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Umfrage: So zufrieden sind die Ebersbacher

Der Ortschaftsrat hat die Bürger befragt. Das Ergebnis überrascht in einigen Belangen.

annsdorf aus der Vogelperspektive: die Bewohner des Ortes zeigten sich bei der Umfrage in Ebersbach am unzufriedensten.
annsdorf aus der Vogelperspektive: die Bewohner des Ortes zeigten sich bei der Umfrage in Ebersbach am unzufriedensten. © Dietmar Thomas

Döbeln. Das ist ein Beispiel von Bürgerbeteiligung und ein glatter Erfolg. Der Ortschaftsrat in Ebersbach hatte eine Bürgerbefragung unter den Bewohnern dieser Döbelner Ortsteile initiiert. Und die Bürger haben sich wirklich beteiligt. Fast 240 Fragebögen kamen ausgefüllt zurück. Und das bei einer Bevölkerung von nur rund 1000 Personen.

Kurzfazit: Im Großen und Ganzen sind die Ebersbacher mit ihren allgemeinen Lebensumständen zufrieden: nämlich 97 Prozent. Nicht viel weniger, nämlich 90 Prozent, schätzen die Ortsteile als gute Wohnstandorte. Mit dem Wohnumfeld sind rund 93 Prozent zufrieden, erklärte Ortsvorsteher Jürgen Müller in der vergangenen Sitzung des Ortschaftsrats.

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Mannsdorfer unzufriedener

Also alles Friede, Freude‚ Eierkuchen? Nicht ganz. Viele Mannsdorfer, so Müller, hätten sich unzufrieden geäußert. Offenbar kann er nicht erklären, warum: „Wir müssen erforschen, warum das so abweicht“, sagte er. Vielleicht ist das aber gar nicht so schwer zu erklären. Denn die Umfrage hat auch zwei „Baustellen“ aufgemacht: Die Abwasserentsorgung und den Anschluss ans Erdgasnetz.

Während das Kerndorf Ebersbach in den vergangenen Jahren sowohl eine Erdgas- wie eine Abwasserleitung bekommen hatte, gibt es das in den Teilen jenseits der B 169 noch nicht. In Neudorf würde sich mehr als die Hälfte der Befragten gern ans Abwassernetz anschließen lassen, in Mannsdorf – das Bärental ist an der Abwasserleitung – nicht ganz so viele. Aber auch dort gibt es Interesse.

Erdgasanschluss gewünscht

Ähnlich ist der Bedarf beim Erdgas. 63 Prozent der befragten Neudorfer hätten gern einen Anschluss und mehr als die Hälfte der Mannsdorfer. „Früher waren das viel weniger, die Anzahl hat sich verdoppelt. Das sollte man den Stadtwerken mal mitteilen“, sagte Müller.

Beim Abwasser ist die angespannte Situation schon länger bekannt. Weil es keinen geeigneten Bach gibt, in den die vollbiologischen Kleinkläranlagen ableiten können, gibt es dort praktisch keine Möglichkeiten mehr, Eigenheime zu errichten. Ein hausgemachtes Problem der ehemaligen Gemeinde Ebersbach, die den Anschluss der Ortsteile an die zentrale Entsorgung seinerzeit nicht wollte. „Solche Fehlentscheidungen hallen manchmal lange nach“, sagte Döbelns Baudezernent Thomas Hanns.

Keine schnelle Lösung

Die Stadt hatte den Bedarf beim Abwasserzweckverband Döbeln-Jahnatal angemeldet. Der beschäftigt sich nun damit. Aber eine schnelle Lösung des Problems werde es nicht geben, sagte Geschäftsführer Stephan Baillieu.

Im Abwasserbeseitigungskonzept des AZV seien Neudorf und Mannsdorf bisher für die zentralen Abwasserentsorgung nicht vorgesehen. Eine Förderung solcher Baumaßnahmen gebe es derzeit auch nicht. Zudem gebe es noch für viele private vollbiologischer Kleinkläranlagen bis 2030 Bestandsschutz.

Rohr unter der B 169

Allerdings hat der AZV vorsorglich Bedarf an einer Rohrleitung unter der B 169 angemeldet. Für die Bundesstraße wird gerade der Ausbau geplant.

Am ehesten vorstellbar sei eine kleinere Abwasserlösung, wenn ein Erschließungsträger ein Wohngebiet in Mannsdorf planen würde, sagte Baillieu. „Dann könnten wir dort ein kleines Ortspumpwerk hinstellen und das Wasser überpumpen.“

Bis auf die wenigen Ausnahmen zeigen die Ebersbacher auch in anderen Punkten eine hohe Zufriedenheit an – auch für die Eingemeindung nach Döbeln vor fast zehn Jahren. Die Mehrheit, nämlich 42 Prozent, sieht Vorteile in der Eingemeindung. 34 Prozent zumindest keine Nachteile. Nur etwa 14 Prozent findet die Eingemeindung nachteilig. „Das ist ein geringer Teil. Damit können wir leben“, sagte Müller.

Die Mehrzahl der Ebersbacher – 83 Prozent – findet den Ort gut an den öffentlichen Personenverkehr angebunden. Die Stadtverkehrslinie D führt durch die Ortsteile. Nur die Mannsdorfer sind auch in diesem Punkt unzufriedener. „Mannsdorf hat keine eigene Haltestelle. Wie soll der Bus die schmale Straße runterkommen“, klärte Müller auf.

Dorfverein gewünscht

Viele Bürger finden die das Vereinsfest, den Weihnachtsmarkt und vor allem den Osterumzug gut und wollen, dass die Veranstaltungen erhalten bleiben. Die Hälfte der Befragten würde die Gründung eines Dorf- und Heimatvereins begrüßen. Aber nur 30 Prozent hätten Interesse, selbst Mitglied zu werden, so Müller.

Zwei Drittel der Befragten finden die Spielplätze in Mannsdorf und Ebersbach ausreichend ausgestattet. Um das zu verbessern, werden weitere Spielgeräte aufgestellt, so Müller.Manche bemängelten das langsame Internet in Ebersbach – das soll im Zuge des digitalen Netzausbaus behoben werden. Andere hätten gern einen Spätbus nach 22 Uhr. „Da müssen wir mal mit Regiobus reden“, so Müller.

Müllkörbe gewünscht

Wanderfreunden fehlten Müllkörbe an den Wanderwegen. Dem machte Müller – der auch Chef des Döbelner Ordnungsamtes ist – eine klare Absage. „Da stellen wir keine auf. Die werden dann für illegale Müllentsorgung genutzt.“

Einer der Wünsche war etwas ausgefallener. Einer der Teilnehmer hätte gern eine Seilfähre über die Mulde.

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