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Wann die Schüler ihre Zeugnisse erhalten

Bis zum 10. Februar sollten die „Giftblätter“ geschrieben sein. Die Ausgabe regelt jede Schule in der Region Döbeln anders.

Egal ob Grund-, Ober-, Förder-, Berufsschüler oder Gymnasiast – keiner erhält heute, wie geplant, eine Halbjahresinformation oder ein Zeugnis. Durch die Corona-Pandemie gibt‘s diese erstmals erst nach den Winterferien.
Egal ob Grund-, Ober-, Förder-, Berufsschüler oder Gymnasiast – keiner erhält heute, wie geplant, eine Halbjahresinformation oder ein Zeugnis. Durch die Corona-Pandemie gibt‘s diese erstmals erst nach den Winterferien. © dpa

Region Döbeln. Ein wenig aufgeregt kommen die Schüler in die Schule. Der Unterricht ist an diesem Tag etwas lockerer. Aber die Mädchen und Jungen fiebern nur einer Stunde entgegen: der Zeugnisausgabe.

So sollte es auch am heutigen Freitag sein. Eigentlich. Denn in diesem Jahr ist alles anders. Die Winterferien wurden geteilt und vorgezogen. Die Zeugnisse erhalten die Schüler erst nach den Ferien. Niemand, der an seine eigene Schulzeit oder die seiner Kinder denkt, kann sich erinnern, dass es eine solche Situation schon einmal gab.

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Am 8. Februar beginnt das Homeschooling wieder. Der 10. Februar ist jetzt der Stichtag für die Zeugnisausgabe. Aber wie regeln diese die Bildungseinrichtungen in der Region Döbeln. Sächsische.de hat nachgefragt.

Von der Grundschule Ostrau erhalten die Viertklässler Post

„Priorität haben die vierten Klassen“, sagt Angela Jurczyk, Leiterin der Grundschule Ostrau. Die Zehnjährigen und deren Eltern erhalten in den nächsten Tagen Post. In dem Brief, der als Einschreiben mit Rückschein verschickt wird, steckt aber nicht nur die Halbjahresinformation, sondern auch die Bildungsempfehlung sowie alle Formulare, die die Schüler für die Anmeldung an einer Oberschule oder einem Gymnasium benötigen. Diese muss bis zum 26. Februar erfolgen. Der Postweg ist teuer, „aber mit der Gemeinde abgesprochen, die zugestimmt hat“, erklärt Angela Jurczyk.

Nach jetzigem Stand könnte am 15. Februar wieder Präsenzunterricht an den Schulen erfolgen. „An diesem Tag bringen die Erst- bis Drittklässler ihre Zeugnismappen mit, die am 17. Februar in der ersten Stunde von den Klassenlehrern mit der Halbjahresinformation wieder ausgegeben werden“, so die Schulleiterin.

Die Bewertung der Schüler erfolge in allen Fächern und mit allen Kopfnoten. Vom Start des derzeitigen Schuljahres bis zum Beginn des Lockdowns kurz vor Weihnachten sei keine Klasse der Ostrauer Grundschule in Quarantäne gewesen. „Deshalb konnten wir kontinuierlich Noten verteilen“, meint Angela Jurczyk.

Mindestens drei Zensuren in einem Fach seien für eine Gesamtnote nötig. Liege der Durchschnitt bei „Komma fünf“, erhalte der Schüler die bessere Note mit einem Minus dahinter. „Das ist für ihn Motivation und ein Signal, sich im zweiten Halbjahr zu verbessern“, sagt die Schulleiterin. Themen, die im Homeschooling mit LernSax behandelt wurden, fließen nicht in die Benotung ein.

An der Oberschule Waldheim gibt es drei Zeugnis-Übergabe-Varianten

Drei verschiedene Varianten der Zeugnisübergabe sind an der Oberschule Waldheim vorgesehen. Gemeinsam mit einem Elternbrief erhalten die Sechstklässler ihr Zeugnis per Post. „Sie müssen sich bis zum 26. Februar für den Haupt- oder Realschulbildungsgang entscheiden“, begründet Schulleiter Jan Genscher.

Die Abschlussklassen, die ab 8. Februar wieder zum Präsenzunterricht in die Schule kommen, erhalten die Halbjahreszeugnisse am 10. Februar. Für die Zehntklässler und die Neuntklässler der Hauptschule sei dieses Zeugnis besonders spannend.

Es zeige ihnen, wo sie die Chance nutzen sollten, das Notenbild zu festigen und zu verbessern. „Allen anderen überreichen wir sie, wenn es am 15. Februar für sie in der Schule weitergeht“, ist Genscher optimistisch.

