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Was wird aus der Schloßbergschule?

Döbeln will neue Fördermittel für die Stadtentwicklung. Dabei geht es auch um das Schloßbergareal und die Verlängerung der Pferdebahn.

Die Schloßbergschule wurde 1868 anstelle der Döbelner Burg erbaut. Jetzt ist absehbar, dass die Förderschule in einigen Jahren nach Döbeln Ost umzieht. Aber was wird dann aus dem Areal. In einer Machbarkeitsstudie sollen Ideen für eine Nachnutzung un
Die Schloßbergschule wurde 1868 anstelle der Döbelner Burg erbaut. Jetzt ist absehbar, dass die Förderschule in einigen Jahren nach Döbeln Ost umzieht. Aber was wird dann aus dem Areal. In einer Machbarkeitsstudie sollen Ideen für eine Nachnutzung un © Dietmar Thomas

Die Stadt Döbeln will ein neues Kapitel der Stadtsanierung aufmachen. „Lebendige Zentren“ heißt das Förderprogramm, aus dem die Stadt nach Auslaufen des Sanierungsgebietes Fördermittel für die Stadtentwicklung bekommen will. Der Stadtrat wird sich am Donnerstag mit dem Thema beschäftigen und das Gebiet festlegen. Es soll die Döbelner Muldeninsel umfassen. Bis März muss die Stadt die Aufnahme in das Bund-Länder-Programm beantragen. Grundlage ist ein städtebauliches Entwicklungskonzept. Interessant ist, für was die Stadt das erhoffte Geld einsetzen will.

Toilette auf dem Niedermarkt

Auf der Maßnahmenliste, eigentlich ist es eine Ideensammlung, wie Baudezernent Thomas Hanns sagte, tauchen einige interessante Projekte auf. Manche sind ferne Zukunftsmusik, andere schon sehr real. So hatte sich der Stadtrat schon vor einigen Jahren für den Bau einer öffentlichen Toilette in Döbeln ausgesprochen. Die soll auf dem Niedermarkt aufgestellt werden. „Die Toilette wäre sicher eines der ersten Projekte, die man realisieren kann, wenn wir in das Programm kommen“, sagte Hanns. „Viel wird dieses Jahr allerdings nicht mehr passieren, wenn vielleicht im Sommer die Entscheidung fällt und wir im Herbst den Bewilligungsbescheid erhalten.“ Die Stadt rechnet mit Kosten von rund 200.000 Euro für die Fertigteil-Toilette. Drei Viertel der Summe könnte die Stadt über Fördermittel finanzieren. Allerdings ist sie wie früher beim Sanierungsgebiet mit Bund und Land selbst zu einem Drittel an der Fördersumme beteiligt.

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Verlängerung der Pferdebahntrasse

Auf der Liste des Planungsamtes finden sich auch ein paar Ideen, deren Realisierung sehr viel vager ist als der Bau eines Toilettenhäuschens. Über die Verlängerung der Pferdebahntrasse vom Obermarkt bis zur Nicolaikirche ist zwar schon öfter gesprochen worden. Aber zum ersten Mal gibt es etwas Konkreteres. Mit 600.000 Euro taucht das Vorhaben auf der Maßnahmeliste auf, 50 Prozent dieser Summe könnten über Fördermittel finanziert werden. „Das ist bisher nur ein Gedanke. Aber wenn die zweite Muldenquerung funktioniert und sich der Verkehr auf der Kleinen Kirchgasse verringert, dann kann man darüber nachdenken“, sagte Hanns.

Die Stadtverwaltung plant mit den Projekten weit voraus, nämlich bis ins Jahr 2029. So ist die größte Einzelsumme, nämlich rund zwei Millionen Euro, für die Entwicklung des Areals Schloßberg vorgesehen. „Der mögliche Umzug der Schloßbergschule in das neue Domizil in Döbeln Ost fällt in diese Zeit“, sagte Hanns. Bei der Stadtverwaltung will man sich deshalb darüber Gedanken machen, wie es dort weitergeht. Dazu gehören auch Überlegungen für eine neue Nutzung des Gebäudes. Dazu soll eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben werden. Es gibt auch noch ungenutzte historische Kellerräume im Schloßberg und wenige Reste der alten Burgmauern, die gesichert werden sollen.

Beirat für Verfügungsfonds

Auch private Bauvorhaben können wieder über das neue Programm mit Fördermitteln unterstützt werden. Neu gegenüber dem alten Stadtsanierungsprogramm sei, dass jetzt auch nicht investive Projekte finanziert werden, so Hanns. Auch neu: Es gibt einen sogenannten Verfügungsfonds, aus dem kleinere Projekte finanziert werden können, über die ein Beirat entscheidet. An diesem Beirat könnten die Döbelner Geschäftsleute beteiligt werden. „Das ist Neuland für uns. Tragisch ist, dass sich für die Einzelhändler durch Corona gerade jetzt die Situation überschlägt.“

Nur noch ein Förderprogramm für die Stadtentwicklung läuft derzeit in Döbeln. „Stadtumbau Ost“, aus dem viel Geld ins sogenannte Gründerzeitviertel investiert wurde, läuft aber 2022 aus. Die Stadt hatte damit eine Menge Vorhaben realisieren können, wie zuletzt der Ausbau des Fußweges zwischen Fron- und Zwingerstraße. Jetzt gibt es noch Zuschüsse für private Hausbesitzer – die aber keiner in Anspruch nehmen will. Bis zu 25 Prozent für die Sanierung der Außenhülle – Dach, Fassade, Fenster – wären möglich, so Hanns. Und bei einigen Häusern bitter nötig. „Gerade einige sehr sanierungsbedürftige Eckgebäude bereiten uns Kopfzerbrechen. Wir haben die Eigentümer angeschrieben, aber keine Reaktion bekommen. Das ist schade, denn diese Häuser sind für das Stadtbild sehr wichtig“, sagte Hanns.

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