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Vier Millionen Euro für Kitas

Drei Viertel des Betrages fließen in Einrichtungen in Roßwein und Kriebstein. In beiden sind Anbauten geplant.

In Richtung Straße erhält die Kita „Feldmäuse“ in Grünlichtenberg einen Anbau.
In Richtung Straße erhält die Kita „Feldmäuse“ in Grünlichtenberg einen Anbau. © Dietmar Thomas

Region Döbeln. Die Freude in den Kommunen ist groß. Die Kindertagesstätten „Bussi Bär“ in Roßwein, „Feldmäuse“ in Grünlichtenberg und „Koboldnest“ in Niederschöna erhalten für die Neuschaffung von Krippen- und Kitaplätzen Fördergeld aus dem Bundes-Investitionsprogramm „Kinderbetreuungsfinanzierung“.

„Zuschüsse bekommen außerdem die Kindertagespflege Anjas Zwergenland in Halsbrücke, der Kindergarten ,Zwergenland‘ in Langenleuba-Oberhain und die Kita Schweikershain“, teilt der Pressesprecher des Landratsamtes Mittelsachsen André Kaiser nach der Beratung des Jugendhilfeausschusses mit. Insgesamt fließen rund vier Millionen Euro in die Einrichtungen. Davon sind rund 3,2 Millionen Euro Bundesmittel.

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Unterstützt werden Vorhaben, mit denen neue Betreuungsplätze für Kinder von 0 Jahren bis zum Schuleintritt geschaffen oder erhalten werden. „Dazu gehören Neu-, Um- und Erweiterungsbauten sowie Sanierungen und Renovierungen an Gebäuden und Außenanlagen“, so Kaiser. Außerdem sind Investitionen zur Schaffung und Umsetzung von Hygiene- und Raumkonzepten sowie die Einrichtung von Küchen förderfähig.

Baubeginn noch vor der Sommerpause

Seit fünf Jahren plant die Gemeinde Kriebstein einen Anbau an die Kita „Feldmäuse“ in Grünlichtenberg. Nun stehen dafür rund 1,2 Millionen Euro zur Verfügung. „Das ist eine schöne Nachricht“, sagt Bürgermeisterin Maria Euchler (FW). Die Gemeinde wird nach den derzeitigen Planungen noch etwa 144.000 Euro als Eigenmittel beisteuern.

In dieser Woche werde sich die Verwaltung noch einmal mit der Planerin zusammensetzen. Die Ausschreibung für das Projekt soll möglichst bis Ende März erfolgen und der Bau noch vor der Sommerpause beginnen. „Spätestens im August“, so Maria Euchler. Die Bauzeit ist mit rund neun Monaten veranschlagt. Das Fördergeld muss in jedem Fall bis zum 30. Juni 2022 abgerechnet sein.

Voraussetzung für den Baustart ist eine Baugenehmigung für die Übergangskita, in die die Mädchen und Jungen einziehen, während ihre Kita auf Vordermann gebracht wird. Die Kita-Module sollen auf dem Areal neben dem Spielplatz an der Schule aufgestellt werden.

Der Anbau an der Kita "Feldmäuse" in Grünlichtenberg bekommt eine gläserne Verbindung zum bestehenden Gebäude.
Der Anbau an der Kita "Feldmäuse" in Grünlichtenberg bekommt eine gläserne Verbindung zum bestehenden Gebäude. © Entwurf: Koord Architekturbüro

Mehr Platz für Krippenkinder

In dem zur Straße gewandten Anbau entstehen ein neuer Schlafraum für die Krippe sowie ein Aufenthaltsraum, und der vorhandene Waschraum wird vergrößert. Gleichzeitig wird damit eine Auflage des Landesjugendamtes erfüllt. Das hatte unter anderem bemängelt, dass sich die Wickelkommode und die Töpfchen für die Jüngsten bisher im Schlafbereich der Kinder befinden.

Damit für die Verbindung von Alt- und Neubau das Schrägdach nicht aufgerissen werden muss, wird zwischen beide Gebäudeteile ein Glasstreifen gesetzt. Der sorgt zusätzlich zu den großen Fenstern im Anbau für Licht.

