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Waldheim: Wo die 13 Glück bedeutet

Das haben nicht viele: Im Richzenhainer Hof gibt es ein Zimmer mit der Nummer 13 – Ruhe und Idylle inklusive.

Heike Möbius steht auf dem schön hergerichteten Innenhof der Pension „Richzenhainer Hof“. Seit 1994 können Gäste bei der Wirtin und ihrem Mann Jens am Rande Waldheims übernachten. Nach dem Mauerfall haben beide den Hof nach und nach aufgebaut.
Heike Möbius steht auf dem schön hergerichteten Innenhof der Pension „Richzenhainer Hof“. Seit 1994 können Gäste bei der Wirtin und ihrem Mann Jens am Rande Waldheims übernachten. Nach dem Mauerfall haben beide den Hof nach und nach aufgebaut. © Lars Halbauer

Von Dagmar Doms-Berger

Waldheim. Ob Wandergruppen und Motorradfahrer, barfüßige Irländer und frierende Kalifornier – die Gästeschar des Richzenhainer Hofes ist bunt. Sie kommen aus allen Teilen Deutschlands und vielen Ländern der Welt.

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Geschäftsreisende und Monteure geben sich hier genauso die Klinke in die Hand wie Urlauber, ehemalige Waldheimer auf Heimatbesuch oder Ortsansässige, die im Richzenhainer Hof gefeiert und sich für eine Nacht eingemietet haben. Seit 1994 können Gäste bei Familie Möbius übernachten.

„Wir werden gut gebucht“, sagt Heike Möbius (52). An den Wochenenden sind die Zimmer meist voll belegt. Zwar ist der Richzenhainer Hof auf bekannten Online-Reiseportalen gelistet, doch viele Buchungen erfolgen über die Internetseite der Pension. „Unsere Stammgäste rufen uns einfach an“, sagt Heike Möbius. Vieles läuft über die bewährte Mund-zu-Mund-Propaganda.

Von ihren Zimmern im ländlich-gemütlichen Stil haben die Gäste immer einen Blick ins Grüne: einen Wiesenblick oder einen Auenblick. Sogar ein Zimmer mit der Nummer 13 gibt es im „Richzenhainer Hof“. Die 13 ist für Familie Möbius eine Glückszahl, weil ihr
Von ihren Zimmern im ländlich-gemütlichen Stil haben die Gäste immer einen Blick ins Grüne: einen Wiesenblick oder einen Auenblick. Sogar ein Zimmer mit der Nummer 13 gibt es im „Richzenhainer Hof“. Die 13 ist für Familie Möbius eine Glückszahl, weil ihr © Lars Halbauer

Überall ein Blick in die Natur

Die Gäste schätzen die familiäre Atmosphäre und die ruhige Lage. Aber eins unterscheidet den Richzenhainer Hof von den meisten Unterkünften: Hier gibt es ein Zimmer mit der Nummer 13. Da die Zahl 13 im Volksglauben als Unglückszahl gilt, haben viele Hotels sie nicht vergeben, mancherorts rutscht man sogar vom zwölften ins 14. Stockwerk.

„Wir haben die 13 vergeben. Für uns ist es eine wunderbare Zahl, unser Sohn wurde an einem 13. geboren“, lacht Heike Möbius und ergänzt: „Manche Gäste stört’s und sie wollen ein anderes Zimmer, andere winken ab und verbringen entspannte Nächte.“

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Im Dreiseithof gibt es insgesamt 13 Zimmer, darunter auch ein Apartment mit zwei Schlafzimmern und einem Flur, ideal für Familien oder auch zu zweit. Eingerichtet im ländlich-gemütlichen Stil, ausgestattet mit Fernseher und Fön.

An den Gebäuden des Dreiseithofes stehen Namen wie Wiesenblick und Auenblick, ein Hinweis auf die Aussicht beim Blick aus dem Fenster. Es verbindet sie allesamt der Blick ins Grüne und in die Weite, was wiederum pure Entspannung und Ruhe bedeutet. Gebucht werden kann die Übernachtung mit und ohne Frühstück.

