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Vom grauen Entlein zum schönen Schwan

Die TAG plant in diesem Jahr den Umbau ihres Gebäudekomplexes in der Innenstadt. Die Ansicht des DDR-Baus ändert sich enorm.

So stellt sich das Architekturbüro Zache den Umbau des Gebäudekomplexes an der Johannis- und Zwingerstraße vor. Das ist der Blick aus Richtung Niedermarkt.
So stellt sich das Architekturbüro Zache den Umbau des Gebäudekomplexes an der Johannis- und Zwingerstraße vor. Das ist der Blick aus Richtung Niedermarkt. © Architekturbüro Zache

Döbeln. Die TAG Wohnen will in diesem Jahr ein lange geplantes Großprojekt in Angriff nehmen: den Umbau des Gebäudekomplexes an der Johannis- und Zwingerstraße. In den Bau des Baus aus den späten 1970er-Jahren, der mittlerweile fast leer steht, sollen etwa 4,5 Millionen Euro investiert werden. Entstehen sollen Familienwohnungen, die durch einen Aufzug auch für ältere Leute geeignet sind. In einem anderen Teil des Komplexes entstehen große moderne Wohnungen, ohne Aufzug, aber dafür mit großen Dachterrassen.

In den Teil an der Johannisstraße wird ein Aufzug eingebaut. Das funktioniert, weil die Wohnungen in diesem Flügel durch lange Flure zu erreichen sind. Die Balkone sollen an der Johannisstraße angebaut werden, was nicht ganz problemlos ist, weil dort der Abstand zur anderen Bebauung relativ gering ist, sagte Dirk Förster-Wehle, Leiter Immobilienmanagement der TAG.

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Die Wohnhäuser, hier aus Richtung Theaterstraße aufgenommen, versprühen noch den grauen DDR-Charme der späten 1970er-Jahre.
Die Wohnhäuser, hier aus Richtung Theaterstraße aufgenommen, versprühen noch den grauen DDR-Charme der späten 1970er-Jahre. © Dietmar Thomas

Mit dem Flügel an der Zwingerstraße verfolgt die TAG ein ganz anderes Konzept. Die drei Teile des Komplexes stehen nicht in einer Flucht, sodass eine gemeinsame Erschließung durch lange Flure nicht möglich ist. Statt einem müssten drei Aufzüge eingebaut werden. Für die künftigen Mieter würde das teuer, sagte Förster-Wehle. Deshalb verzichtet die TAG ganz auf Aufzüge. Stattdessen werden die oberen Stockwerke treppenartig zurückgebaut. Es entstehen große Maisonettewohnungen mit Dachterrassen.

Insgesamt stehen nach dem Umbau etwa 25 Ein- bis Vierraumwohnungen an der Johannisstraße, weitere zehn Zwei- bis Fünfraumwohnungen bis 110 Quadratmetern Größe an der Zwingerstraße zur Verfügung. Die Pläne liegen noch beim Bauordnungsamt der Stadt zur Genehmigung, dadurch könnten sich noch Änderungen ergeben, sagte Förster-Wehle. Parallel dazu holt sich die TAG schon Angebote bei Baufirmen ein. „Der Plan ist, in diesem Jahr loszulegen, wenn es wirtschaftlich umsetzbar ist“, so Förster-Wehle. Das sei auch von den Baupreisen abhängig. Die TAG schätzt die Umbauzeit auf etwa 15 Monate.

Duschen statt Badewanne

Auf der Liste der TAG stehen aber auch noch eine ganze Reihe kleinerer Vorhaben. So will Döbelns größter Vermieter in diesem Jahr wieder 300 bis 350 Wohnungen seines Bestandes, das sind über zehn Prozent, instandsetzen und zum Teil zu großen Familienwohnungen umbauen. An ein bis zwei Objekten in Döbeln Nord seien zudem Fassadensanierungen vorgesehen. In Döbeln Ost werden 25 Stellplätze für Mieter neu geschaffen, um das Parkplatzproblem zu entspannen, so Förster Wehle.

Rund 70.000 Euro seien wieder für barrierearme Badumbauten vorgesehen. Es gebe viele Anfragen älterer Mieter, die die Badewanne gegen eine Dusche tauschen wollen. Auch die sogenannte Strangsanierung wird die TAG fortsetzen. In vielen DDR-Neubauten sind Glasrohre als Warmwasserleitungen verlegt. Die seien grundsätzlich sehr gut, Probleme bereiteten aber die Verbindungsstücke, die undicht werden. „Die werden nicht mehr hergestellt“, so Förster-Wehle.

Punkthaus fast komplett vermietet

Im vergangenen Jahr hatte die TAG das sogenannte Punkthaus Am Holländer komplett saniert und mit Aufzügen und Balkonen ausgerüstet. Mit durchschlagendem Erfolg. Das Haus, das zuvor zu 70 Prozent unbewohnt war, ist fast vollständig vermietet. Voraussichtlich im Mai seien alle Wohnungen weg, sagte Förster-Wehle. Vor allem neue Mieter hatten durch die Sanierung gewonnen werden können. „Es kommen auch viele Neumieter aus dem Umland.“

Die TAG hat noch zwei Punkthäuser an der Vyskover Straße und dem Bernhard-Kretzschmar-Weg. Die Wohnungen in den Sechsgeschossern ohne Aufzug und Balkonen lassen sich schwer vermieten. „Wir müssen sehen, was wir daraus machen. Je nach Leerstand“, sagte Förster Wehle.

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