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Waldheim erhöht Elternbeiträge

Die teils kräftige Steigerung sorgt für Diskussionen im Stadtrat. Viele Räte sind damit nicht einverstanden.

Die Stadt Waldheim erhöht die Elternbeiträge für die Ktas und den Hort.
Die Stadt Waldheim erhöht die Elternbeiträge für die Ktas und den Hort. © Symbolfoto/dpa

Waldheim. Die Anpassung der Elternbeiträge sei nicht erfreulich aber erforderlich, sagt Mandy Schützel vom Fachbereich Haupt- und Finanzverwaltung im Stadtrat. Sie begründet die Erhöhung mit den gestiegenen Betriebskosten in den Kindertagesstätten.

Diese resultieren aus erhöhten Personalkosten. Zum einen sei eine Änderung des Personalschlüssels auf fünf zu eins erfolgt. Das heißt, in der Krippe darf eine Erzieherin, die Vollzeit arbeitet, fünf Kinder betreuen. Zum anderen müssten in den Waldheimer Kitas weitere Integrativplätze geschaffen werden. 

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Der Bedarf der Betreuung schwer erziehbarer und behinderter Kinder nehme zu, erklärt Kämmerin Barbara Wesler auf eine entsprechende Nachfrage von Kathrin Schneider (CDU). „Die freien Träger der Kitas haben aber Probleme, geeignetes Fachpersonal zu finden. Das muss einen sonderpädagogischen Abschluss haben,“ so die Kämmerin.

36 Euro mehr für Krippenkinder

Die Elternbeiträge sollen ab dem 1. Januar 2021 steigen. Am tiefsten müssen die Mütter und Väter von Krippenkindern ins Portemonnaie greifen. Sie zahlen für eine neunstündige Betreuung ihres Nachwuchses 36 Euro mehr und damit 238 Euro. Für dieselbe Zeit im Kindergarten beträgt die Erhöhung 1 Euro auf 109 Euro. Ebenfalls 1 Euro mehr wird für die sechsstündige Hortbetreuung fällig. Insgesamt sind es dann 62 Euro. Keine Steigerung ist dagegen für die fünfstündige Hortbetreuung vorgesehen. Dafür zahlen die Eltern weiterhin 51 Euro.

Wird die vereinbarte Betreuungszeit innerhalb der Öffnungszeiten der Einrichtungen überschritten, müssen die Eltern zuzahlen: für jede weitere Stunde in der Krippe 12 Euro, im Kindergarten 8 Euro und im Hort 6 Euro. Diese Beträge, plus 50 Prozent, gelten auch, wenn das Kind erst abgeholt wird, nachdem die Kita oder der Hort eigentlich schon geschlossen sind.

Die Mehrbetreuung für Hortkinder und die Ganztagsbetreuung während der Ferien und an unterrichtsfreien Tagen kostet pro Stunde 1,80 Euro. Leben in einer Familie vier oder mehr Kinder, die zur selben Zeit eine oder mehrere Einrichtungen in Waldheim besuchen, bleiben diese Kinder beitragsfrei.

Linke und AfD dagegen

Für die Erhöhung der Elternbeiträge entschieden sich elf Stadträte. Die Fraktionen der Linken/SPD und der AfD stimmten komplett dagegen und ein Mitglied der CDU-Fraktion enthielt sich der Stimme.

„Die Erhöhung der Elternbeiträge widerspricht dem Grundsatzprogramm unserer Partei. Wir setzen uns dafür ein, dass die Kinderbetreuung prinzipiell kostenlos erfolgt. Da können wir nicht für eine Steigerung der Kosten stimmen“, begründet Mike Mende (AfD) das Abstimmungsverhalten seiner Fraktion. Auch Dieter Hentschel (Die Linke) plädiert „alle Jahre wieder für eine beitragsfreie Betreuung.“ Zumindest könne aber geprüft werden, ob eine Senkung des prozentualen Anteils der Eltern von 20 (Krippe), 22 (Kindergarten) und 23 (Hort) Prozent an den Betriebskosten auf 15 Prozent abgesenkt werden können.

Ohne Elternbeiträge fehlen 680.000 Euro

„Wir würden den Stadträten gern den Erlass aller Elternbeiträge vorschlagen. Aber dann fehlen pro Jahr 680.000 Euro für alle Einrichtungen“, entgegnet Barbara Wesler. Die richtige Adresse für eine Übernahme der Elternbeiträge wäre das Land, meint sie.

Die Waldheimer Stadträte hätten immer viel Wert auf eine ordentliche Ausstattung der Kindertagesstätten gelegt. In die sei in den vergangenen Jahren auch viel Geld investiert worden.

Und die Kämmerin stellt die Frage: „Was würde passieren, wenn weniger Geld für die Kitas zur Verfügung steht?“ Und sie gibt auch gleich die Antwort dazu: An den Personalkosten könne nicht gespart werden. Das wäre dann bei der Ausstattung und den Investitionen der Fall.

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