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Wintereinbruch: Staus, Unfälle, Ausfälle

In Mittelsachsen sind 56 Schnee-Räumfahrzeuge fast pausenlos im Einsatz. Trotzdem gibt es Behinderungen im Verkehr und auf der Schiene.

Ein holländischer Laster ist am Montagmorgen auf der B 169 bei Neudorf in den Graben gerutscht. Bis zum Abend konnte er nicht geborgen werden.
Ein holländischer Laster ist am Montagmorgen auf der B 169 bei Neudorf in den Graben gerutscht. Bis zum Abend konnte er nicht geborgen werden. © Matthias Poch

Mittelsachsen. Der anhaltende Schneefall in der Nacht zum Montag und den ersten Stunden des Tages hat den Winterdienst stark gefordert.

Die Mitarbeiter aller sechs Straßenmeistereien des Landkreises Mittelsachsen in Döbeln, Brand-Erbisdorf, Hainichen, Mühlau, Freiberg und Rochlitz waren mit der gesamten zur Verfügung stehenden Technik im Einsatz – teilweise auch die gesamte Nacht. Das sind 56 Fahrzeuge, darunter 32 von beauftragten Fremdfirmen.

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In den vergangenen 24 Stunden wurden rund 600 Tonnen Salz verbraucht. In Summe für die Saison sind es bereits mehr als 11.300 Tonnen. Die Salzlager sind noch gefüllt, neues Salz wird ständig nachbestellt. Dirk Hänel vom Straßenbetriebsdienst bedankt sich bei den mehr als 140 Mitarbeitern für ihren Einsatz. „Ihr Engagement ist sehr groß“, so Hänel.

Da der Schneefall nachlässt, werde sich die Situation auf den Straßen wieder entspannen. Straßensperrungen gab es bisher keine. Die Meistereien bereiten sich vorsorglich zum Teil auf eine weitere Nachtschicht vor.

Winterdienst in Mittelsachsen ab 3 Uhr im Einsatz

Alle Fahrzeuge der Straßenmeistereien Freiberg und Rochlitz waren am Montag ab 3 Uhr unterwegs. Die Winterdienstfahrzeuge der Straßenmeisterei Brand-Erbisdorf haben auch in der Nacht zu Montag geräumt und gestreut. „Probleme gab es stellenweise durch liegengebliebene Lkw, die Straßen blockierten“, erklärt Peggy Hähnel, Pressereferentin des Landratsamtes.

Der Wind sorgte teilweise für starke Verwehungen, heißt es aus der Döbelner Meisterei, deren Mitarbeiter sowie die der Fremdfirmen die gesamte Nacht im Einsatz waren. Auch die Räumfahrzeuge der Meisterei in Hainichen waren ab 3 Uhr im Dauereinsatz. Dort kam die Schneeschleuder zum Einsatz, um die Fahrbahnen wieder zu verbreitern.

Ford kollidiert in Niederwiesa mit Räumfahrzeug

Ein Räumfahrzeug fällt jedoch für die nächsten Tage aus. Als der Unimog in den Morgenstunden eine Kreuzung der B 173 in Niederwiesa freiräumte, stieß ein Ford mit dem Winterdienstfahrzeug zusammen.

Kurz nach der Kreuzung zur Dresdner Straße überholte das Auto das Winterdienstfahrzeug und kollidierte dabei mit der Schneeschaufel des Unimog. Es entstand nach ersten Erkenntnissen Sachschaden in Höhe von rund 6.000 Euro.

© Dietma Thomas
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„Bei der Unfallaufnahme stellte sich heraus, dass der 38 Jahre alte Fahrer des Ford unter Alkoholeinfluss stand“, teilt die Polizeidirektion Chemnitz mit. Ein Atemalkoholtest brachte ein vorläufiges Ergebnis von 1,26 Promille. Für den Deutschen folgten eine Blutentnahme, die Sicherstellung seines Führerscheins sowie eine Anzeige wegen Gefährdung des Straßenverkehrs.