Rustikal und gemütlich ist auch die Sitzecke auf dem Pensionsgelände. Hier lassen sich die Abende bei Bier und Wein genießen. Gleich daneben befindet sich ein Spielplatz mit Rutsche, Schaukel und Klettergerüst, für kleine Gäste gibt es auch einen Sandkast
Rustikal und gemütlich ist auch die Sitzecke auf dem Pensionsgelände. Hier lassen sich die Abende bei Bier und Wein genießen. Gleich daneben befindet sich ein Spielplatz mit Rutsche, Schaukel und Klettergerüst, für kleine Gäste gibt es auch einen Sandkast © Lars Halbauer

Renovierung in der Corona-Pause

„Hoffentlich läuft das Geschäft so weiter“, sagt Heike Möbius, während sie den Innenhof mit gemütlicher Sitzecke und den daneben liegenden Kinderspielplatz mit Rutsche, Schaukel und Klettergerüst zeigt. An die Zeit, in der die Pension wegen des Corona-Lockdowns geschlossen bleiben musste, denkt sie ungern zurück.

Es waren fast neun Monate, in denen sie keine Privatleute als Gäste unterbringen durften. „Hätten wir die Geschäftsreisenden und Monteure nicht gehabt, hätten wir es nicht überstanden“, sagt sie. Die Monate haben sie genutzt für Renovierungen. Das Gewölbezimmer hat einen neuen Anstrich und einen neuen Fußboden bekommen.

Der Richzenhainer Hof ist ein Familienunternehmen. Einer der beiden Söhne ist mit in das Familienunternehmen eingestiegen. Sohn August hat Hotelfachmann gelernt und vor zwei Jahren seinen Ausbilder gemacht. „Das bedeutet, wir dürfen auch Ausbildungsbetrieb sein“, so Möbius. Zum Betrieb gehören noch zwei Angestellte.

Wo einst Kühe standen, wird heute gefeiert: im Gewölbezimmer. Hier haben bis zu 50 Gäste Platz. Die Säulen aus Porphyr, die das Gewölbe tragen, sind restauriert. Während des Lockdowns hat der Saal frische Farbe und einen neuen Fußboden bekommen.
Wo einst Kühe standen, wird heute gefeiert: im Gewölbezimmer. Hier haben bis zu 50 Gäste Platz. Die Säulen aus Porphyr, die das Gewölbe tragen, sind restauriert. Während des Lockdowns hat der Saal frische Farbe und einen neuen Fußboden bekommen. © Lars Halbauer

Von der Ruine zur Wohlfühloase

Der Dreiseithof war einst ein Bauernhof, 1860 erbaut, von den Urgroßeltern von Jens Möbius erworben und von den nachfolgenden Generationen als Bauernhof bewirtschaftet. Bis 1970, zu der Zeit als nur noch LPG Typ III gebildet wurden, die Bauern ihren gesamten landwirtschaftlichen Betrieb mit Vieh, Maschinen und Gebäuden in die Genossenschaft einzubringen hatten.

Nach der Wende bekam die Familie den Hof zurück. Viel war nicht übrig geblieben. „Es war eine Ruine“, erinnert sich Heike Möbius. „Allein hätten wir den Aufbau nicht stemmen können.“ Das sei nur mithilfe der Eltern möglich gewesen. Die kommenden Jahre beschäftigte sich die Familie ausschließlich mit Bauplänen, Bauanträgen und kämpfte gegen die Hürden der Bürokratie.

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Im Dezember 1994 konnte die erste Gesellschaft zum Feiern auf dem Hof begrüßt werden. Heike Möbius erinnert sich noch genau: „Es war der damalige Friseurmeister aus Waldheim, ein ganz liebenswerter Mensch.“

Auch an eine kalifornische Familie, die bei ihnen übernachtete, erinnert sie sich. „Es war Hochsommer“, so Heike Möbius. Irgendwann kam der „Daddy“ mit der Bitte, die Heizung einzuschalten, weil seinen beiden Töchtern kalt war.

Richzenhainer Hof

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  • Die Pension hat 13 Zimmer, darunter ein Apartment mit Platz für eine kleine Familie oder auch zu zweit mit zwei getrennten Schlafräumen, einem Flur und Bad mit Dusche und WC.
  • Alle Zimmer verfügen über Flachbildschirm, Schreibtisch, Bad mit Dusche, WC, Föhn, Doppelbett oder Einzelbett, Sessel oder Sofa.
  • W-Lan gibt es mit mäßiger Datenrate und kostenfreie Parkplätze am Haus.

www.richzenhainer-hof.de

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