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Treibhaus will Vereine unterstützen

In Döbeln soll das Projekt „WerkStadt“ Initiativen und Vereine fördern. Vor allem auch bei Aufgaben, die die Ehrenamtler überfordern.

Von Jens Hoyer
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In der Kreuzstraße in Döbeln hat der Verein Treibhaus ein Büro für das Projekt „WerkStadt“ aufgemacht. Leon Grünig (von rechts) und Isabell Wiehmert begrüßten bei der Eröffnung Staatsminiserin Katja Meier und Oberbürgermeister Sven Liebhauser.
In der Kreuzstraße in Döbeln hat der Verein Treibhaus ein Büro für das Projekt „WerkStadt“ aufgemacht. Leon Grünig (von rechts) und Isabell Wiehmert begrüßten bei der Eröffnung Staatsminiserin Katja Meier und Oberbürgermeister Sven Liebhauser. © Lutz Weidler

Döbeln. Der Verein Treibhaus ist der einzige Träger, der im Landkreis Mittelsachsen Geld aus dem Programm „Orte der Demokratie“ bekommt. Der Döbelner „Ort“ ist am Donnerstag auch für alle sichtbar an der Kreuzstraße in Döbeln eröffnet worden. In einem Ladenlokal hat der Verein ein Büro aufgemacht. „Es soll ein zentraler Anlaufpunkt mit festen Öffnungszeiten sein“, sagte Leon Grünig, der das Projekt „WerkStadt“ leitet.

Mit seinem Projekt will Treibhaus in Döbeln Initiativen ankurbeln, Gruppen und Vereine unterstützen. Das zivilgesellschaftliche Engagement und das Ehrenamt seien zentrale Bausteine der Demokratie, meint Grünig. Konkrete Projekte gibt es derzeit noch keine. „WerkStadt“ wolle niemandem etwas vorschreiben, sondern nur Unterstützung geben.

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„Vernetzen“ ist eines der Schlagworte. Grünig könnte sich vorstellen, ältere und jüngere Leute zusammenzubringen, damit diese gemeinsam Ideen entwickeln. „Was kann man machen in Döbeln, das allen nützt? Das kann ein gut ausgebauter Gehweg, der ÖPNV oder der Bereich Kultur sein. Wir haben die Zeit und die Mittel, um zivilgesellschaftliche Aktivitäten zu unterstützen“, sagte Grünig.

Hilfe bei schwierigen administrativen Aufgaben

„Wir wollen auch viel zum Thema Ehrenamt machen“, so Grünig. Nicht nur im Verein Treibhaus, sondern auch darüber hinaus. Er bietet anderen Vereinen Unterstützung bei administrativen Aufgaben an. Solche, die Ehrenamtler oft abschrecken oder überfordern.

25 Jahre Erfahrung habe Treibhaus etwa mit Fördermitteln. „Wo gibt es Geld, wo ist etwas ausgeschrieben, was wird gefordert, wie wird ein Antrag formuliert und wie das Geld abgerechnet.“ Gruppen ohne Vereinsstrukturen würde „WerkStadt“ dabei helfen, einen Verein zu gründen. „Jugendliches Engagement zu unterstützen, das können wir uns besonders gut vorstellen“, sagte Grüning.

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Als „Ort der Demokratie“ wird das Projekt vom Freistaat mit Geld ausgestattet. Nicht nur für Büromiete und Personal. Es steht auch Geld für die Unterstützung von Initiativen zur Verfügung. „Da können wir auch mal eine Raummiete bezahlen oder einen externen Moderator.“

Treibhaus stellt Räume bereit

Räumliche Kapazitäten für Gruppen und Vereine hat Treibhaus auch selbst im „Haus der Vielfalt“, dem ehemaligen Frauenverein Regenbogen. Dort treffen sich schon verschiedene Gruppen wie das Nähcafé und Senioren zu Gymnastik.

Zur Eröffnung am Donnerstag war auch Justizministerin Katja Meier (B90/Grüne) angereist. Ihr Ministerium gibt das Geld für das Projekt als einem von 13 „Orten der Demokratie“ im Freistaat. „Wir wollen Räume bereitstellen, wo Projekte und Ideen entstehen können, die nachhaltig sind. Wir wissen, was hier in 30 Jahren alles weggebrochen ist“, sagte sie.

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Oberbürgermeister Sven Liebhauser hofft, dass durch das Büro Entwicklungen in Döbeln angestoßen werden. „Es ist wichtig, dass wir solche Strukturen haben. Das Ehrenamt ist der gesellschaftliche Kitt des Zusammenhalts“, sagte er.