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Verwildertes Grundstück zwangsversteigert

Ein ehemaliges Ziegelei- und Bauhofgelände in Döbeln liegt seit Jahrzehnten brach. Jetzt wollen es die Erben loswerden.

Auf dem Gelände zwischen Ziegelstraße und Oschatzer Straße stand früher eine Ziegelei, später wurde es als Bauhof und von der Verwaltung der Konsumgenossenschaft genutzt.
Auf dem Gelände zwischen Ziegelstraße und Oschatzer Straße stand früher eine Ziegelei, später wurde es als Bauhof und von der Verwaltung der Konsumgenossenschaft genutzt. © Dietmar Thomas

Döbeln. Zwangsversteigerungen aus Insolvenzen heraus sind relativ häufig. Deutlich seltener passiert es, dass Grundstücke zur Auflösung der Gemeinschaft unter den Hammer kommen. Und genau das wird im März am Amtsgericht in Chemnitz passieren. Aufgeboten sind drei Flächen zwischen Ziegelstraße und Oschatzer Straße. Sie gehören den Erben des ehemaligen Besitzers.

Die Firma Eulitz war früher ein bekanntes Baugeschäft in Döbeln. Ende der 1930er-Jahre taucht sie im Döbelner Adressbuch als Betreiber einer Ziegelei und eines Sägewerks auf. Später wurde das Ziegeleigelände als Bauhof des Kreisbaubetriebs genutzt. Unter anderem gab es dort eine Betonmischanlage.

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Gefährlicher Spielplatz in den 1990er-Jahren

In den 1990er-Jahren bekam die Erbengemeinschaft das Gelände rückübertragen. Damals hatte der Döbelner Anzeiger einige Male darüber berichtet, weil sich der ehemalige Bauhof zum gefährlichen Spielplatz für die Jugend entwickelt hatte. Der größte Teil der Gebäude war später abgerissen und das Gelände beräumt worden. Seit vielen Jahren liegt es brach und ist – trotz der Verbotsschilder – eine beliebte Abkürzung für Fußgänger und Hundebesitzer zwischen Oschatzer Straße und Ziegelstraße.

Der größte Teil der Gebäude des Bauhofs ist abgerissen worden. Zwei stehen noch.
Der größte Teil der Gebäude des Bauhofs ist abgerissen worden. Zwei stehen noch. © Dietmar Thomas
Die Brachfläche ist seit Jahrzehnten ungenutzt. Nur Spaziergänger sind hier unterwegs - trotz der Verbotsschilder.
Die Brachfläche ist seit Jahrzehnten ungenutzt. Nur Spaziergänger sind hier unterwegs - trotz der Verbotsschilder. © Jens Hoyer

Die mittlerweile vielköpfige Erbengemeinschaft ist sich nicht einig, wie es mit dem Gelände weitergehen soll, deshalb soll es jetzt versteigert werden. Es habe schon eine Menge Anfragen von Interessierten gegeben, sagte ein Familienmitglied dem Döbelner Anzeiger.

Teil schon verkauft

Ein Teil des Geländes war vor Jahren schon an die Tischlerei Landgraf zum Bau einer Halle gekauft worden. Übrig sind zwei zusammenhängende Grundstücke von mehr als 7.000 Quadratmetern, die als „Bauerwartungsland“ und „Rohbauland“ bezeichnet werden. Fundament- und Wegereste seien nicht ausgeschlossen. Wert: 71.000 und 15.000 Euro. Rund 18.000 Quadratmeter groß ist die Fläche daneben, auf der noch einige baufällige Gebäude und Garagen stehen. Dafür ist ein Wert von 65.000 Euro aufgerufen.

Das größte der Grundstücke ist eine Feld- und Waldfläche, die sich nördlich an das frühere Ziegeleigelände anschließt. Die rund 4,7 Hektar werden auf einen Wert von rund 88.000 Euro geschätzt. Das Feld ist an einen Döbelner Landwirtschaftsbetrieb verpachtet.

Bisher keine Nachnutzung

Überlegungen, wie die Fläche des Bauhofs nachgenutzt werden kann, habe es in der Vergangenheit immer mal wieder gegeben, sagte Döbelns Baudezernent Thomas Hanns. „Es ist aber nie dazu gekommen.“ Ohne Weiteres ließen sich die Flächen auch nicht für Wohnbebauung nutzen. Dazu sei ein Planungsverfahren nötig.

In den 1990er-Jahren hatte der Freistaat schon einmal etwas ganz anderes mit dem Areal vor. Damals gab es Pläne, die Staatsstraße 32 durch die ehemalige Sandgrube an der Dresdner Straße und über das frühere Ziegeleigelände zur Oschatzer Straße zu verlegen.

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