Glücklicherweise habe das Hygienekonzept der Schule gut funktioniert, sodass die Klassen bis zum letzten Schultag vor den Weihnachtsferien gut durchgekommen seien. Dadurch sei es auch möglich, jedem Schüler in allen Fächern, einschließlich der Kopfnoten, eine Zensur zu erteilen.

Bei der Bewertung der häuslichen Lernzeit sei bei den Lehrern Fingerspitzengefühl und manchmal auch Nachsicht vonnöten. Es sei kein Problem, den Schülern die Inhalte der einzelnen Fächer nahe zu bringen, aber es sei nicht einfach, das richtige Maß zu finden, meint Genscher.

Für manche Schüler sei das Homeschooling eine Chance, sich zu bewähren. Das treffe vor allem auf jene zu, die sich im Unterricht oft bei der Mitarbeit zurückhalten. Das häusliche Lernen habe aber auch offenbart, dass viele Schüler das eigenständige Arbeiten noch üben müssten. Für diese sei eine feste Struktur wie im Präsenzunterricht wichtig.

Die Döbelner Schlossbergschüler bekommen ihre Noten in der Schule

„Wir haben uns eine Mischform ausgedacht“, meint Dagmar Dettke, Leiterin der Schlossbergschule Döbeln. Im Interesse der meisten Schüler und Eltern werden die Zeugnisse überreicht, sobald die Schüler zurück in der Schule sind.

„Wenn es der ausdrückliche Wunsch der Eltern ist, können sie sich das Zeugnis auch gemeinsam mit dem Kind in der Schule abholen“, sagt sie. Das sollte aber die Ausnahme sein. Die Halbjahresinformation per Post zuzusenden, komme für die Schulleiterin nicht infrage.

Bei der Vergabe der Noten sei die Schule „den Schülern sehr zugewandt“. „Was sie in der häuslichen Lernzeit erarbeiten, wird nicht bewertet, sondern später im Präsenzunterricht gemeinsam mit den Lehrern aufgearbeitet und ausgewertet“, sagt Dagmar Dettke.

Die Benotung erfolge aus den Ergebnissen des Unterrichts von September bis Dezember. Sollten in diesem Zeitraum in einem Fach nicht genügend Noten zusammengekommen sein – zum Beispiel weil der Schüler krank war – oder eine sehr schlechte Note zu Buche stehen, für die keine Gelegenheit bestand, sie auszubügeln, stehe statt einer Zensur „teilgenommen“ hinter dem Fach.

„Wir können die Kinder nicht für die derzeitige Situation bestrafen“, meint Dagmar Dettke. „Die Eltern sind keine Lehrer. Der eine Schüler bekommt Zuhause mehr Unterstützung und der andere weniger.“

Am Döbelner Lessing-Gymnasium gibt es für die Bewerbung eine Ausnahme

Michael Höhme, Schulleiter am Lessing-Gymnasium Döbeln, hofft, dass der Präsenzunterricht am 15. Februar wieder beginnen kann. Dann würden die Zeugnisse an die Schüler ausgegeben.

Wenn ein Jugendlicher die Halbjahresinformation aber dringend benötige, zum Beispiel, weil er nach der zehnten Klasse das Gymnasium verlassen und sich für eine Lehrstelle bewerben möchte, könne er sie auch schon vorher im Sekretariat des Gymnasiums abholen.

Trotz Homeschooling sei das erste Halbjahr ein relativ normales gewesen. Nur für eine sehr kurze Zeit seien einzelne Klassen in Quarantäne gewesen. „Aber das war kein Problem“, so Höhme. Bis Dezember sei der Unterricht gut gelaufen, sodass die Möglichkeit bestand, genügend Noten zu generieren. „Und die Halbjahresinformation ist nur eine Momentaufnahme“, meint der Schulleiter, der davon ausgeht, dass der schulische Regelbetrieb zeitnah wieder startet.

Am Beruflichen Schulzentrum Döbeln erhalten nur Vollzeitklassen Zeugnisse

Eine Halbjahresinformation bekommen im Beruflichen Schulzentrum Döbeln nur die Vollzeitklassen der Sozialassistenten und Erzieher, des Berufsvorbereitungs- und Berufsgrundbildungsjahres sowie die Fachoberschüler.

Sie werden komplett benotet. Nur für die berufspraktische Ausbildung, die viele Berufsschüler aufgrund von Corona nicht wahrnehmen konnten, sei das kaum möglich, erklärt Schulleiterin Katrin Neumann.

Die jungen Leute erhalten ihre Zeugnisse, sobald sie die Berufsschule wieder besuchen können. Ausnahmen sind Schüler, die sich bewerben möchten. Sie bekommen das Zeugnis eher ausgehändigt.

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