Auch im vorhandenen Kitabereich sind Veränderungen vorgesehen. So sollen die Schwellen entfernt und eine Fußbodenheizung eingebaut werden. Die ist nicht nur für die Kinder, die häufig auf dem Boden spielen günstiger, sondern schafft auch Platz. Denn die Heizkörper können abgebaut werden.

Besserer Brandschutz in alter Villa

In Roßwein soll die Kita „Bussi Bär“ brandschutztechnisch saniert werden und ein Ersatzneubau für 30 Kita- und Krippenkinder entstehen. Dafür fließen rund 1,7 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm und knapp 170.000 Euro gibt der Landkreis dazu. „Es ist ein großes Glück, dass es jetzt solch ein Förderprogramm gibt“, meint die Roßweiner Hauptamtsleiterin Michaela Neubert. Der Eigenanteil der Stadt beträgt knapp 255.000 Euro.

Die alte Villa, in der sich die Kita befindet, sei zwar wunderschön und sie befinde sich in einer schönen Lage, aber der Brandschutz sei nicht auf dem neusten Stand, so Michaela Neubert. Wie genau das geändert werden soll, sei noch in der Planung. Auf jeden Fall werde eine Außentreppe als zweiter Fluchtweg angebaut.

Die Kita „Bussi Bär“ in Roßwein soll ebenfalls erweitert und brandschutztechnisch auf den neusten Stand gebracht werden.
Die Kita „Bussi Bär“ in Roßwein soll ebenfalls erweitert und brandschutztechnisch auf den neusten Stand gebracht werden. © André Braun

Kapazität erhöht sich im Bussi Bär um 15 Plätze

Im Innenbereich sind Brandabschnitte vorgesehen. Ob diese mit Brandschutztüren oder anderweitig voneinander getrennt werden, stehe noch nicht genau fest. „Der Charme der Villa soll aber erhalten bleiben“, erklärt die Hauptamtsleiterin. Als Folgearbeiten seien außerdem eine neue Elektrik, neue Böden und neue Farbe an den Wänden vorgesehen.

Auch die Kita „Bussi Bär“ soll in Richtung Straße einen Anbau erhalten. In dem wird es zwei Gruppenräume mit dazugehörigen Schlaf- und Umkleideräumen sowie einen Personalraum geben. Mit dem Anbau erweitert sich die Kapazität der Roßweiner Kita um 15 Plätze, „die in der Stadt gebraucht werden“.

Zudem zieht dort die Waldgruppe mit ein, die bisher im Kellergeschoss der Kita untergebracht ist, wenn sie nicht in der Natur unterwegs ist.

Ein erster, aber noch nicht abschließender Entwurf zeigt die mögliche Erweiterung der Kita "Bussi Bär" in Roßwein.
Ein erster, aber noch nicht abschließender Entwurf zeigt die mögliche Erweiterung der Kita "Bussi Bär" in Roßwein. © privat

40 Projekte angemeldet

In Niederschöna soll die einstige Sparkassenfiliale umgenutzt werden: Für 70.000 Euro kann die Kita um zwölf Krippenplätze erweitert werden. 650.000 Euro fließen zum Erhalt von 25 Kindergartenplätzen in die Kita Zwergenland in Penig für einen Mehrzweckraum. 16.500 Euro erhält die Gemeinde Erlau, um den Schallschutz in der Kita Schweikershain zu verbessern und für rund 9.000 Euro soll der Spielplatz der Kindertagespflege in Halsbrücke saniert werden.

„Die Entscheidung des Jugendhilfeausschusses steht unter dem Vorbehalt etwaiger Änderungen durch den Kommunalen Sozialverband als Bewilligungsbehörde des Freistaats Sachsen“, so André Kaiser.

Bis Ende 2020 hatten die Träger Zeit, ihren Investitionsbedarf zu melden. Es gingen 40 Projekte mit einem Volumen von rund 11,3 Millionen Euro ein.

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