Behinderungen durch Schnee auf der A4 und A14

„Die Autofahrer werden gebeten, Geduld zu haben, beziehungsweise für den Weg mehr Zeit einzuplanen und ihre Fahrweise anzupassen. Das Rangieren der Winterdienstfahrzeuge an den Kreuzungen ist nötig, dauert aber auch etwas länger. Es wird bewusst in den Morgenstunden erledigt, in denen noch weniger Verkehr herrscht“, so Peggy Hähnel.

Der Kreis ist für ein Netz an Bundes-, Staats- und Kreisstraßen mit einer Länge von 1.600 Kilometern zuständig. Bei der Beräumung haben die großen Straßen Priorität. Die Fahrzeuge haben durchschnittlich Umläufe von 2,5 bis drei Stunden, um wieder an der gleichen Stelle zu sein.

Auch auf den Autobahnen gab es zahlreiche Beeinträchtigungen. An der Raststätte Muldental Süd an der A 14 in Richtung Nossen gab es Schneeverwehungen. Der Bereich war am Morgen stundenlang durch einen querstehenden Laster blockiert.

Am Dreieck Nossen an der Überleitung zur A4 in Richtung Chemnitz hatte sich im Kurvenbereich ein Unfall mit einem Laster ereignet. Für die Bergungsarbeiten wurde die Richtungsfahrbahn gesperrt, wodurch sich die Fahrzeuge stauten. Zwischen Nossen-Ost und dem Dreieck Nossen bestand zeitweise Gefahr durch Gegenstände auf dem linken Fahrstreifen.

In beiden Richtungen nicht mehr passierbar war die Ortsdurchfahrt Tanneberg, Wilsdruffer Straße (S 36). Durch starken Schneefall und Schneeverwehungen, bestand Gefahr durch mehrere liegengebliebene Fahrzeuge.

Bus rutscht bei Mittweida in Graben

„Bei uns laufen die Telefone heiß“, sagte Michael Tanne, Geschäftsführer von Regiobus Mittelsachsen. Wenn Fahrgäste etwas länger an einer Haltestelle warten müssten, würden sie doch unruhig. „Grundsätzlich fahren wir, aber teilweise mit großer Verspätung“, so Tanne. Ab und zu werde auch eine Runde ausgelassen.

Auch, wenn nur die Abschlussklassen die Schulen besuchen dürfen, werde seit Montag wieder nach dem normalen Schulfahrplan gefahren. In der Region Döbeln habe es bisher keine größeren Probleme geben. Zwischen Mittweida und Frankenberg sei am Morgen ein Bus ins Rutschen gekommen und im Graben gelandet. Verletzt wurde bei dem Unfall niemand.

Auch für die Fahrzeuge der EKM Entsorgungsdienste Mittelsachsen waren die Straßenverhältnisse nicht optimal. „Da dauert es unterwegs eben etwas länger“, sieht Geschäftsführer Jens Irmer die Situation relativ gelassen. In Teilen von zwölf Kommunen konnten nicht alle Tonnen für den Papier- und Bioabfall abgeholt werden. Das betrifft unter anderen Leisnig, Hartha und Geringswalde.

Die Touren sollen bis zum 13. Februar nachgeholt werden. Abfalltonnen, die eingefroren sind, werden zweimal gekippt. Löst sich der Deckel oder der Inhalt nicht, erfolgt der nächste Versuch erst zur nächsten regulären Tour nach 14 Tagen.

Zugverkehr der Mitteldeutschen Regiobahn eingeschränkt

Auch beim Zugverkehr gab es massive Einschränkungen. Aufgrund der herausfordernden Räumsituation zur Befahrbarkeit seitens der DB Netz AG, kommt es bis auf Weiteres zu Verspätungen auf den Linien des RE 3 (Dresden–Chemnitz–Hof), der RB 30 (Dresden–Chemnitz–Zwickau), der RB 45 (Chemnitz–Riesa–Elsterwerda) sowie RB 110 (Leipzig–Grimma–Döbeln), teilte die Pressestelle der Mitteldeutsche Regiobahn mit.

Aufgrund der ebenfalls schwierigen Straßenverhältnisse sei ein Busnotverkehr nicht möglich. Informationen erhalten Fahrgäste unter Tel. 0341 231898288 sowie im Internet unter www.mitteldeutsche-regiobahn.de.

Im Impfzentrum Mittweida läuft es entspannt

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