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Vier Frauen dürfen in Roßwein trauen

Annett Herrmann verstärkt das Team der Standesbeamtinnen im Rathaus. Die haben aber auch noch andere Aufgaben.

Annett Herrmann (links) arbeitet seit zwei Jahren in der Roßweiner Verwaltung und kann nach einem Lehrgang jetzt die Standesbeamtin Claudia Bochnigk unterstützen.
Annett Herrmann (links) arbeitet seit zwei Jahren in der Roßweiner Verwaltung und kann nach einem Lehrgang jetzt die Standesbeamtin Claudia Bochnigk unterstützen. © Dietmar Thomas

Roßwein. Von A, wie Anmeldung der Eheschließung und G, wie Geburteneinträge, über K, wie Kirchenaustritt und N, wie Neusortierung der Vornamen, bis zu S, wie Sterbefälle und V, wie Vaterschaftsanerkennung kann Annett Herrmann jetzt alle Aufgaben einer Standesbeamtin übernehmen.

Die Diplom-Verwaltungsfachwirtin arbeitet seit 2018 im Einwohnermeldeamt der Stadt Roßwein. Jetzt hat sie ein zweiwöchiges Seminar für Standesbeamte an der Akademie für Personenstandswesen in Bad Salzschlirf erfolgreich absolviert und darf somit als solche arbeiten.

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Synergieeffekte in Standes- und Einwohnermeldeamt

Annett Herrmann soll das Bürgerbüro unterstützen, in dem nun alle die gleiche Qualifizierung haben, erklärte Hauptamtsleiterin Michaela Neubert während der Stadtratssitzung. Nachdem bereits die Rechtsaufsicht des Landratsamtes der Berufung von Annett Herrmann zur Standesbeamtin zugestimmt hat, befürworteten das auch die Stadträte einstimmig.

Die 46-Jährige ist damit die vierte Mitarbeiterin der Roßweiner Verwaltung, die Eheschließungen und Co. übernehmen können. Das dürfen auch Michaela Neubert, Nadine Tändler, die sich derzeit im Erziehungsurlaub befindet, und natürlich Claudia Bochnigk.

Für Letztere wird das Hauptaufgabengebiet weiter das der Standesbeamtin sein. Alle anderen könnten bei Urlaub oder Krankheit einspringen. Insgesamt sollen im Einwohnermeldeamt und Standesamt Synergieeffekte geschaffen werden.

Sechs Paare verschieben Hochzeit

Annett Herrmann hat bereits mehrfach bei Eheschließungen von Claudia Bochnigk hospitiert und wird dies auch weiterhin. Wenigstens einmal, bevor sie als Vertretung einspringt, möchte sie ein Paar trauen. Denn auch, wenn sie sich sicher ist, dass sie den Ablauf beherrscht, gibt sie zu: „Ein bisschen aufgeregt werde ich schon sein.“

In diesem Jahr wurden von der Roßweiner Standesbeamtin bereits 34 Paare getraut. „Sechs Weitere hatten sich angemeldet. Sie haben ihre Hochzeit aber aufgrund der Corona-Pandemie auf das kommende Jahr verschoben“, sagt Claudia Bochnigk.

 Zwei Paare, eins im Frühjahr und eins im Oktober, hätten lange überlegt, dann aber doch in ganz kleinem Kreis geheiratet. Für Dezember sind bisher die beiden letzten Eheschließungen in diesem Jahr geplant.

Corona hat der Feierfreudigkeit der Roßweiner insgesamt keinen Abbruch getan. Im Durchschnitt gab es auch in den vergangenen Jahren 40 Hochzeiten. Etwa jeweils die Hälfte der Eheschließungen erfolgte im Trauzimmer des Rathauses und im Sonnenhof Ossig. Für viele Paare sei das Landhotel eine gute Alternative, da dort sowohl die Trauung vollzogen, als auch gefeiert und übernachtet werden kann.

Viele Paare kennen sich seit Jahren

In diesem Zusammenhang weist Claudia Bochnigk darauf hin, dass in Ossig auch nur geheiratet werden kann, ohne das „Gesamtpaket“ zu nutzen. Der Sonnenhof sei für alle Paare eine Option, die die Zeremonie mit einer großen Gesellschaft erleben möchten.

Eine Trauung mit rund hundert Personen, war für die Standesbeamtin bisher die Größte. Im Gegensatz dazu kämen manche Paare auch ganz allein. Zugenommen hätten Eheschließungen von Partnern, die sich bereits seit vielen Jahren kennen und zusammenleben. Besonders gerührt sei Claudia Bochnigk in diesem Jahr von einem Paar gewesen, dass nach einer Scheidung zum zweiten Mal geheiratet hat. „Das fand ich sehr, sehr schön“, sagt sie.

Die Mehrzahl der Paare lege das Hochzeitsdatum auf den Tag des Kennenlernens oder der Verlobung. Überwiegend würde auch in klassischem Outfit geheiratet, das heißt, die Braut in Weiß und der Bräutigam im Anzug.

Heimatfest-Brautpaar gesucht

Für das Jahr 2021 liegen der Standesbeamtin bereits 25 Anmeldungen für Trauungen vor. Ein Brautpaar für einen ganz bestimmten Termin wird allerdings noch gesucht: Das Paar, das am 15. Juli 2021 zum Schul- und Heimatfest heiraten möchte. 

Hätte das Fest wie geplant in diesem Jahr stattgefunden, wäre es, „soweit ich zurückdenken kann, das erste Mal gewesen, dass es kein Heimatfest-Brautpaar gegeben hätte“, so Claudia Bochnigk.

Sie hofft mit ihren Kolleginnen, dass das im kommenden Jahr nicht passiert. Es gibt nur eine Voraussetzung: Das Paar sollte in Roßwein oder einem Ortsteil wohnen. Die Trauungszeremonie erfolgt nichtöffentlich. 

Voraussichtlich sollen, wie im Jahr 2010, Bilder davon auf eine Leinwand auf dem Markt übertragen werden, aber ohne Ton. Am Heimatfestsonntag, also, dem 18. Juli 2021, sollte sich das Brautpaar außerdem in einem Fahrzeug in den Festumzug einreihen.

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