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Mit der EC-Karte ins öffentliche WC in Waldheim

Das öffentliche WC in Waldheim ist fertiggestellt und kann ab sofort genutzt werden. Auch an besondere Bedürfnisse wurde bei der Sanierung gedacht.

Von Sylvia Jentzsch
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Dirk Erler, (rechts) Fachbereichsleiter Ordnung- und Bauverwaltung, und Bürgermeister Steffen Ernst geben das öffentliche WC an der Oberbrücke zur Nutzung frei.
Dirk Erler, (rechts) Fachbereichsleiter Ordnung- und Bauverwaltung, und Bürgermeister Steffen Ernst geben das öffentliche WC an der Oberbrücke zur Nutzung frei. © SZ/DIetmar Thomas

Waldheim. Lange hat es gedauert, aber nun kann das öffentliche WC an der Oberbrücke in Waldheim genutzt werden. Das Warten hat sich gelohnt.

Die Räume sind farblich verschieden, aber sehr stimmig gestaltet worden, sind gut gegliedert und hochwertig mit Sanitäranlagen aus Edelstahl ausgestattet.

Der Zugang erfolgt über ein bargeldloses Bezahlsystem. Wer die Toiletten nutzen will, benötigt eine EC-Karte oder ein Smartphone mit Bezahlfunktion. Diese können an eine Art Scanner gehalten werden. Nachdem ein Piep-Ton erklingt, geht die Tür zu öffnen.

Das Handy ist immer dabei

„Die EC-Karte oder das Handy haben die meisten Leute immer zur Hand. Bei Kleingeld ist das nicht der Fall“, so Dirk Erler, Fachbereichsleiter Ordnung- und Bauverwaltung der Stadt Waldheim.

Die EC-Karte oder das Smartphone mit Bezahlfunktion wird benötigt.
Die EC-Karte oder das Smartphone mit Bezahlfunktion wird benötigt. © SZ/DIetmar Thomas

Ein solches System beuge dem Vandalismus vor, da mögliche Täter nicht davon ausgehen können, dass sie an Bargeld kommen. „Meist ist der Sachschaden in solchen Fällen höher als der Stehlschaden“, sagte der Fachbereichsleiter.

Für diejenigen, die sozusagen dienstlich in das Toilettenhaus müssen, weil sie es reinigen, gibt es ein separates Zutrittssystem mit Chip..Vom Konto abgebucht werden 70 Cent. Die Stadträte hatten zur Sitzung im November die Gebührenerhöhung von 50 Cent auf 70 Cent beschlossen.

Die Stadträte hatten zur Sitzung im November die Gebührenerhöhung von 50 Cent auf 70 Cent beschlossen.
Die Stadträte hatten zur Sitzung im November die Gebührenerhöhung von 50 Cent auf 70 Cent beschlossen. © SZ/DIetmar Thomas

Euro-Schlüssel für Behinderten-WC

Eingebaut wurden im Bereich der Damen zwei WCs, ein Handwaschbecken mit kontaktloser Bedienung und ein Händetrockner. Für die Herren stehen künftig ein WC, zwei Urinale und ein Handwaschbecken bereit.

Außerdem gibt es ein Behinderten-WC. Der Zugang ist mithilfe eines sogenannten Euro-Schlüssels möglich. Allerdings muss, um überhaupt in das Gebäude zu kommen, die Nutzungsgebühr bezahlt werden.

Der spezielle Türöffner ermöglicht einem eingeschränkten Personenkreis, der auf besondere Einrichtungen und Ausgestaltung angewiesen ist, den Zugang. Der Euro-Schlüssel wird vom Darmstädter Verein Club Behinderter und ihrer Freunde, Darmstadt und Umgebung (CBF) deutschland- und europaweit vertrieben.

„Da die Tür der Behindertentoilette nur mit dem speziellen Schlüssel zu öffnen geht, wird diese nicht von innen verriegelt. So können Helfer im Notfall die Tür jederzeit öffnen“, erklärte Erler.

Sanitäranlagen aus Edelstahl

Nicht nur an die Behinderten, sondern auch an Eltern mit Kindern wurde gedacht. So ist eine Nische mit Wickeltisch, Windeleimer und Waschbecken eingerichtet. Sämtliche Sanitäranlagen sind aus Edelstahl.

„Das ist notwendig, damit diese auch dem Vandalismus standhalten“, sagte Erler. Die Fliesen, der Fußboden sowie die Wasser-, Abwasser und Elektroleitungen seien komplett erneuert worden. Herausgerissen wurde die alte Gasheizung. Künftig gibt es eine Frostsicherung durch eine Infrarotheizung.

Eigentlich sollte die Toilettenanlage schon eher genutzt werden können. Doch es gab, wie überall, Lieferschwierigkeiten bei den einzelnen Gewerken. Die hatten teilweise auch Personalengpässe.

So sieht es im Damen-WC aus.
So sieht es im Damen-WC aus. © SZ/DIetmar Thomas

Die öffentliche Toilette, die vor etwa 30 Jahren gebaut wurde, musste dringend saniert werden. Sie war so kaputt, dass sie vor Beginn der Sanierungsarbeiten nicht mehr benutzt werden konnte. Hauptproblem war ein Wasserschaden.

Jetzt ist das Gebäude an der Oberbrücke wieder sehr schön geworden. Der Vorplatz ist gepflastert und auch die Porphyrelemente kommen wieder gut zur Geltung. Diese wurden beim Neubau verwendet, um das Baumaterial, das für das Rathaus und die Oberbrücke verwendet wurde, auch in diesem Gebäude aufzunehmen.

Die Stadt Waldheim hatte schon länger die Sanierung des „stillen Örtchens“ geplant und zunächst 27.000 Euro in den Haushalt für 2023 eingestellt. Doch das Geld reichte nicht. Nach Ausschreibung wurde eine Bausumme von etwas mehr als 150.000 Euro für die Sanierung ermittelt. „Wir liegen zurzeit mit 30.000 Euro unter dieser Summe. Allerdings liegen noch nicht alle Rechnungen vor“, sagte Bürgermeister Steffen Ernst (FDP).

Er ist froh, dass sich die Räte für die Sanierung des Objektes entschieden haben. „Es waren auch der Abriss und Container im Gespräch“, so Ernst. Doch mit dem, was jetzt entstanden sei, könne man nicht nur bei den Bürgern, sondern auch bei Touristen punkten.