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Warum das THW jetzt öfter im Einsatz ist

Die blauen Helfer werden schneller alarmiert. Vor allem, wenn die Feuerwehr technische Unterstützung braucht.

Christian Winkler steht am Mannschaftskraftwagen, den das Döbelner THW aus Zwickau bekommen hat. Er soll in wenigen Jahren durch ein neues Fahrzeug ersetzt werden.
Christian Winkler steht am Mannschaftskraftwagen, den das Döbelner THW aus Zwickau bekommen hat. Er soll in wenigen Jahren durch ein neues Fahrzeug ersetzt werden. © Jens Hoyer

Döbeln. Christian Winkler, Ortsbeauftragter des Technischen Hilfswerks in Döbeln, nannte das neue Fahrzeug ein „Weihnachtsgeschenk“. Kurz vor Heiligabend stand es auf dem Hof des THW an der Friedrichstraße. Nicht komplett neu, aber gut gebraucht. Ein sogenannter Mannschaftskraftwagen mit Ladebordwand. Praktisch der krönende Abschluss eines sowohl turbulenten wie ruhigen Jahres.

28 Einsatzkräfte und 14 Junghelfer

Das ist nur auf den ersten Blick ein Widerspruch. Ruhig war das Jahr, weil wegen Corona etwa die Hälfte der geplanten Dienste ausfallen musste. Ein Umstand, unter dem auch die Kameradschaft leidet, wie Winkler sagte. Turbulent war das Jahr, weil das THW Döbeln so viele Einsätze wie noch nie hatte. 25, um genauer zu sein. Im vergangenen Jahr waren es nur sechs. Das THW kann dabei auf 28 Einsatzkräfte zurückgreifen. Tendenz steigend, obwohl in diesem Jahr keinerlei Veranstaltungen mit Außenwirkung durchgeführt werden konnten, wie Winkler sagt. Dazu kommen noch 14 Junghelfer.

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Gute Zusammenarbeit

Die enorme Steigerung der Einsätze resultiert vor allem aus der guten Zusammenarbeit mit den Feuerwehren der Umgebung, sagte Winkler. Außerdem durch eine Novellierung des THW-Gesetzes, was die Abrechnung dieser Einsätze betrifft. „Dadurch steht die Kostenfrage für die Einsätze nicht mehr im Raum“, sagte Winkler. Die Feuerwehren sind motiviert, schneller das THW anzufordern, wenn sie mit der eigenen Technik nicht mehr weiterkommen. Und das war ziemlich häufig der Fall.

Brandruine eingerissen

Los ging es schon im Januar, als in Sachsendorf bei Erlau die Scheune eines Vierseithofes brannte. „Wir haben der Feuerwehr geholfen, das Gebäude niederzulegen und einen Zugang zu schaffen“, sagte Winkler. Dabei sei auch ein Kettenbagger des Chemnitzer THW zum Einsatz gekommen. Etwa einen Monat später der nächste Einsatz. Bei Leisnig war eine Garage abgebrannt, die Giebel drohten einzustürzen. Wieder half das Döbelner THW beim Einreißen der Ruine.

Mehrere Tage war das THW auch beim Brand einer Recyclinganlage in Wiederitzsch bei Leipzig involviert. Erst durch das Stellen von Personal, später auch durch den Einsatz mit dem eigenen großen Radlader. Das THW half beim Auseinanderziehen der brennenden Haufen, damit das Brandgut abgelöscht werden konnte. „Das war eine ganz große Hausnummer“, sagte Winkler.

Strohlager in Brand

Auch in Berbersdorf waren die Döbelner im Einsatz, als dort ein Strohlager in Brand geraten war. Mit THW-Gruppen aus Freiberg, Dippoldiswalde und Dresden zogen die Döbelner das brennende Stroh auseinander. „Wir waren innerhalb einer Stunde dort. Unsere Alarmierungswege werden immer besser“, sagte der Ortsbeauftragte.

Das THW übernimmt auch manchmal Aufgaben der Feuerwehr. Das habe den Vorteil, dass diese Kräfte nicht so lange gebunden werden, sagte Winkler. So leuchtete das Döbelner THW für die Polizei die Unfallstelle bei Rossau aus, als dort im November zwei Motorradfahrer zusammengestoßen waren.

Als beim Brand eines großen Laubhaufens in den Döbelner Klostergärten ein Radlader gebraucht wurde, war das auf kurzem Wege alarmierte THW innerhalb von drei Minuten vor Ort, erzählte Winkler. Die Döbelner Feuerwehr und der Ortsverband arbeiten im Jugend- wie im Erwachsenenbereich zusammen. Wenn in diesem Jahr wegen Corona auch auf kleiner Flamme. So musste der gemeinsame Blaulichtkindertag diesmal ausfallen.

Gute Ausstattung

Technisch steht das Döbelner THW gut im Futter. Im vergangenen Jahr war ein neuer Radlader angeschafft worden, in diesem Jahr kam noch ein passender Tieflader dazu. Im kommenden Jahr soll ein neuer Gerätekraftwagen die Truppe erreichen. Später soll auch noch der gut gebrauchte Mannschaftslastwagen gegen ein neues Fahrzeug ausgetauscht werden.

Unsicherheit gibt es allein bei der Liegenschaft. Es ist immer noch nicht entschieden, ob das THW in der alten Immobilie bleiben kann oder ob neu gebaut wird. Nach den Richtlinien des THW ist die Immobilie zu groß. Winkler kann dem aber auch Gutes abgewinnen. Gerade in der Corona-Krise habe sich gezeigt, dass zusätzlich Lagermöglichkeiten und ein großer Versammlungsraum von Vorteil sind.

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