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Stiftungsgeld füllt Corona-Lücken

Mit enormer Verspätung hat der Stiftungsrat am Dienstag Schecks überreicht. Der Hospizverein hat sogar doppelt Grund zur Freude.

Elf Vereine und Gruppen haben sich um einen Zuschuss aus der Charlotte-Weiß-Stiftung bemüht. Die Schecks gab es am Dienstag, mit fast einem halben Jahr Verspätung.
Elf Vereine und Gruppen haben sich um einen Zuschuss aus der Charlotte-Weiß-Stiftung bemüht. Die Schecks gab es am Dienstag, mit fast einem halben Jahr Verspätung. © Heike Heisig

Leisnig. Besser spät als nie. Das hat sich auch der Vorstand der Charlotte-Weiß-Stiftung gesagt und statt Anfang April, als es coronabedingt nicht möglich war, nun im September getagt.

 „Das Schöne ist, wir konnten alle Antragsteller berücksichtigen“, sagte Tobias Goth. Als Bürgermeister ist er von Amts wegen Vorsitzender des Stiftungsrates der Charlotte-Weiß-Stiftung. Die einzige Stiftung Leisnigs konnte in diesem Jahr 5.750 Euro Zinsen an elf Vereine und Organisationen ausschütten.

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Sie alle hatten die Zuwendung schon lange, bevor das Virus den Alltag dominierte, beantragt. Deshalb wird es in dem einen oder anderen Fall jetzt wohl Änderungen beim Einsatz der Zuschüsse geben.

Zuschüsse für Kirchenmusik und Teambildung

Dem Corona-Virus ist die Absage für den 8. November geschuldet. An diesem Tag wollte Kirchenmusikdirektor Holger Schmidt in großem Musikerkreis das Mozart-Requiem in Leisnig aufführen. „Auch wenn das nun nicht passiert, wurde schon Geld in die Vorbereitungen gesteckt.“ 

Damit erklärte Tobias Goth, weshalb der Stiftungsrat die Kirchenmusik in Leisnig mit 1.000 Euro unterstützt. Immerhin kostet es auch Geld, das Silvesterkonzert zu bestreiten. An diesem Termin hält die Kirchgemeinde Schmidt zufolge fest.

Ebenfalles Änderungen gab es wegen der Pandemie beim Schulverein Peter Apian. Der hatte vor, für die Klassensprecher und deren Stellvertreter einen Nachmittag zur Teambildung zu organisieren. Das sollte außerhalb der Schule passieren. Dazu ist es nun nicht gekommen. 

„Aber am Freitag haben sich die Schüler zu einer ähnlichen Veranstaltung getroffen“, sagte Vorsitzende Ulrike Hünerfauth. Die Auslagen kann der Verein mit Stiftungsgeld in Höhe von 200 Euro bestreiten.

Gleich zweimal durften sich das Team des Hospiz Leisnig und des Trägervereins Lebenszeit am Dienstag freuen: Außer Stiftungsgeld überreichte Karin Finger (rechts) mehr als 4.500 Euro, die beim Spendenlauf zusammengekommen sind.
Gleich zweimal durften sich das Team des Hospiz Leisnig und des Trägervereins Lebenszeit am Dienstag freuen: Außer Stiftungsgeld überreichte Karin Finger (rechts) mehr als 4.500 Euro, die beim Spendenlauf zusammengekommen sind. © Dietmar Thomas

Die Oberschule selbst hatte 300 Euro beantragt und bekommt jetzt 100 Euro zum Kauf von Büchern und anderem Material, mit dessen Hilfe Schüler die Wartezeit verkürzen können, bis der Schulbus sie in ihre Heimatorte bringt. Die Schule hat in dieser Zeit die Aufsichtspflicht. Der kommt sie mit Unterstützung einer Schulassistentin nach. Sie kann mit den Kindern und Jugendlichen dafür unter anderem die Räume des ehemaligen Schulclubs nutzen.

Fürs Freigelände ist der Zuschuss der Stiftung bestimmt, den der Förderverein der Grundschule Sitten bekommen hat. Dort wird ein Sonnensegel benötigt, weil es auf dem neu gestalteten Hof kaum schattenspendende Bäume gibt. Der Schutz kostet 2.000 Euro, 350 Euro davon kann der Verein jetzt mit Stiftungsgeld zahlen.

Ein neues Fenster und Entspannungstraining

Die Frauenselbsthilfegruppe Krebs bekommt 100 Euro. Damit kann unter anderem das Honorar für ein Entspannungstraining bezahlt werden, das die Mitglieder bereits absolviert und auch genossen haben.

Der Förderverein Kloster Buch kann im Abthaus ein nächstes Kreuzstockfenster austauschen. Die Maßanfertigung kostet 1.500 Euro, was die Stiftung finanziert. Weitere Zuschüsse von jeweils 200 Euro fließen an die Kantorei in Tragnitz, den Tierschutzverein und den Kulturbund. Der Geschichts- und Heimatverein erhält 500 Euro zum Aufbau einer neuen Stiefelwacht. 

Spendenlaufgeld wichtig für Eigenanteil

Und einen Zuschuss von 1.400 Euro bekommt der Verein Lebenszeit, und zwar konkret für den Auf- und Ausbau des ambulanten Hospizdienstes.

Nochmals 4.580 Euro durfte Hospiz-Geschäftsführer Eiko Weber am Nachmittag von den Organisatoren des Spendenlaufes entgegennehmen. Der Lauf konnte trotz Corona im September starten. Der Erlös ist in diesem Jahr noch willkommener als sonst. Denn wie andere Vereine konnten auch die Mitstreiter von Lebenszeit in diesem Corona-Jahr bei kaum einer Veranstaltung für den Verein und um Spenden werben, weil es einfach keine großen Feste und andere Gelegenheiten gegeben hat.

Trotzdem muss über Spenden stets ein Eigenanteil für den Betrieb des Hospizes erwirtschaftet werden. Hinzu kommt der eine oder andere Sonderwunsch in der Ausstattung, den den Verein den Gäste auf diesem Weg der Finanzierung erfüllt. 2019 sind mit Stiftungsgeld zum Beispiel Außenjalousien angeschafft worden. 

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