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Tierheim Leisnig: Es wird eng in den Katzenhäusern

Das Tierheim erwartet mehrere Zugänge. Daher suchen die Mitarbeiter dringend ein Zuhause für Samtpfoten. Einige Tiere haben Schlimmes erlebt.

Dank ehrenamtlicher Helfer bekommen die Katzen im Tierheim Leisnig manch zusätzliche Streicheleinheit – hier von Schülerin Lotti Engelhardt aus Hartha.
Dank ehrenamtlicher Helfer bekommen die Katzen im Tierheim Leisnig manch zusätzliche Streicheleinheit – hier von Schülerin Lotti Engelhardt aus Hartha. © Lars Halbauer

Leisnig. Bevor das Tierheim am Eichberg an seine Kapazitätsgrenzen stößt, handelt Leiterin Silke Pfumfel. Sie geht in die Vermittlungsoffensive und appelliert an Katzenbesitzer, sich gegenüber einer Kastration beziehungsweise Sterilisation offener zu zeigen. Das könnte so manchem Tier Leid ersparen.

Um die 40 Katzen müssen Silke Pfumfel und ihr Helferteam zurzeit in verschiedenen Häusern versorgen. Angekündigt sind noch zwei weitere Würfe mit einmal vier und einmal drei Katzenwelpen.

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Einen Wurf mit drei etwa acht Wochen alten Kätzchen haben die Leisniger Tierschützer schon aufgenommen. Die hatte ein Gartenbesitzer aus Hartha in seiner Beerenhecke entdeckt und mitsamt dem Muttertier ins Heim nach Leisnig gebracht.

Tierschützer appellieren an Katzenhalter

Dort werden sie noch die nächsten Wochen verbringen. Denn erst ab einem Alter von zwölf Wochen gehen die Jungtiere in die Vermittlung, mit allen zu diesem Zeitpunkt möglichen und nötigen Impfungen. Ältere Fundtiere, die vom Tierheim aus in eine Familie umziehen, geben die Tierschützer nur sterilisiert beziehungsweise kastriert ab.

Damit wollen sie eine unkontrollierte Vermehrung der Katzen verhindern. Denn mehrfach haben sie erlebt, dass Katzenbesitzer mit Nachwuchs überfordert sind und den Wurf im Pappkarton vor der Tierheimtür absetzen oder gar anderweitig entsorgen. Eine Katze kann drei Mal im Jahr bis zu sechs Junge werfen.

Nur als Duo zu haben

Außer um die jüngsten Heimbewohner müssen sich Silke Pfumfel und ihre Mitarbeiter häufig um kranke und traumatisierte Tiere kümmern. Mit einem solchen Trauma haben sie unlängst zum Beispiel sechs Katzen vom Tierschutzverein Frankenberg übernommen. Auch die dortige Stadtverwaltung bat die Leisniger um Hilfen.

„Der befreundete Verein betreibt selbst kein Heim, stand aber vor der Situation, gleich sechs Katzen auf einmal unterbringen zu müssen“, schildert Silke Pfumfel. Die Tiere seien eine Woche lang mit ihrem verstorbenen Besitzer in einer Wohnung gewesen. „Sie haben wohl nur überlebt, weil ihr Besitzer großzügig Futter und Wasser bereitgestellt hatte.“

Der Tierheimchefin zufolge seien diese Katzen zunächst verstört gewesen. Die meisten mussten dem Tierarzt vorgestellt werden, hatten Probleme mit den Zähnen und damit wahrscheinlich auch einige Zeit Schmerzen. Davon sei mittlerweile nichts mehr zu spüren. Dauerhaft beeinträchtigt seien sie nicht.

„Diese Katzen hängen sehr aneinander“, sagt Silke Pfumfel. Deshalb möchte sie jeweils zwei auch nur als Paar vermitteln, um zu verhindern, dass die Tiere leiden. Kater Kasimir dagegen sei auch einzeln zu haben. Er ist wie alle Katzen aus dem „Frankenberg Sextett“ etwa sieben Jahre alt und weiß-grau gestromt.

Besitzer für Fundtier aus Waldheim gesucht

Ein anderer Problemfall, der Silke Pfumfel im Moment Kopfschmerzen bereitet, ist aus Waldheim gekommen. Dabei handelt es sich um eine alte, hellrote Katze, die aufgrund einer älteren Verletzung in ihrer Bewegung eingeschränkt ist. „Offenbar mit letzter Kraft hatte sie sich in Waldheim in eine Tagespflege geschleppt“, so die Tierheimleiterin.

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Nachdem sich ein Tierarzt die Katze angeschaut hat, befindet sie sich gegenwärtig in einer Pflegestelle. In einem der Katzenhäuser mit einer Reihe von Mitbewohnern wollten und konnten die Tierschützer diese Katze nicht unterbringen. „Das Tier ist geschoren. Deshalb gehen wir davon aus, dass es einen Besitzer gibt und bitten ihn, sich bei uns im Heim zu melden“, so Silke Pfumfel. Sie ist über jede Art Entlastung froh.

"Wir freuen uns auch über geschenkte Zeit"

Die gibt es im Moment unter anderem von Lotti Engelhardt aus Hartha. Die 13-jährige Schülerin absolviert ein Ferienpraktikum in der Einrichtung – unentgeltlich. Dass sie für ihre Hilfe entlohnt wird, sei für sie nicht ausschlaggebend gewesen.

Sie wolle einen Teil der Ferien nicht allein zu Hause sitzen. Weil die Familie auch Katzen aus dem Tierheim hat, habe sie sich schließlich dafür entschieden, in Leisnig zu helfen. „Mein Vater hat das vorgeschlagen“, sagt sie.

Silke Pfumfel und ihr Team sind für diese ehrenamtliche Unterstützung dankbar. „Ganz klar, wir brauchen Geld- und Futterspenden“, so die Leiterin. „Aber uns helfen auch solche Menschen, die sozusagen Zeit spenden.“

Ihr Zeitbudget gebe es häufig nicht her, die Hunde auszuführen sowie sich in die Katzenhäuser zu setzen und sich ausgiebig mit den Tieren zu beschäftigen, mit ihnen zu spielen, Scheu ab- und Vertrauen aufzubauen.

„Dadurch steigen aber die Vermittlungschancen“, sagt Silke Pfumfel. Dabei möchte sie allzugroße Erwartungen dämpfen. „Die Katze, die allen Vorstellungen entspricht, ist selten zu finden.“

Kontakt Tierheim Leisnig: Tel. 034321 13912

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