merken
Döbeln

Verschwindet der Waldheimer Schandfleck?

Schon seit Jahren stört die Anwohner die Dreckecke im Hinterhof der Bahnhofstraße 25. Eine schnelle Lösung ist aber nicht in Sicht.

Der Giebel am Haus Bahnhofstraße 27 in Waldheim soll wieder ansehnlich gestaltet werden.
Der Giebel am Haus Bahnhofstraße 27 in Waldheim soll wieder ansehnlich gestaltet werden. © Dietmar Thomas

Waldheim. Jahrelang war den Waldheimern das herrenlose Haus an der Bahnhofstraße 25 ein Dorn im Auge. Es fiel immer mehr zusammen.

Weil damit gerechnet werden musste, dass Fußgängern Teile von dem Haus auf den Kopf fallen könnten, musste sogar der Fußweg abgesperrt werden.

Garten
Der Garten ruft
Der Garten ruft

Die Gartenzeit läuft aber nichts geht voran? Tipps, Tricks und Wissenswertes haben wir hier zusammengetragen. Vorbei schauen lohnt sich!

Inzwischen ist die Ruine verschwunden. Ende 2019 ließ das Landratsamt Mittelsachsen das Haus im Rahmen einer sogenannten Ersatzvornahme für insgesamt 65.000 Euro abreißen. Weil der Eigentümer nicht ausfindig gemacht werden konnte, bleibt der Landkreis auf den Kosten sitzen.

"Das ist kein Zustand, wie es dort aussieht"

Das Gelände ist beräumt. Sämtlicher mit diesem Abriss im Zusammenhang stehende Bauschutt wurde abtransportiert. Trotzdem bietet sich den Anwohnern, zu denen auch die Bewohner der Seniorenresidenz „Zur Schillerhöhe“ gehören, kein schöner Anblick, wenn sie in den Hinterhof schauen.

Hinter dem Haus hat sich nämlich noch ein weiteres Gebäude, das zur ehemaligen Fleischerei Richter gehörte, befunden, von dem nur noch Fragmente übriggeblieben sind. Teilweise sei es vor etwa zwei Jahren zusammengeschoben worden, berichten Anwohner.

In der Sitzung des Stadtrates, bei der die Sanierung des Giebels auf der Tagesordnung stand, kam das Thema wieder zur Sprache. Stadtrat Dieter Hentschel (Die Linke) fragte an, ob der Schandfleck in diesem Zusammenhang gleich mit beseitigt werden könnte. „Das ist kein Zustand, wie es dort aussieht“, sagte Hentschel.

Keine Gefährdung für öffentliche Sicherheit

Bürgermeister Steffen Ernst (FDP) verneinte. „Von dem Müllhaufen geht keine Gefährdung für die öffentliche Sicherheit aus.“ Auch Bauamtsleiter Michael Wittig sieht wenig bis gar keine Chancen auf eine schnelle Lösung.

 „Alle bisherigen Versuche, dort etwas zu tun, sind gescheitert“, sagte er. Die Kommune verfolge derzeit zwar eine weitere Möglichkeit. Über die wolle er sich aber zu jetzigen Zeitpunkt noch nicht öffentlich äußern.

Froh sind die Stadträte dennoch darüber, dass nun zumindest der Brandgiebel ansehnlich gestaltet werden kann. Das wird möglich, weil das Haus im förderfähigen Gebiet „Gründerzeit“ liegt. Die Kosten in Höhe von knapp 35.000 Euro werden zu einem Drittel von der Stadt und zu zwei Dritteln von Bund und Land gefördert. 

Bei den Arbeiten soll der alte Putz abgeschlagen, die Mauerüberstände und Mauerwerk begradigt und ausgemauert werden, wobei in den Oberputz eine Struktur eingearbeitet werden soll. 

Die Stütze einschließlich der Schalung wird wieder hergestellt und die Dachrinne verlängert. Zudem sollen eine Dämmung aufgebracht und die Wand neu verputzt werden.

Mehr lokale Nachrichten aus Döbeln und Mittelsachsen lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Döbeln