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Was die Archäologen bei Karls in Döbeln suchen

Dort, wo mal Karls Erlebnis-Dorf stehen soll, haben Ausgrabungen begonnen. Die erste Steinzeitsiedlung ist schon entdeckt worden.

In langen Streifen haben die Archäologen auf dem Bauplatz von Karls die Muttererde beiseite räumen lassen. Dadurch werden Verfärbungen sichtbar, die auf archäologische Strukturen im Untergrund hinweisen. Pfähle von Häusern etwas sind schon lange ver
In langen Streifen haben die Archäologen auf dem Bauplatz von Karls die Muttererde beiseite räumen lassen. Dadurch werden Verfärbungen sichtbar, die auf archäologische Strukturen im Untergrund hinweisen. Pfähle von Häusern etwas sind schon lange ver © Dietmar Thomas

Döbeln. Auf dem Gelände von Karls Erlebnis-Dorf an der B 169 in Döbeln sind die ersten Bagger zu sehen. Die legen allerdings noch nicht die Fundamente für den Freizeitpark an, sondern sondieren erst einmal die Lage.

Die Archäologen interessieren sich, was sich unter der Erde befindet, bevor diese Strukturen durch die Bauarbeiten für immer zerstört werden. Das Bauvorhaben befindet sich gerade in der Genehmigungsphase. Deshalb haben die Archäologen auch noch Zeit, ihre Arbeit zu erledigen. Voraussichtlicher Baubeginn wird Mitte kommenden Jahres sein.

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Steinzeitliche Siedlung entdeckt

Das Gelände ist für die Ausgräber sehr interessant, in der näheren Umgebung waren in der Vergangenheit immer wieder Funde gemacht worden. Und auch auf dem Areal selbst, wo seit Montag vergangener Woche gegraben wird, seien die Archäologen bereits im ersten Schnitt im nördlichen Bereich „nicht unerwartet“ auf eine frühneolithische Siedlung der Linienbandkeramik gestoßen, sagte Christoph Heiermann, Pressesprecher des Archäologischen Landesamtes.

Die Linienbandkeramiker waren Steinzeitmenschen, die vor reichlich 7.000 Jahren schon sesshaft waren, Ackerbau betrieben und in Siedlungen lebten. Ihren Namen haben sie von den typischen Verzierungen ihrer Tongefäße.

Zur Voruntersuchung, so erklärte Heiermann weiter, werden im gesamten Gelände vier Meter breite Schnitte angelegt, in denen der Oberboden maschinell auf das archäologisch relevante Niveau abgetragen wird. Die Schnitte werden von derzeit zwei Baggern alle 15 bis 20 Meter gezogen.

Archäologen suchen Verfärbungen

Zwei Mitarbeiter des Landesamtes betreuen die Sondierungen. Das „archäologisch relevante Niveau“ sei in der Regel der anstehende, gewachsene Boden unterhalb des Mutterbodens, so Heiermann.

Die archäologischen Befunde machen sich meist als dunkle Verfärbungen im Boden bemerkbar. Die Voruntersuchung diene der Einschätzung der Lage und Dichte der Fundstellen im zukünftigen Bauareal. Für die Voruntersuchungen haben die Archäologen einen Zeitraum von fünf Wochen angesetzt.

Die Ausgräber werden später den Spatel nur an den Stellen ansetzen, wo durch die Bauarbeiten archäologische Substanz verloren geht. „Die Ausgrabungen werden voraussichtlich in Etappen in enger Absprache mit dem Investor, der Karls GmbH, stattfinden. Aussagen zu Umfang und Dauer sind erst nach Abschluss der Voruntersuchung möglich“, sagte Heiermann.

Funde aus vielen Epochen

Im Gewerbegebiet Mockritz, aber auch beim Ausbau der B 169 seien in den letzten Jahren Funde aus nahezu allen Epochen der Jungsteinzeit und aus der Bronzezeit zutage getreten, so Heiermann. „Durch die Luftbildarchäologie sind zudem auf den angrenzenden Feldern und Kuppen weitere Siedlungsstellen und Befestigungen bekannt geworden.“

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Die Region Döbeln gehöre nicht zuletzt aufgrund der fruchtbaren Böden zum Altsiedelland, in dem seit der frühen Jungsteinzeit (6. Jahrtausend v. Chr.) gesiedelt wird, so Heiermann. Nahezu aus allen Perioden der Vor- und Frühgeschichte seien Siedlungen, Befestigungen und Gräber bekannt.

„Auch im südlichen Abschnitt des künftigen Erlebnisdorfes waren durch Lesefunde bereits Siedlungen der frühen und mittleren Jungsteinzeit als auch des frühen Mittelalters bekannt.“

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