merken
PLUS Döbeln

Waldheim: Mit Aufklebern gegen Spielplatzsünder

Die Zschopaustadt will ein Rauch- und Alkoholverbot aussprechen. Aber reicht die Art und Weise aus?

Auf den vorhandenen Schildern an den Waldheimer Spielplätzen, wie hier in Schönberg, sollen zusätzliche Aufkleber angebracht werden.
Auf den vorhandenen Schildern an den Waldheimer Spielplätzen, wie hier in Schönberg, sollen zusätzliche Aufkleber angebracht werden. © Dietmar Thomas

Waldheim. Zigarettenkippen, Flaschen und Scherben – all das findet sich auf Waldheimer Spielplätzen, meistens in den Sandkästen. Das ist nicht nur unhygienisch, sondern auch gefährlich. Denn tobende Kinder achten nicht darauf, wo sie hintreten. Deshalb will die Stadt den Verunreinigungen jetzt einen Riegel vorschieben.

Mit zwei Enthaltungen haben die Stadträte beschlossen, auf den vorhandenen Schildern an allen Spielplätzen von Waldheim und den dazugehörigen Ortsteilen Aufkleber anzubringen, die auf ein Rauch- und Alkoholverbot hinweisen. Das gilt für den direkten Spielplatzbereich, aber nicht für angrenzende Park- oder Nebenanlagen.

Anzeige
Coole Typen gesucht: Servieren in Döbeln!
Coole Typen gesucht: Servieren in Döbeln!

Hier hat Kreativität Tradition! Seit 1903 überrascht der Bürgergarten in Döbeln mit spannenden Ideen in der Küche und bei Feiern! Komm ins Team: als Servicekraft!

Appell an die Vernunft

Dem Beschluss gingen einige Diskussionen voraus. AfD-Stadtrat Mike Mende erklärte, dass er prinzipiell mit dem Vorhaben einverstanden sei, aber nur mit einem Gesamtpaket zustimme. Mit dem Verbot müsse eine Änderung der Polizeiordnung einhergehen. Die sei jedoch nicht vorgesehen. „Denn es wird ein Schuss in die Luft, wenn Verbote ausgesprochen werden, ohne dass Konsequenzen folgen können“, begründete Mende.

Als Appell an die Vernunft, sieht Andreas Liebau (CDU) die neuen Hinweise an den Spielplatztafeln. Werde festgestellt, dass es nicht funktioniert, sprach auch er sich für eine Änderung der Polizeiordnung aus. Andre Langner (FDP) war der Meinung, dass die meisten Leute vernünftig sind – auch die jungen.

Diese positive Einschätzung teilte Christian Wesemann (AfD) nicht. Die Verursacher der Verunreinigungen gehörten zu einer bestimmten Klientel, das möglicherweise die Schilder gar nicht verstehen würde. Die Aufkleber könnten nur ein erster Schritt sein.

Polizeiordnung wird überarbeitet

Die Polizeiordnung, in der festgelegt werden kann, wie die Missachtung des Rauch- und Alkoholverbotes geahndet wird, soll im kommenden Jahr überarbeitet werden, erklärte daraufhin Michael Wittig, Fachbereichsleiter Ordnung und Bauverwaltung.

Die Neuen seien Hinweis- und keine Verbotsschilder, also die Bitte, nicht zu rauchen und keinen Alkohol zu trinken. Die Einhaltung müsse in den kommenden Monaten geprüft und genau überlegt werden, ob sie als Verbote in die Polizeiordnung aufgenommen werden.

Dafür sei das Anbringen der Aufkleber eine günstige Variante, nicht nur in Bezug auf die Kosten. Sollte diese Anlaufphase ein negatives Ergebnis haben, sprach sich auch Ricardo Baldauf (CDU) für Sanktionen aus. Er hatte im Oktober-Stadtrat mit einem entsprechenden Antrag den Anstoß für den jetzigen Beschluss gegeben.

Mehr lokale Nachrichten aus Döbeln und Mittelsachsen lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Döbeln