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Neuer Generationen-Spielplatz für Böhrigen

Die Turmfreunde aus dem Striegistaler Ortsteil bauen einen Spielplatz für Generationen. Der Verein investiert in die Zukunft des Aussichtspunktes.

Zum neuen Mehrgenerationenspielplatz am Aussichtsturm in Böhrigen gehören Geräte, an dem Erwachsene Ausdauer und Muskeln trainieren können.
Zum neuen Mehrgenerationenspielplatz am Aussichtsturm in Böhrigen gehören Geräte, an dem Erwachsene Ausdauer und Muskeln trainieren können. © Dietmar Thomas

Striegistal. Ein Näschen für das, was Generationen begeistert, hatten die Erbauer, Nutzer und späteren Retter des Aussichtsturmes im Striegistal wohl schon immer. Jetzt haben sie mit ihren aktuellen Projekten ein nächstes Mal Zeitgeist und Weitblick bewiesen.

Während sich einige Roßweiner schon lange mit dem Gedanken tragen, dass ein Generationenspielplatz eine schöne Investition für die Stadt wäre, haben es Engagierte in der Nachbargemeinde Striegistal einfach gemacht und einen solchen Spielplatz eingerichtet.

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Helmut Bunde vom Vorstand des Turmvereins lässt sich nicht lange bitten. Raschen Schrittes führt er zunächst zu einer Tafel, auf der alle fünf Geräte, die für Heranwachsende ab 14 Jahren und alle Erwachsenen bestimmt sind, kurz erklärt werden. 

Erst schwitzen fürs Fundament, jetzt für die Fitness

Dann macht er sich auf zum ersten Gerät und zeigt, wie einfach es sich darauf Schwingen lässt. Nach den Beinen und den Oberarmen kommt am nächsten Gerät auch die Hüfte in Schwung. Ein paar Meter weiter werden die Oberschenkel trainiert. „Das hier ist aber wohl eher etwas für die Jüngeren“, meint Helmut Bunde und geht zu einer Art Reck. Dort kommt es auf Kraft an, aber auch die Bauchmuskulatur kann herausgefordert werden.

Neben Helmut Bunde werkeln seine Frau Carola, die stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins, sowie Schatzmeister Lothar Friedrich und Organisationschef Achim Neuber noch an den Geräten. Hier und da ist noch etwas Erde um die Fundamente glattzurechen.

 „Die Männer haben alle notwendigen Löcher in den harten Boden mit Muskelkraft gegraben“, erzählt Carola Bunde. Nicht nur deshalb ist der insgesamt neun Mitglieder zählende Vorstand stolz auf das Projekt.

Mehr als nur den Ausblick genießen

„Das, was wir hier geschaffen haben, wird wirklich gut angenommen“, sagt Helmut Bunde. Die anderen in der Runde nicken. Irgendjemand sei immer auf dem Turm. „Wenn ich hier vorbeikomme, steht mindestens ein Auto hier“, berichtet Lothar Friedrich.

Für Familien aus der Umgebung sei der Aussichtsturm oft Ziel einer Wanderung. Außer einem Unterstand, wenn es wirklich einmal regnet, gibt es eine überdachte Holzsitzgruppe, auf der Wanderer ihre mitgebrachte Stärkung auftischen und genießen können.

Wer dann auf den Turm gekraxelt ist und sich am Rundblick über die Umgebung erfreut hat, kann als Erwachsener jetzt seine Muskeln stählen, während es für die Kinder andere Angebote gibt: zwei Schaukeln, eine Wippe und ein sogenanntes Federtier, das in diesem Fall ein auf Federn geschraubtes Auto ist.

Mit Schaukel und Wippe an die Jüngsten gedacht

Spaß macht es den Jüngsten auf jeden Fall, wie die dreijährige Jara bestätigt. Ihr Opa wird seinen Job als Anschubser nur unter Protest der Kleinen los. Die wandert munter weiter zu Wippe, wo sie froh darüber ist, dass ihr Bruder auf der gegenüberliegenden Seite Platz nimmt.

Für den Mehrgenerationenspielplatz hat der Turmverein etwas mehr als 7.000 Euro Fördergeld aus dem Regionalbudget bekommen, das der Verein Regionalentwicklung Klosterbezirk Altzella an Vereine im Klosterbezirk verteilen konnten. Etwa 2.000 Euro hat der Verein noch dazugegeben – obwohl die Kasse in diesem Jahr ziemlich leer geblieben ist.

Durch die coronabedingten Einschränkungen musste die Eröffnung der Turmsaison im Frühjahr ausfallen. Auch am Tag des offenen Denkmals beteiligten sich die Förderer nur in der Form, dass der Turm geöffnet war und die „Bezwinger“ alle Information zu dem Denkmal vorgefunden haben.

Der 130. Turm-"Geburtstag" steht an

„Wir hoffen, dass es nächstes Jahr etwas anders aussieht und wir Anfang September zum Tag des offenen Denkmals dann auch das 130-jährige Bestehen des Turmes feiern können“, sagt Carola Bunde. Darauf hat sich der Verein schon vorbereitet, indem er eine Art Vereinshaus auf dem Gelände vorm Aussichtsturm errichtet hat.

Genau hat das Handwerker Matthias Krumbiegel aus Roßwein übernommen. „Wir sind froh, dass wir ihn in unseren Reihen haben“, gibt die stellvertretende Vorsitzende zu.

In dem Gebäude steht übergangsweise noch das eine oder andere Gartengerät. Das Häuschen ist aber auch für Treffen des  insgesamt 59 Mitglieder zählenden Vereins geeignet und soll bei Veranstaltungen zum Ausschank von Speisen und Getränken genutzt werden. Das muss dann nicht mehr aus Zelten heraus passieren.

Der Aussichtssturm Striegistal in Böhrigen hat noch bis zum 31. Oktober geöffnet. Dann ist Winterpause. Die Rundwanderwege um das Denkmal und der Spielplatz können ganzjährig genutzt werden. 

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