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Waldheims Pläne auf 185 Seiten

Wohin entwickelt sich die Zschopaustadt bis zum Jahr 2030? Die Kommune hat dafür jetzt ein Konzept.

Die Stadt Waldheim hat ihr Stadtentwicklungskonzept bis 2030 fortgeschrieben. Dem vorausgegangen ist eine umfangreiche Analyse vieler Bereiche.
Die Stadt Waldheim hat ihr Stadtentwicklungskonzept bis 2030 fortgeschrieben. Dem vorausgegangen ist eine umfangreiche Analyse vieler Bereiche. © Dietmar Thomas

Waldheim. Es ist 185 Seiten dick und prall gefüllt mit Informationen, Analysen und Statistiken: Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept - kurz Insek – für Waldheim.

Seit 2015 arbeiten Stadtverwaltung, Stadträte, Arbeitgruppen und die Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DSK) an der Fortschreibung des Konzeptes aus dem Jahr 2009. Am Donnerstag ist es in einer Sitzung des Waldheimer Stadtrates bestätigt worden.

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„Seit 2009 haben sich viele neue Herausforderungen, andere Strategien und Handlungsweisen ergeben“, sagte Katrin Große von der DSK. Sie war in den zurückliegenden fünf Jahren maßgeblich an der Erstellung des Insek für die Zschopaustadt beteiligt, hat Stärken und Schwächen der Stadt analysiert.

Der demografische Wandel sowie Veränderungen durch umfangreiche Eingemeindungen seit dem Jahr 2009 habe speziell für Waldheim eine Fortschreibung des Konzeptes notwendig gemacht. Das nun vorliegende Insek soll Bestand haben bis 2030. „Deshalb ist es auch allgemein gehalten, denn niemand kann die Entwicklung genau voraussehen“, so Katrin Große.

Wichtig für die Beantragung von Fördermitteln

Notwendig sei das Papier aber vor allen Dingen, um Fördermittel beantragen zu können. „Wir werden von den Fördermittelgebern bei der Antragstellung mit als erstes gefragt, ob die Maßnahme im Stadtentwicklungskonzept verankert ist“, so Bürgermeister Steffen Ernst (FDP).

Analysiert wird in dem Konzept unter anderem auch, wie es gelingen könnte, das Schrumpfen der Bevölkerung aufzuhalten. Wie viele andere Kommunen steht auch Waldheim vor dem Problem der Überalterung der Bevölkerung.

Familienfreundliche Angebote nötig

Grundparameter wie Lebenserwartung oder die Geburtenentwicklung können von der Kommune nur schwer beeinflusst werden. Mit einer angemessenen Angebotsstruktur im Bereich der Kinderbetreuung und schulischer Bildung könnten jedoch die Voraussetzungen für eine familienfreundliche Kommune und damit Zuwanderungsanreize geschaffen werden, heißt es. 

Eine weitere Voraussetzung ist, dass potenziellen Zuzüglern entsprechender Wohnraum zur Verfügung gestellt werden kann sowie Angebote auf dem Wohn- und Eigenheimmarkt zu schaffen.

Arbeitsplätze, Betreuungsangebote für Kinder und Ältere, und Alleinstellungsmerkmale sollen aufgrund zunehmender Konkurrenz der umliegenden Gemeinden an Bedeutung gewinnen.

Attraktive Lage und hochwertige Baustruktur

Im Insek werden Stärken und Schwächen gegeneinander aufgewogen. Für Waldheim sprechen unter anderem die attraktive Lage der Stadt, moderate Mietpreise, die hochwertige Baustruktur mit wenigen Plattenbauten und vielen Objekten aus der Gründerzeit sowie der sehr geringe Schuldenstand und die stabile Finanzlage.

Negativ sind den Planern unter anderem unsanierte Gebäude im Innenstadtbereich, die teils schlechte Vermietbarkeit in unsanierten Objekten oder die fehlende private Investitionskraft zur Gebäudesanierung aufgefallen. Ebenso negativ schlägt das fehlende Angebot für Kinder- und Jugendliche im Alter von sieben bis 16 Jahren in der Innenstadt zu Buche.

Auch Themen, auf die die Stadt selbst keinen oder nur wenig Einfluss hat, werden angesprochen. So wird unter anderem kritisiert, dass der Busverkehr ausschließlich auf den Schülerverkehr ausgerichtet sei und es keine oder wenige Angebote in den Abendstunden oder an den Wochenenden gibt, oder dass Augen- und Kinderärzte in Waldheim fehlen.

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