeln gelten.
So voll wie auf diesem Archivbild ist es in der Döbelner Bäckerstraße selten, seit im Handel und Dienstleistungen die 2G-Regeln gelten. © Dietmar Thomas

Döbeln. Im Dezember hatte sich Grit Neumann, Vorsitzende des Stadtwerberings, an Ministerpräsident Michael Kretschmer gewandt, um auf die verzweifelte Situation der Händler aufmerksam zu machen und die Rückkehr zu 3G zu fordern. „Ich habe weder eine Eingangsbestätigung noch eine Reaktion bekommen“, sagte sie enttäuscht.

Jetzt startet die Vorsitzende einen neuen Versuch, um etwas für die Gewerbetreibenden und für Döbeln zu bewegen. Mit einem offenen Brief wendet sie sich an Oberbürgermeister Sven Liebhauser (CDU) und den Stadtrat von Döbeln.

„Unsere dringliche Bitte und Wunsch lautet: Der Oberbürgermeister der Stadt Döbeln möge zeitnah eine öffentliche Diskussion (digital) zu diesem Thema organisieren und moderieren. Ziel dieser Diskussion sollte es sein, die Öffentlichkeit und Betroffene zu Wort kommen zu lassen, um über ganz konkrete Vorschläge und Möglichkeiten für Döbeln zu diskutieren.“

Diskussion mit vielen Akteuren

Als Vorbild sieht sie die Initiative des sächsischen Ministerpräsidenten, der mit Livestreams genau diese Diskussionsplattform geschaffen hat.

Grit Neumann will eine Diskussion mit vielen Akteuren in Döbeln anstoßen, um die Stadt wiederzubeleben. „Es tut sich auf keiner Ebene was. Wir müssen wieder zur Normalität zurückfinden“, sagte sie.

Dafür seien Ideen gefragt, die sie in einer Diskussionsrunde mit vielen Akteuren aus Döbeln zu bekommen hofft. Allein verkaufsoffene Sonntage, Autofrühling und Street-Food-Festival reichten nicht, um mehr Leben in die Stadt zu bringen - zumal noch nicht feststeht, ob sie stattfinden können. „Wir können das nur gemeinsam stemmen“, sagte sie. In der Steuerungsgruppe zum Stadtmarketing habe sich schon einmal gezeigt, dass in diesen Runden viele Ideen entstehen können.

Große Chancen und Defizite

Karls Erlebnis-Dorf sei eine große Chance für Döbeln. „Aber wie bekommen wir die Leute in die Geschäfte?“ Nach Neumanns Ansicht fehlt es in der Innenstadt auch an Außengastronomie. Gleichzeitig liegt aber der Biergarten des Ratskellers brach. Gut angekommen seien im vergangenen Jahr auch die Veranstaltungen des Theaters im Freien. „Aber so etwas kostet Geld und man müsste einen Fonds haben, mit dem man so etwas finanziert.“

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Grit Neumann hatte gehofft, nach ihrem Brief an Kretschmer eine Einladung zu einer seiner Online-Debatten zu bekommen. Mehr Wirkung erhofft sie sich, wenn eine größere Runde in Döbeln auf die Probleme aufmerksam macht. Sie schreibt in ihrem Brief: „Wir setzen uns deshalb dafür ein, ein aus den konkreten Themen heraus gemeinsames Positions- und Forderungspapier als Stadt und Gemeinschaft an die verantwortlichen politischen Entscheidungsträger im Land Sachsen zu senden bzw. einzubringen.“

OB steht für Gespräche zur Verfügung

Bei Oberbürgermeister Sven Liebhauser ist der offene Brief am Mittwoch eingegangen. Wie er erklärte, stehe er für Gespräche und persönlichen Austausch zur Verfügung. „In dem Brief kommen viele der Nöte zum Ausdruck. Corona ist für uns alle eine große Herausforderung. Wir müssen solidarisch zusammenstehen, um sie zu meistern.“

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Seit Beginn der Einschränkungen stehe er im laufenden Austausch mit Bürgern der Stadt und habe sich mit deren Problemen vielfach an die Verantwortlichen beim Bund und beim Freistaat gewandt. „Besonders schwierig ist, dass es kaum möglich ist, verlässlich zu kalkulieren, wie die weitere Entwicklung aussehen wird.“