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Weil der Ableser nicht mehr klingelt

Um Abwassergebühren zu ermitteln, setzt der Leisniger Eigenbetrieb auf die Mitwirkung seiner Kunden. Wer die versäumt, zahlt womöglich mehr als nötig.

Wer in Leisnig und den Ortsteilen wohnt und wirklich nur für verbrauchtes Trinkwasser eine Abwassergebühr bezahlen möchte, sollte am 31. Dezember oder 1. Januar seinen Wasserzähler ablesen. Ansonsten wird der Verbrauch geschätzt.
Wer in Leisnig und den Ortsteilen wohnt und wirklich nur für verbrauchtes Trinkwasser eine Abwassergebühr bezahlen möchte, sollte am 31. Dezember oder 1. Januar seinen Wasserzähler ablesen. Ansonsten wird der Verbrauch geschätzt. © Symbolfoto: Dietmar Thomas

Leisnig. Wer sich eine „Noch zu erledigen Liste“ für die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr zurechtgelegt hat, der sollte darauf noch ein Stichwort vermerken: Frischwasserzähler ablesen.

Darum bittet Carmen Erler vom Eigenbetrieb Abwasserentsorgung der Stadt Leisnig. Sie sagt das jetzt schon, damit dieser Handgriff im Trubel der Feiertage nicht untergeht. Abgelesen werden sollten der Frischwasser- und wenn vorhanden alle Nebenzähler zum 31. Dezember oder 1. Januar oder um die Tage „drumherum“.

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Seit 2017 hat der für den Raum Leisnig zuständige Abwasserentsorger seinen Abrechnungsturnus aufs Kalenderjahr gelegt. Das heißt, seitdem werden auch die Kunden gebeten, zum Jahreswechsel selbst die Zähler abzulesen. Zum Übermitteln des oder der Stände hat der Entsorgungsbetrieb auf seiner Homepage einen Link eingerichtet. Die entsprechenden Log-in-Daten habe jeder Kunde seinerzeit übermittelt bekommen, sagt Carmen Erler.

Ältere Kunden schreiben Karte

Betagteren Leisnigern komme der Eigenbetrieb dahingehend entgegen, dass die Daten auch auf eine Karte geschrieben und geschickt oder in den Briefkasten im Büro an der Ringstraße eingeworfen werden können. Dann dürfen allerdings die Kundennummer und das Buchungszeichen nicht vergessen werden, damit die Daten zuzuordnen sind. Nummer beziehungsweise Buchungszeichen sind auf den vorherigen Rechnungen zu finden oder können notfalls erfragt werden.

Allerdings bittet Carmen Erler darum, dass dieser Weg der Übermittlung älteren Kunden vorbehalten sein soll. „Es ist unmöglich, die Daten von rund 2.500 Kunden per Hand ins Abrechnungssystem einzugeben“, sagt sie und verweist auf begrenzte personelle Kapazitäten.

Wer zum Ablesen Fragen hat, könne sich telefonisch oder per Mail bei den Kollegen im Büro melden. Wegen der Corona-Schutzvorkehrungen hat das im Moment nicht geöffnet. Carmen Erler selbst arbeitet zuhause im Homeoffice.

Sie bittet darum, dass der Verbrauch an Frischwasser dem Eigenbetrieb Abwasserentsorgung bis spätestens 15. Januar übermittelt wird. Schließlich würden die Berechnungen eine Zeit in Anspruch nehmen und irgendwann sollen die Abrechnungen dann auch bei den Kunden sein.

Wer der Bitte um Mithilfe nicht nachkommt, der muss damit rechnen, dass sein Trinkwasserverbrauch, auf dessen Grundlage die Abwassergebühr berechnet wird, geschätzt wird. Grundlage dafür ist der Verbrauch aus dem Jahr der letzten Abrechnung. Somit könnte es durchaus sein, dass der Kunde auf der Basis eines Schätzwertes mehr bezahlen muss, als wenn er seinen tatsächlichen Trinkwasserverbrauch angegeben hätte.

Bei Zweifeln wird geschätzt

Aufgrund von Halbjahreswerten kann der Eigenbetrieb überschlagen, ob der Jahresverbrauch realistisch ist. Bei berechtigten Zweifeln greift der Eigenbetrieb unter Umständen ebenfalls auf einen Schätzwert zurück. Bei einem Verbrauchswert, der gar nicht stimmen kann, gibt es schon vom Abrechnungsprogramm her eine Warnung, nachdem die Ablesedaten eingegeben worden sind.

Die Mitarbeiter des Eigenbetriebes hoffen, dass sich das Ablesen der Daten durch die Verbraucher mehr und mehr durchsetzt. Im Jahr nach der Umstellung sei der Rücklauf ernüchternd gewesen. Zuletzt seien der Bitte allerdings schon mehr Kunden nachgekommen.

Weitere Infos unter Tel. 034321/62290 und [email protected]

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