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Unmut über Mängel und Bauverzug

Seit zwei Jahren ist die Feuerwache im Waldheimer Ortsteils Reinsdorf Baustelle. Mittlerweile wächst der Frust bei den Feuerwehrleuten.

Die Reinsdorfer Feuerwache ist ein ortsbildprägendes Gebäude. Im Inneren laufen seit zwei Jahren Sanierungs- und Umbauarbeiten, was die Geduld der Feuerwehrleute auf eine harte Probe stellt.
Die Reinsdorfer Feuerwache ist ein ortsbildprägendes Gebäude. Im Inneren laufen seit zwei Jahren Sanierungs- und Umbauarbeiten, was die Geduld der Feuerwehrleute auf eine harte Probe stellt. © Dietmar Thomas

Waldheim. Schon seit Jahren haben sich die Reinsdorfer Feuerwehrleute die Sanierung ihrer Feuerwache gewünscht. Die Einrichtung war alles andere als zeitgemäß. Es gab keine Duschen, nur ein einziges Waschbecken. Die Umkleideräume waren viel zu eng.

Deshalb war die Freude bei den Feuerwehrleuten groß, als im Frühling 2019 endlich mit der Innensanierung des ortsbildprägenden Gebäudes begonnen werden konnte. Denn dadurch sollen sich nicht nur die Bedingungen für die Feuerwehrleute verbessert werden.

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Bauende bei Feuerwache Reinsdorf eigentlich Ende 2020

Gleichzeitig wird das Gebäude zum Dorfgemeinschaftshaus umgebaut. Im Obergeschoss erhalten Ortschaftsrat und die Wehrleitung Büros. Außerdem ist die Einrichtung eines Schulungs- und Veranstaltungsraumes geplant.

Einiges davon ist schon umgesetzt. So sind endlich Duschen eingebaut worden. Der Umkleideraum wurde vergrößert, eine Stiefelheizung installiert. Trotzdem sind die Feuerwehrleute alles andere als zufrieden.

„Es gibt zahlreiche Mängel“, sagt Ortswehrleiter Sven Hempel auf Anfrage. Mit der Zeit schwinde überdies das Verständnis der Kameraden für die Unwägbarkeiten immer mehr. Als Beispiel nennt Hempel die Warmwasserversorgung.

Die beiden Duschen und zwei Waschbecken werden über einen einzigen Durchlauferhitzer mit warmen Wasser gespeist. „Wenn jemand duscht und ein anderer sich die Hände wäscht, kommt nur noch kaltes Wasser an den Duschen an“, sagt Hempel.

Ein Steckdosenverteiler sei so angebracht worden, dass sich, sobald ein Gerät angesteckt wird, die Tür nicht mehr öffnen lasse. Vor allem aber ärgerten sich die freiwilligen Helfer darüber, dass die Räume ständig wieder mit Baudreck verunreinigt werden, und dass die Arbeiten nur sehr schleppend vorangehen. Eigentlich sollten die Arbeiten bereits Ende 2020 beendet sein.

Erschrocken über das Ausmaß der Mängel in Reinsdorf

Immer wieder hatte auch der Vorsitzende des Ortschaftsrates Michael Aniol die Mängel angesprochen. Zuletzt als es im Technischen Ausschuss um den Bau des Spielplatzes neben der Feuerwache ging.

Damals hatte Bauamtsleiter Dirk Erler gesagt, dass die Arbeiten im Innenbereich bis Ende April abgeschlossen sein sollen. „Bis heute ist aber noch keine Ende der Arbeiten absehbar“, so Aniol.

Zur Sitzung des Technischen Ausschusses (TA) am Donnerstag brachte Stadtrat Tobias Busch (CDU) das Thema zur Sprache. Er sei erschrocken, als er sich mit den Betroffenen unterhalten habe. „Mich würde mal ein Projektplan und eine Finanzierungsübersicht interessieren. Ich wünsche, dass das Thema aufgearbeitet wird“, so Busch.

Bürgermeister Steffen Ernst (FDP) räumte ein, dass es Schwierigkeiten gegeben habe, die bei den Planungen als solche nicht zu erkennen gewesen wären. „Die Corona-Pandemie hat zusätzlich Schwierigkeiten mit sich gebracht, etwa bei der Materialbeschaffung.“

Probleme auch durch Corona-Pandemie

Überdies habe die Baufirma Probleme gehabt, die Arbeiten personell abzusichern, da Kitas und Schulen lange Zeit geschlossen waren, Bauarbeiter teilweise die Betreuung ihrer Kinder übernehmen mussten.

Laut Bauamtsleiter Dirk Erler habe es in der vergangenen Woche eine Begehung mit der Ortswehrleitung gegeben. Dort seien die Probleme und Mängel angesprochen worden. „Vieles konnte dort geklärt werden“, sagte Erler.

Alles andere werde man versuchen, schnellstmöglich zu klären. „Wir sind da dran. Man darf auch nicht vergessen, es handelt sich um eine Baustelle. Eine Sanierung bei laufendem Betrieb ist nicht einfach“, warb der Bauamtsleiter um Verständnis und Geduld.

Sven Hempel hat dagegen schon fast resigniert. „Es macht einfach keinen Spaß mehr. Wertschätzung unserer ehrenamtlichen Arbeit sieht anders aus“, sagte er.

Die Alterskameraden, deren Erfahrung und Unterstützung er sehr schätzt, haben uns zuletzt immer wieder beim Aufräumen und Saubermachen geholfen. Mittlerweile schwindet auch deren Verständnis zusehends“, so Hempel.

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