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Richzenhainer helfen Feuerwehrmann im Flutgebiet

Seit mehr als 30 Jahren sind die Ortswehren von Richzenhain und Erftstadt-Köttingen befreundet. Sie unterstützen sich auch in schlechten Zeiten.

Die Männer und Frauen der Feuerwehr von Erftstadt-Köttingen waren tagelang im Flutgebiet im Einsatz. Einer von ihnen ist selbst betroffen. Ihm wollen die Kameraden der Richzenhainer Partnerwehr helfen.
Die Männer und Frauen der Feuerwehr von Erftstadt-Köttingen waren tagelang im Flutgebiet im Einsatz. Einer von ihnen ist selbst betroffen. Ihm wollen die Kameraden der Richzenhainer Partnerwehr helfen. © privat

Waldheim. Schlamm, Wasser, Geröll, kaputte Häuser – diese Bilder von Erftstadt nach dem Juli-Hochwasser machen viele Menschen betroffen.

Noch mehr allerdings die Kameraden der Richzenhainer Ortswehr. Sie sind seit dreißig Jahren mit der Wehr von Erftstadt-Köttingen befreundet.

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„Als wir von den Ausmaßen des Hochwassers erfahren haben, haben wir sofort versucht, die Kameraden zu erreichen. Wir wollten wissen, was los ist, fragen, ob wir helfen können. Doch die Kontaktaufnahme gestaltete sich schwierig“, sagte Ortswehrleiter Jens Wrona.

Man-Power und Pumpen vor Ort helfen

Zu erfahren war, dass es einen Kameraden besonders betroffen hat. Die anderen Feuerwehrleute wohnen im Ortsteil Köttingen. Der liegt etwas oberhalb von Erftstadt. Dort habe das Wasser teilweise auf den Straßen gestanden, es mussten Keller ausgepumpt werden.

Ohne wirklich zu wissen, wie es den Kameraden der Partnerwehr geht, hatten sich die Richzenhainer Feuerwehrleute bereit erklärt, ins Katastrophengebiet zu fahren. „Wir wollten mit Man-Power und Pumpen vor Ort helfen“, so Wrona.

Ihre Bereitschaft teilten sie auch dem Wehrleiter von Waldheim mit. „Uns wurde gesagt, dass wir nur in das betroffene Gebiet fahren können, wenn es eine entsprechende Anforderung gibt, alles von einer zentralen Stelle des Landratsamtes aus koordiniert werde“, so Wrona.

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Also ließen sich die Richzenhainer in eine Liste einschreiben, falls Leute benötigt würden. Angefordert wurden sie nicht.

Erinnerungen kommen hoch

„Doch wir wollten irgendwie helfen. Schließlich haben wir noch die Bilder der Fluten von 2002 und 2013 vor Augen. Wir waren damals in Waldheim und in Döbeln im Einsatz“, sagte der Ortswehrleiter. Deshalb könnten die Kameraden nachempfinden, wie es den Leuten in den Flutgebieten und dem betroffenen Feuerwehrmann der Partnerwehr geht, bei dem Wasser in der Wohnung gestanden hat.

„Klar kommen da die Bilder von unseren Hochwassereinsätzen wieder hoch. Wir haben damals viele Erfahrungen gesammelt, die wir gern weitergegeben hätten“, sagte der ehemalige Ortswehrleiter Steffen Beyer. Damals wollten auch die Erftstädter helfen, doch es gab kein Hilfeersuchen von den zuständigen Behörden.

„Wir wollen helfen und haben eine Spendensammlung ins Leben gerufen. Bisher sind 500 Euro eingegangen, die wir dem Feuerwehrmann zukommen lassen wollen“, so Jens Wrona. Wer wolle, könne sich noch an der Sammlung beteiligen. Jede Unterstützung werde gebraucht.

Kontakt ins Flutgebiet ist noch immer schwierig

Zunächst wollten einige Richzenhainer ins Krisengebiet fahren, um das Geld zu übergeben. „Eine Überweisung ist jedoch sinnvoller. Immerhin liegen etwa 600 Kilometer zwischen Richzenhain und Erftstadt-Köttingen“, sagte der Ortswehrleiter. Also soll das Geld überwiesen werden.

„Es ist immer noch schwierig, Kontakt mit den Leuten aufzunehmen. Einige Feuerwehrleute sind stellenweise noch im Einsatz“, so Wrona. Wichtig sei, dass das Geld direkt bei dem Betroffenen ankomme.

Die Richzenhainer Ortswehr hat eine Partnerwehr in Erftstadt Köttingen.
Die Richzenhainer Ortswehr hat eine Partnerwehr in Erftstadt Köttingen. © Dietmar Thomas

Wo andere Hilfen nicht ankommen

Das will auch die Stadt Waldheim. Auf dem Spendenkonto sind bisher 7.140 Euro (Stand 11. August) eingegangen. „Wir werden das Konto noch bis Ende des Monats offen halten.

Anfang September wird dann in Abstimmung mit den Mitgliedern des Verwaltungsausschusses festgelegt, wer unterstützt werden soll“, so Bürgermeister Steffen Ernst (FDP).

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Es müsse beachtet werden, dass die Spenden dort eingesetzt würden, wo andere Hilfen nicht ankommen. Sie müssen förderunschädlich sein.

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